VW Caddy, Transporter, ID. Buzz, Amarok und Crafter: Fünf Modelle hat VW Nutzfahrzeuge (VWN) derzeit im Programm. Nur der ID. Buzz ist ein reines Elektromodell, den Crafter gibt es auch mit Elektroantrieb. Ab 2028 jedoch will die in Hannover beheimatete VW-Tochter seine gesamte Transporter-Flotte auf Elektroantrieb umstellen. 

Den Anfang werde 2028 der Crafter machen, also der große Transporter, kündigte VW-Nutzfahrzeuge-Chef Carsten Intra an, wie unter anderem die Frankfurter Allgemeine Zeitung berichtet. 

Der 2018 gestartete eCrafter (unser Titelbild) ist offenbar nicht mehr erhältlich – in der Modellübersicht von VW Nutzfahrzeuge sucht man ihn jedenfalls vergeblich. Er war mit seiner 36-kWh-Batterie und nur 115 km Reichweite auch kaum mehr konkurrenzfähig: Der Ford E-Transit schafft 314 km, der neue Mercedes eSprinter 400 km und der neue Renault Master Electric sogar 410 km.

Die anderen Modelle würden nach und nach folgen – bis am Ende eine ganze Elektrofahrzeug-Familie entstanden sei, die unter dem Projektnamen Space firmiert. Als technische Basis werde dafür eine eigene Plattform entwickelt. Möglicherweise hat Intra also einen kleinen, einen mittleren und einen großen Transporter im Sinn – eine solche Dreier-Palette bieten auch Konkurrenten wie Ford, Fiat und Mercedes an. Dann müssten auf den neuen Elektro-Crafter noch ein mittelgroßer Transporter (wohl von der Größe des ID. Buzz, aber vielleicht nutzfahrzeugspezifischer) und ein kleiner Transporter (von der Größe des Caddy) folgen.

VW ID. Buzz LWB: Studioaufnahmen

Der VW ID. Buzz LWB startet 2024 mit dem neuen 210-kW-Motor

Der ID. Buzz basiert bekanntlich auf dem Modularen Elektrobaukasten (MEB), der primär für Pkw (wie die ID-Fahrzeuge von VW und Schwestermodelle wie Cupra Born, Skoda Enyaq und Audi Q4 e-tron) genutzt wird. Für 2024 sind eine Langversion mit dem neuen 210-kW-Motor sowie die Topmotorisierung GTX angekündigt. Mit einem Start der Campingversion rechnet Intra aber erst in der zweiten Hälfte des Jahrzehnts, also nach 2025.

Bis 2030 will VNW einen Elektrofahrzeug-Anteil von mindestens 55 Prozent erreichen. Wann es 100 Prozent werden, müssten aber die Kunden entscheiden, so der Manager. Mit der neuen Elektro-Plattform könne man flexibel reagieren. Das klingt, als würde die neue Plattform auch Verbrenner unterstützen.

Ursprünglich sollte VW Nutzfahrzeuge in Hannover ab 2026 ein neues Elektro-Topmodell von Audi bauen, so der Artikel. Vor anderthalb Jahren hatte es ein Gerücht gegeben, wonach es sich dabei um Oberklasse-SUVs handeln sollte. Doch im September entschied sich Audi angeblich anders. Als Ersatz erhielt VWN die Möglichkeit, eigene Fahrzeuge auf einer eigenen Plattform zu bauen. "Das hatten wir so noch nie", sagte Intra. Für VW Nutzfahrzeuge bedeute das eine komplett neue Strategie, so Intra. "Was wir jetzt haben, ist tatsächlich eine Vision für die nächsten 15 bis 20 Jahre."