Tesla möchte offenbar Exemplare des Model Y verkaufen, die in Grünheide gefertigt wurden, bevor die Baugenehmigung vorlag. Das geht aus einem Brief von Tesla an das Brandenburgische Landesamt für Umwelt hervor. Pikant daran ist, dass diese Autos nur unter der Auflage gefertigt werden durften, sie nicht zu verkaufen. 

Um die Produktionsanlagen zu optimieren, wurde Tesla von den Behörden erlaubt, schon vor der finalen Baugenehmigung vom März 250 Fahrzeuge zu Testzwecken zu fertigen. Im Januar 2022 erhielt Tesla dann die Genehmigung für bis zu 2.000 Fahrzeuge. Allerdings erging dazu die Auflage, die Fahrzeuge nicht zum Verkauf anzubieten.

Nach dem Brief, über den kürzlich die Märkische Oderzeitung berichtete, wurde ein Teil der Testfahrzeuge bereits entsorgt, andere werden intern zu Testzwecken verwendet. Nun geht es in dem Brief darum, was mit den verbliebenen Exemplaren geschehen soll. Den deutschsprachigen Brief (mit zahlreichen Schwärzungen) können Sie hier als PDF-Dokument lesen:

Tesla Manufacturing Brandenburg  

Danach wurden von Tesla deutlich weniger als die erlaubten 2.000 Fahrzeuge gefertigt. Die entstandenen Exemplare weisen unterschiedliche Qualität auf. Die mit sehr niedriger Qualität sollen entsorgt werden, die mit mittlerer Qualität für interne Testzwecke genutzt werden, doch die "mit verhältnismäßig hoher Qualität" sollen "an Endverbraucher veräußert werden" (Seite 5). 

Zur Begründung verweist Tesla unter anderem auf abfallrechtliche Bestimmungen. Danach soll die Entsorgung generell nur die letzte Alternative für den Verbleib alter Gegenstände sein; eine Weiterverwendung und das Recycling hätten Vorrang. Um wie viele Autos es dabei geht, ist dem Brief wegen der Schwärzungen nicht zu entnehmen. 

Kürzlich meldete Tesla-Chef Musk, dass in Grünheide 1.000 Exemplare vom Model Y in einer Woche gefertigt wurden. Seit Montag ruht der Betrieb in Grünheide allerdings für zwei Wochen. Der Grund: Tesla will die Produktionsanlagen warten, so ein Bericht des Handelsblatts. Angeblich will Tesla aber auch den Produktionsprozess verbessern, so dass dort ab dem ersten Quartal 2023 etwa 5.000 Stück pro Woche produziert werden können.