Volta wird von dem Hedgefonds Luxor Capital übernommen. Der schwedisch-britische Hersteller des Elektrolasters Zero (unser Titelbild) hatte im Oktober Insolvenz angemeldet. Nun wurde mit Luxor Capital ein neuer Eigentümer gefunden.

Luxor Capital gehörte schon vor der Pleite zu den größten Geldgebern von Volta, berichtet das Manager-Magazin. Das 2019 gegründete Start-up hat sein Hauptquartier in Stockholm, die Entwicklungszentrum befindet sich in Großbritannien.

2020 wurde der batterieelektrisch angetriebene Volta Zero vorgestellt, im November 2021 wurde dann die Serienversion präsentiert. Der Laster ist für die Auslieferung von Waren auf der letzten Meile gedacht; deswegen hat er eine Reichweite von nur 150 bis 200 Kilometern. Zu den Besonderheiten gehört die vollverglaste Kabine mit niedriger, zentraler Sitzposition für die Fahrerin oder den Fahrer. Ursprünglich war ein 16-Tonner geplant, 2022 wurden dann Varianten mit 7,5 Tonnen, 12 Tonnen und 18 Tonnen vorgestellt, die alle ähnlich aussehen sollten.

Außer einem Verkauf der Lastwagen war auch ein "Truck-as-a-Service"-Angebot geplant. Das heißt. Dabei sollte der Laster gegen eine monatliche Gebühr überlassen werden; außerdem hätte sich Volta auch um die Ladeinfrastruktur beim Kunden, Wartung und Versicherung kümmern.

Auf den Markt kommen sollte der Lkw Ende 2022, doch die Serienproduktion beim österreichischen Nutzfahrzeughersteller Steyr Automotive startete dann erst im April 2023. 

Die bis zu 225 kWh netto großen Batterien sollte der kalifornische Bushersteller Proterra liefern, der mit Proterra Power eine eigene Batteriesparte hatte. Proterra meldete allerdings im August 2023 Insolvenz an. Das traf Volta offenbar so schwer, dass man selbst Pleite ging – die Unsicherheit über den Akkulieferanten hätte die Suche nach Kapitalgebern erschwert, schreibt Reuters.

Am 17. Oktober 2023 meldete die Firma Insolvenz in Schweden an. Bis dahin hatte die Firma rund 460 Millionen Euro von Investoren eingesammelt. Außerdem waren über 5.000 Bestellungen für den Laster eingegangen. Das hat Luxor Capital offenbar überzeugt. So wurde nun die Tochtergesellschaft "Volta Commercial Vehicles Limited" gegründet. An diese wurde Volta vom Insolvenzverwalter verkauft.

Volvo FL Electric

Volvo FL Electric: Batterieelektrischer 16-Tonner für den Verteilerverkehr

Wo die Batterien herkommen sollen, ist allerdings weiter unklar. Mitte November hatte Volvo Trucks Proterra Power für 210 Millionen Dollar übernommen. So wäre denkbar, dass der schwedische Laster-Hersteller nun die Akkus liefert. Der hat allerdings selbst Elektro-Laster von Volta-Zero-Größe im Angebot, so den Volvo FL Electric. Ob die schwedische Firma ein Interesse hat, mit einem Konkurrenten zusammenzuarbeiten, wirkt auf uns eher unwahrscheinlich.