Mit dem 430 kW starken Kia EV6 GT kommt Ende 2022 einer der stärksten Mittelklasse-Crossover auf den Markt. Wir haben nach kostenmäßig vergleichbaren Modellen mit ähnlich viel Leistung gesucht und gemerkt: Viel Konkurrenz hat der Kia nicht, vor allem wenn man viel teurere Autos wie den Porsche Taycan ausschließt.

Denn die leistungsmäßig passendste Version Porsche Taycan GTS bietet zwar 440 kW, kostet aber schlappe 132.072 Euro. Also mehr als doppelt so viel wie der Kia EV6 GT, für den 65.990 Euro verlangt werden sollen. Aber es gibt auch günstigere Alternativen, nämlich das Tesla Model Y Performance, den Ford Mustang Mach-E GT und den BMW i4 M50. Hier ist unsere Vergleichstabelle. Bessere Werte sind jeweils gefettet, inoffizielle Werte mit Fragezeichen versehen:

  Kia EV6 GT BMW i4 M50 Tesla Model Y Performance Ford Mustang Mach-E GT
Leistung 430 kW 400 kW 393 kW 358 kW
0-100 km/h 3,5 Sek. 3,9 Sek. 3,7 Sek. (Rollstart) 3,7 kW (Rollstart)
Spitze 260 km/h 225 km/h 250 km/h 200 km/h
Akku netto 77 kWh 81 kWh 77 kWh (?) 91 kWh
Reichweite WLTP 424 km 520 km 517 km 500 km
Ladeleistung 240 kW (?) 205 kW k.A. 150 kW
Länge 4,68 m 4,78 m 4,75 m (?) 4,74 m
Preis 65.990 Euro 70.800 Euro 69.975 Euro 77.200 Euro
Marktstart Ende 2022 November 2021 Sommer 2021 Ende 2021

Der BMW i4 M50 ist zwar kein Crossover, aber mit seinen 400 kW kommt er dem Kia EV6 GT leistungsmäßig am nächsten. Trotz der hohen Leistung und der strömungsgünstigen Karosserie sprintet er allerdings deutlich langsamer, und vor allem auch langsamer als die beiden folgenden Rivalen von Tesla und Ford.

Kia EV6 GT
BMW i4 M50: Das Exterieur

Tesla gibt für das Model Y und das Model 3 seit einiger Zeit auch die Leistung im Konfigurator an, wenn auch ziemlich gut versteckt – man muss dafür unter "Stromverbrauch" auf "Mehr Informationen" klicken. Demnach hat das Model Y Performance 393 kW. Die Sprintzeit ist kürzer als bei BMW, doch das liegt wohl daran, dass Tesla einen Rollout-Start zugrunde legt. Das heißt, die Messung beginnt nicht bei genau 0, sondern eher bei 10 km/h. 

Ford Mustang Mach-E GT (2021) im Test
Tesla Model Y (2021)

Ähnliches gilt für den Ford Mustang Mach-E GT: Mit 358 kW liegt die Maximalleistung hier schon rund 70 kW unter dem des Kia, die Sprintzeit von 3,7 Sekunden liest sich dennoch gut. Aber ohne den Rollstart sind es 4,4 Sekunden – daran sieht man, wie viel das Messverfahren ausmacht.

Bei der Ladeleistung liegt der Kia EV6 GT dank seines 800-Volt-Systems vorne. Unseren Tabellenwert von 240 kW haben wir aus den ersten EV6-Preislisten, wo Kia diese Zahl für die schwächeren Versionen mit 77-kWh-Akku angab. Bei der Reichweite aber sind BMW, Tesla und Ford besser.

Fazit: Der Kia EV6 GT liegt vorne, außer bei der Reichweite

Insgesamt liegt der Kia EV6 GT in seinem Segment bei der Leistung des Antriebs sowie den Fahrleistungen klar vorne. Dazu kommen das schnelle Laden und der günstige Preis. Wer aber nicht nur auf die Power und den Kavaliersstart guckt, wird sich auch den BMW, den Tesla und den Ford ansehen, denn die sind von der Reichweite her dem Kia klar überlegen. Auffällig ist, dass weder Audi noch Mercedes derzeit ein leistungsmäßig vergleichbares Modell bieten können. Der Audi e-tron S hat "nur" 370 kW, der Mercedes EQC 400 sogar nur 300 kW.

Bildergalerie: Kia EV6 GT (2022): Erste Mitfahrt