Duo, Bento und Hippo für die Shared-Mobility-Nutzung in engen Großstädten

Bei der Renaulution-Pressekonferenz im Januar stellte Renault unter anderem auch seine neue Carsharing-Marke Mobilize vor. Diese stellt nun ihre ersten Shared-Mobility-Fahrzeuge vor, ein neues Second-Life-Projekt für Batterien und ein Smart-Island-Projekts in Frankreich.

Duo, Bento und Hippo heißen die drei ersten Elektro-Kleinstfahrzeuge für die Shared-Mobility. Daten zu den Neulingen gibt Renault noch nicht preis. Die Drillinge soll man nicht kaufen, sondern nur für die Benutzung bezahlen – nach Zeit oder Kilometern.

Renault Mobilize Duo
Duo

Hautsächlich für den Personentransport gemacht ist offenbar der zweisitzige Duo. Er ist offenbar die Serienversion der Studie EZ-1, die Renault bereits gezeigt hatte, und die man wohl als Twizy-Nachfolger ansprechen kann. Anders als bei diesem lässt sich beim Duo aber auch die Batterie austauschen, wie Renault im Januar verkündete.

Der Akku wird nach dem Ende seiner Lebensdauer von Renault zurückgenommen und einer Second-Life-Verwendung zugeführt. Der Duo besteht zu 50 Prozent aus recycelten Materialien und kann auch selbst wieder zu 95 Prozent recycelt werden, was in der bereits von Renault angekündigten Re-Factory im französischen Flins geschehen soll.

Renault Mobilize Bento
Bento

Der Bento basiert auf dem Duo, hat jedoch einen Laderaum, der bis zu einem Kubikmeter Ladung aufnimmt. Damit ist er für Handwerker, den Lieferverkehr und Kuriere in der Großstadt geeignet. 

Renault Mobilize Hippo
Hippo

Der Hippo schließlich wurde für den Lieferverkehr konzipiert. Er besitzt austauschbare Frachtmodule, etwa für Kühltransporte und die Paketzustellung. Das Ladevolumen beträgt hier bis zu drei Kubikmeter bei einer Traglast von bis zu 200 Kilo.

Im Januar hatte Renault auch davon gesprochen, den Dacia Spring und eine Elektro-Limousine unter dem Dach von Mobilize einzusetzen. Davon ist nun erstmal nicht mehr die Rede. Der Dacia Spring wird allerdings von der französischen Supermarkt- und Autovermieter-Kette Leclerq vermietet – zu Preisen ab 5 Euro pro Tag. 

Energiewende auf der Ile d’Yeu

Zusammen mit den Unternehmen Enedis und Qovoltis will Mobilize außerdem die vor der französischen Westküste gelegene Île d’Yeu emissionsfrei machen. Das betrifft neben den Fahrzeugen und der Ladeinfrastruktur auch die Nutzung von Solarenergie. Im Sinne eines Vehicle-to-Grid-Ansatzes sollen dabei die Elektrofahrzeuge ins lokale Energienetz eingegliedert werden. Das "Smart Island“-Projekt erinnert an ein ähnliches Vorhaben von VW in Griechenland, doch weist Renault darauf hin, dass man schon 2018 eine entsprechende Initiative für die portugiesische Insel Porto Santo gestartet hat.

Second-Life-Projekt für Batterien

Schließlich will Mobilize zusammen mit dem deutschen Start-up betteries auch mobile Energiespeichersysteme auf Basis ausgedienter E-Auto-Batterien entwickeln. Das angedachte System besteht aus ein bis vier 2,3-kWh-Einheiten ("betterPacks").

Das System soll als transportabler Stromspeicher für Baustellen, Food Trucks, Filmdrehs und Events oder auch auf kleinen Elektrobooten dienen. Gefertigt werden die Teile ab September, und zwar wiederum in der Re-Factory in Flins.

Aus Zity wird Zity by Mobilize

Zudem kommen mehrere Services unter das Dach von Mobilize. Aus dem Carsharing-Dienst Zity wird dabei Zity by Mobilize. Das Joint Venture der Renault Group und Ferrovial ist bereits seit 2017 in Madrid sowie seit 2020 in Paris aktiv und verfügt über 1.250 Elektrofahrzeuge. Im Laufe dieses Jahres soll das Angebot auf weitere Städte ausgeweitet werden.

Aus dem Mietservice Renault Mobility wird zudem Mobilize Share. Diese Mobilize-Sparte vermietet Renault-Fahrzeuge an Privatpersonen und gewerbliche Nutzer. Die Mietdauer reicht von einem Tag bis zu einem Monat. Die Flotte umfasst rund 15.000 Fahrzeuge, davon 4.000 Elektroautos.

Beratung und Installation zum Laden von Elektro-Flotten wurden bisher unter dem Namen Elexent angeboten. Daraus wird nun Mobilize Power Solutions. Der Dienst ist in elf europäischen Ländern tätig.