Die geplanten Scout-Modelle von Volkswagen sollen von Magna in Österreich konzipiert werden. Zwei Modelle der neuen US-Marke Scout sollten von der kanadisch-österreichischen Firma entwickelt werden, schreibt die Kleine Zeitung aus Österreich. Magna bestätigte den Großauftrag gegenüber der Nachrichtenagentur APA.

Die Entwicklungsarbeiten in Graz und den USA liefen bereits auf Hochtouren. Ende 2026 sollen die Autos serienreif sein, bevor Anfang 2027 dann die Markteinführung in den USA startet, so der Bericht. 

Der Auftrag hat ein Volumen von 450 Millionen Euro und ist damit der größte Entwicklungsprojekt, das die Firma bisher übertragen wurde. Ursprünglich hätte Magna auch die Fertigung in den USA übernehmen sollen. Doch nun will der VW-Konzern das selbst besorgen. Dafür baut der Konzern eine neue Fabrik für zwei Milliarden Dollar in Columbia (South Carolina). Dort sollen bis zu 200.000 Scout jährlich produziert werden.

Scout Elektro-Pickup und SUV von der Volkswagen Gruppe

Offizielles Teaserbild zu den beiden Scout-Modellen von VW

Mit der Ankündigung der beiden Scout-Modelle hatte Volkswagen uns im Mai 2022 überrascht. Das dazu veröffentlichte Teaserbild zeigte ein großes SUV und einen Pick-up. Für die neuen Modelle sollte die in den USA recht bekannte Marke Scout wiederbelebt werden, so VW damals. Die Rechte hatte VW bereits 2020 erworben.

Zur Entwicklung und Fertigung hieß es damals: "Die Fahrzeuge werden in den Vereinigten Staaten für US-Kunden entworfen, entwickelt und produziert." Erste Prototypen sollten schon 2023 gezeigt werden, die Serienfertigung aber erst 2026 anlaufen. Zu den Eigenschaften der Modelle hieß es nur, dass sie "robust" und rein elektrisch sein sollen.

Im Oktober letzten Jahres gab es dann ein Gerücht, wonach nicht der Modulare Elektrobaubasten (MEB) die Basis sein sollte, sondern eine neue Plattform. Diese sollte möglicherweise von Magna entwickelt werden. Gefertigt würden die Autos in einem neuen Werk. Diese neue Fabrik wurde dann im März 2023 von VW offiziell bestätigt.

Es gibt auch Gerüchte über eine Audi-Version der Scout-Modelle. Laut Automobilwoche soll das neue Werk allerdings der Marke Scout vorbehalten bleiben. VW will mit den neuen Modellen in den USA besser Fuß fassen. Denn bislang ist der Marktanteil dort eher gering. Auch eigens für die USA entwickelte Modelle wie der Passat NMS oder der VW Atlas, eine Langversion des Tiguan, änderten daran nichts. So verkaufte der Konzern von Januar bis Oktober 2023 in den Vereinigte Staaten rund 460.000 Fahrzeuge. Toyota kam im gleichen Zeitraum auf über 1,6 Millionen, General Motors auf fast zwei Millionen Autos.

Der angeblich rund fünf Meter lange Scout Pick-up wird wohl unter anderem gegen den Ford F-150 Lightning und den Tesla Cybertruck antreten. "Robuste" SUVs gibt es dagegen bisher nur wenige auf dem Weltmarkt – uns fällt nur der Munro Series-M ein. BMW iX, Mercedes EQS SUV und Konsorten fallen wohl eher in die Kategorie "edel". 

Unser Titelbild zeigt ein Rendering des Scout-SUVs.