General Motors will künftig Elektrokomponenten anbieten, mit denen sich Oldtimer, aber auch Schiffe, Flughafen-Nutzfahrzeuge und mehr elektrifizieren lassen. Damit will GM neue Kundengruppen ansprechen und erhofft sich enorme Zuwächse beim Umsatz.

Den Gesamtmarkt für solche Elektro-Komponenten schätzt GM auf rund 20 Milliarden Dollar im Jahr 2030. Schon ab 2022 will Chevrolet Umrüstsätze für Oldtimer anbieten. Das Electric Connect and Cruise eCrate Package soll es Werkstätten ermöglichen, einen Verbrennungsmotor durch einen rein elektrischen Antrieb zu ersetzen.

Bildergalerie: Chevrolet E-10 Concept (SEMA 2019)

Bereits durchexerziert hat GM das bei dem oben gezeigten E-10 (ein umgebauter Chevrolet C-10 von 1962, siehe Pressemitteilung), einem Chevy Blazer von 1977 (Bericht bei Motortrend) einem Chevy Camaro von 2019 (Pressemitteilung) und einen Chevrolet Project X von 1957  (Pressemitteilung).

Nun wurde mit einem Chevrolet El Camino von 1971 (unser Titelbild) das eCrate-Paket erstmals durch eine externe Tuningfirma (Lingenfelter Performance Engineering) genutzt. Einen ähnlichen Ansatz mit elektrischen Crate Engines verfolgt Ford und zeigte kürzlich mit dem Ford F-100 Eluminator einen elektrifizierten Pick-up der F-Serie aus den 70er-Jahren.

Außerdem soll GM Powered Solutions Elektrokomponenten-Pakete für Schiffe/Boote, Laster, Offroader und mehr entwickeln. Ein weiteres Projekt ist eine Zusammenarbeit mit Textron GSE. Die in Seattle ansässige Firma ist auf Fahrzeuge für Flughäfen spezialisiert. GM will Komponenten liefern, mit denen sich Gepäckwagen-Schlepper, Frachtschlepper und Bandlader elektrifizieren lassen. 

GM-Elektrokomponenten: Textron GSE TUG
Bandlader von Textron GSE befördern Gepäckstücke per Rollband ins Gepäckabteil von Flugzeugen

GM hat mit GM Marine auch eine Sparte, die sich mit Schiffen und Booten beschäftigt; diese soll offenbar ebenfalls die Möglichkeit von Elektroantrieben prüfen. Zudem hat sich GM kürzlich mit 25 Prozent an dem Elektro-Bootsbauer Pure Watercraft beteiligt (Pressemitteilung). Zusammen wollen die beiden Firmen neue batterieelektrische Wasserfahrzeuge entwickeln. 

GM will Elektrifizierungs-Komponenten für alles Mögliche anbieten

Die obige Infografik von GM zeigt die Strategie im Überblick. Danach will der Konzern auch zusammen mit Wabtec Frachtlokomotiven mit "alternativen Antrieben" entwickeln – wahrscheinlich also batterieelektrische Loks, die auch ohne Oberleitung elektrisch fahren können, und Lokomotiven mit Brennstoffzellen-System.