Mercedes EQA und EQB bekommen ab 2024/2025 LFP-Batterien
Günstigere Akkus mit weniger Energiedichte für die nächste Generation von EQA und EQB
Lithium-Eisenphosphat-Batterien (LFP-Akkus) haben zwar keine hohe Energiedichte, aber sie sind günstig und gelten als sehr betriebssicher. Mercedes will sie ab 2024 in günstigeren Elektromodellen wie der nächsten Generation von EQA und EQB einsetzen. Das sagte nun Mercedes-Chef Ola Källenius gegenüber Bloomberg.
Källenius glaubt, dass es viele "urban orientierte Kunden" gibt, die nicht das letzte Quäntchen Reichweite brauchen und mehr Wert auf einen günstigen Preis legen: "Wir glauben, dass es viele urban orientierte Kunden geben wird, die keinen E63 AMG brauchen." Für diese Einstiegsmodelle will Mercedes wir in Zukunft Lithium-Eisenphosphat-Batterien benutzen.
LFP-Batterien enthalten weder Nickel noch Cobalt. Diese Metalle sind in letzter Zeit teuer geworden. So legte Nickel in den letzten zwölf Monaten um 29 Prozent auf etwa 19.500 Dollar je Tonne zu. Wenn man gängige NMC-Batterien (Nickel, Mangan, Cobalt) oder NCA-Akkus (Nickel, Cobalt, Aluminium) durch LFP-Akkus ersetzt, opfert man zwar Reichweite, ermöglicht aber niedrigere Fahrzeugpreise.
LFP-Chemie wird von BYD in seiner "Blade-Batterie" eingesetzt, Tesla verwendet LFP-Batteriezellen von CATL in den Fahrzeugen aus der Gigafactory in Shanghai, und auch im Sono Sion soll sie zum Einsatz kommen. Renault andererseits will selbst für den kleinen Renault 5 teure NMC-Akkus verwenden.
CATL liefert auch NMC811-Batterien für den Mercedes EQS. Künftig könnte der chinesische Hersteller auch die LFP-Akkus für die günstigeren Mercedes-Modelle liefern. Die Energiedichte ließe sich dabei durch die Cell-to-Pack-Technik von CATL erhöhen. Kürzlich schloss Mercedes mit CATL eine Kooperationsvereinbarung ab, die auch diese Technik umfasst. Bei der CTP-Technik werden die Batteriezellen direkt zu einem Batteriepaket zusammengebaut, was Material und damit Gewicht spart.
CATL ist ein strategischer Batteriepartner von Mercedes; die Chinesen bauen derzeit ein Batteriewerk bei Erfurt, mit dem Mercedes die Transportwege verkürzen wird. Aber Mercedes steht bei den Batterie-Zulieferern nicht auf einem Bein: Seit Kurzem kooperiert die Marke auch mit Stellantis und dem französischen Batteriespezialisten Saft. Das Joint Venture ACC plant mindestens drei Batteriewerke in Europa, die 120 GWh jährlich fertigen sollen.
Mercedes investiert bis 2030 rund 40 Milliarden Euro in die Elektrifizierung seiner Modellpalette. Für seine Elektroautos setzt Mercedes derzeit Verbrenner-Plattformen ein (zum Beispiel beim EQA und EQC) und nun auch die reine Elektro-Plattform EVA (für EQS, EQE und deren SUV-Derivate). Für die kleineren Modelle soll ab 2024 die Mercedes-Benz Modular Architecture (MMA) hinzukommen. Vermutlich geht es bei den LFP-Plänen um diese Fahrzeuge. Anders als EVA ermöglicht MMA neben Elektroantrieben auch elektrifizierte Verbrenner. Ab 2025 sollen dann die ersten Fahrzeuge auf den drei EA-Plattformen folgen.
Quelle: Bloomberg
Auch interessant
Mercedes EQA: Kompaktes Elektro-SUV nicht mehr bestellbar
BMW-Konzern produziert zweimillionstes vollelektrisches Fahrzeug
Brandrisiko bei EQA und EQB: Mercedes wohl vor großem Rückruf
MG4 Urban: Basispreis in Deutschland auf 18.990 Euro reduziert
Mercedes EQA: Basisversion 250 mit kleinem Akku entfallen
Toyota bZ4X Touring: Jetzt gibt es eine Preisliste
Mercedes EQA und EQB erhalten als 350 4Matic größeren Akku