Nach Medienberichten aus China will BYD künftig seine Blade-Batterie an Tesla liefern. Bei "Blade Battery" handelt es sich um einen Marketingnamen für die LFP-Batterien (Lithium-Eisen-Phosphat-Batterien) von BYD, bei denen der Cell-to-Pack-Ansatz verwendet wird, das heißt, die Zellen werden ohne Module direkt in das Batteriepaket eingebaut.

Die chinesische Website cls.cn berichtete am gestrigen Donnerstag (5. August), dass die Auslieferung der Batterie an Tesla im 2. Quartal 2022 beginnen soll, also in knapp einem Jahr. Derzeit werden die Batterien von Tesla getestet. Der Bericht wurde von CnEVPost und dem chinesischen Twitter-User Moneyball aufgegriffen. 

 

Tesla verwendet bereits LFP-Batterien, und zwar in den Einstiegsmodellen des Model 3 und Model Y aus China. Die Zellen stammen aber nicht von BYD, sondern vom ebenfalls chinesischen Hersteller CATL. Die Partnerschaft mit CATL wurde kürzlich sogar verlängert bis Ende 2025, wie InsideEVs.com berichtete.

Wir vermuten, dass die BYD-Batterien von Tesla für das erwartete 25.000-Dollar-Modell von Tesla gedacht sind, denn LFP gelten als die günstigste Zellchemie. Darüber hinaus bieten die BYD-Zellen die Möglichkeit zu Integration in die Karosseriestruktur, was zu den von Tesla verfolgten Wegen gehört. Nach Gerüchten hat Tesla ja bereits einen Prototyp des neuen Kompaktmodells gebaut. Dieser soll ab Ende 2021 in die Pilotproduktion gehen, was ganz gut zu dem Lieferbeginn der Blade-Batterie (April bis Juni 2022) passt.

Bildergalerie: BYD Blade Battery

Zuerst wurde die Blade-Batterie in der Elektrolimousine Han eingesetzt. Derzeit stellt BYD seine gesamte Palette an Elektroautos und Plug-in-Hybriden auf diese Batterien um. Dazu erweitert BYD auch seine Produktion der Batterie. Da so mehr von den Zellen gefertigt werden können, werden sie auch an andere Hersteller verkauft.

CnEVPost berichtete kürzlich über einen starken Anstieg der BYD-Aktien um 10 Prozent, wodurch die Marktkapitalisierung der Firma auf über 880 Milliarden Yuan (115 Milliarden Euro) anstieg. Möglicherweise ist das auf die erweiterte Blade-Batterie-Produktion zurückzuführen.

Das Unternehmen will in diesem Jahr 600.000 Elektroautos und Plug-in-Hybride verkaufen. Im kommenden Jahr soll diese Zahl auf 820.000 steigen und im Jahr 2023 will der Konzern dann die Millionengrenze durchbrechen. Die Batterieproduktion soll von einer Speicherkapazität von 35 Gigawattstunden (GWh) auf 51 GWh und dann auf 70 GWh steigen.

Wenn alle Batterien in BYD-Fahrzeuge eingebaut würden, würde die durchschnittliche Batteriekapazität pro Auto von 58 kWh über 62 kWh auf 70 kWh pro Auto ansteigen.