Großes Elektro-SUV soll schon 2022 eines der volumenstärksten Modelle am Standort sein

Seit dem heutigen 2. Juli läuft die Serienfertigung des BMW iX in Dingolfing. In dem rund 130 Kilometer nordöstlich von München gelegenen Werk wird der rein elektrisch angetriebene iX auf der gleichen Montagelinie gebaut wie der 5er, 7er und 8er mit Verbrenner oder Plug-in-Hybrid-Antrieb.

In der Praxis sieht das so aus, dass mal ein 5er mit Diesel im so genannten Gehänge eingeklinkt ist, dann folgt zum Beispiel ein iX, dann ein Plug-in-7er und so weiter. Dabei bleibt BMW flexibel, kann also die Zusammensetzung der Produktion je nach Nachfrage ändern. Um diese Flexibilität und Antriebsvielfalt darstellen zu können, investierte BMW rund 400 Millionen Euro in Dingolfing.

BMW xDrive: Produktion in Dingolfing

Viele dieser Umbauten kommen bereits dem neuen BMW 7er und 5er zugute, die in den nächsten Jahren anlaufen werden. Für beide Modellreihen sind vollelektrische Varianten angekündigt.

Bildergalerie: BMW i7: Erlkönigbilder vom September 2020

Durch den iX und neue PHEV-Modelle soll sich der Anteil der elektrifizierten Modelle in Dingolfing im Lauf des Jahres 2021 gegenüber 2020 verdoppeln, erwartet BMW. Eine Zahl dazu nennt BMW nicht. Doch 2025 soll die Hälfte der in Dingolfing produzierten Autos elektrifiziert sein.

Vom iX erwartet sich BMW offenbar hohe Stückzahlen: "Bereits nächstes Jahr wird der BMW iX eines der volumenstärksten Modelle am Standort sein", sagt BMW-Produktionsvorstand Milan Nedeljkovic.

Im Herbst folgt der BMW i4, der jedoch wie der 3er und 4er und deren Derivate in München produziert wird. Ende nächsten Jahres werden alle deutschen Werke mindestens ein vollelektrisches Fahrzeug produzieren, so BMW.

Das heißt: Auch die Werke in Leipzig und Regensburg werden ein Elektroauto produzieren. In Leipzig wird das wohl die 2023 startende Elektroversion des Mini-Countryman-Nachfolgers sein, die der Konzern bereits bestätigt hat. Wegen der technischen Ähnlichkeit zwischen Countryman und X1 könnte auch der Elektro-X1 (vielleicht unter dem Namen iX1) dort gefertigt werden.

BMW xDrive als Schnittmodell in Dingolfing: Antriebseinheit HEAT unter dem Kofferraum
BMW xDrive als Schnittmodell: Antriebseinheit HEAT unter dem Kofferraum

Was den iX angeht, so entstehen in Dingolfing auch der hochintegrierte Elektroantrieb und die Batterie (aus zugekauften Zellen) sowie die komplette E-Achse. Dabei sollen die Fertigungskapazitäten erweitert werden, so dass ab 2022 E-Antriebe für mehr als eine halbe Million elektrifi­zierte Fahrzeuge gebaut werden können.

Der iX spielt hier also die Rolle eines Wegbereiters. Mit ihm werden etliche Innovationen eingeführt, aber auch neue Pro­duktionsprozesse halten mit ihm Einzug ins Werk – gerade im Bereich Elektronik, Soft­ware und autonomes Fahren.

Auch der Ressourcenverbrauch und der CO2-Fußabdruck des Werks sind BMW wichtig. So wurde der Ressourcenverbrauch pro Auto von 2006 bis 2020 bereits halbiert, die CO2-Emissionen sanken sogar um 78 Prozent. Bis zum Jahr 2030 sollen die CO2-Emissionen um weitere 80 Prozent sinken. So wird der iX ausschließlich mit Ökostrom aus zwei Wasserkraftwerken in der Region gefertigt.

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Röntgenbild vom BMW iX

Generell will BMW in Sachen Antrieb flexibel bleiben, um auf Änderungen der Nachfrage vorbereitet zu sein. Daher setzt die Marke auf Plattformen, die sich mit Elektroantrieben bestücken lassen, aber auch mit Plug-in-Hybrid-Antrieben und reinen Verbrennungsantrieben. Beispiele sind der BMW iX3, der eigentlich nur die Elektroversion des X3 ist und der BMW i4, der nur ein 4er Gran Coupé mit Elektromotoren ist.  

Ein klein wenig anders scheint es beim BMW iX zu sein, der zwar ähnliche Maße wie der X5 hat, aber laut BMW auf einer eigenen Plattform beruht, wie uns der Projektmanager Johann Kistler kürzlich bei unserem Besuch in Dingolfing anlässlich unseres iX-Tests bestätigte.

5er, 7er und 8er basieren (genauso wie der im amerikanischen Spartanburg produzierte X5) auf der Cluster Architecture (CLAR). Wenn der iX nicht darauf beruht, dann bedeutet das, dass BMW verschiedene Plattformen auf der gleichen Montagelinie produziert. Ehrlich gesagt, so ganz können wir das immer noch nicht glauben. Wir vermuten, dass der iX zumindest Teile von CLAR verwendet.

Bildergalerie: BMW iX xDrive50 in Dunkelblau (2021)