BMW i4 und iX: Die beiden im November gestarteten Elektromodelle von BMW sind auf Monate ausverkauft. Dass sagte nun BMW-Chef Oliver Zipse dem Münchner Merkur. Deswegen will BMW nächstes Jahr bis zu 6.000 zusätzliche Stellen schaffen.

Unter anderem wegen der unerwartet hohen Nachfrage nach den beiden Elektromodellen beendet BMW nun seinen Stellenabbau. Man werde die Mitarbeiterzahl um bis zu fünf Prozent erhöhen, so Zipse.

BMW i4 M50: Das Exterieur
BMW iX xDrive50 (2021) in Sophisto-Grau

Schon Anfang Dezember war BMW bei der Produktion des i4 in München an Grenzen gestoßen: Die Geschäftsleitung bemühte sich in Diskussionen mit dem Betriebsrat um weitere Schichten. Es gab in Europa eine deutlich fünfstellige Zahl an i4-Bestellungen, doch in München wurden bis dahin täglich nur rund 1.000 Autos gebaut, und zwar beileibe nicht nur i4, sondern vor allem wohl der 3er.

Der BMW iX wird schon seit Juli im Werk Dingolfing gebaut und soll dort schon 2022 zu den volumenstärksten Modellen gehören. Dort allerdings stellte BMW im Oktober wegen des Chipmangels auf Ein-Schicht-Betrieb um, wie der Bayerische Rundfunk berichtete.

Der 2022 startende i7 wird wohl ebenfalls in Dingolfing gebaut, denn dort wird schon der derzeitige 7er gefertigt. Für den Mercedes-EQS-Konkurrenten erwartet der Konzernchef offenbar eine genauso hohe Nachfrage wie bei i4 und iX: "Nächstes Jahr kommt der elektrische 7er, da wird es nicht anders sein", sagte Zipse.

Kürzlich hat BMW bekannt gegeben, wann die nächsten Elektromodelle aus München starten:

  • 2022: BMW i7 und BMW iX1
  • 2023: BMW i5, Mini Countryman SE und Rolls-Royce Spectre
  • 2026: "Neue Klasse"

Nach wie vor ein Problem für die Elektromobilität sei allerdings die immer noch ungenügende Lade-Infrastruktur: "In Europa wächst die Zahl der Elektroautos derzeit fünfmal so schnell wie die Infrastruktur", so Zipse. Der BMW-Chef forderte, die CO2-Ziele mit verbindlichen Zielen für die Ladeinfrastruktur zu verbinden. Genau das hat die EU-Kommission auch vor; sie schlug im Sommer vor, dass an den europäischen Fernstraßen mindestens alle 60 km ein Schnelllader stehen muss. 

Was den globalen Chipmangel angeht, der derzeit die Autoproduktion weltweit ausbremst, so wird er nach Einschätzung von Zipse noch etwa ein Jahr anhalten. Ende 2022 wird wieder "weitgehende Normalität" herrschen, hofft Zipse angesichts der Investitionen der Chip-Hersteller.