So kommt man manchmal vom Hölzchen aufs Stöckchen: Wir wunderten uns, dass Nissan mit 9 Prozent nur einen sehr mageren Elektroauto-Anteil am Absatz hat, sahen uns die Modellpalette an und fragten uns, ob es den Nissan Leaf eigentlich noch gibt.

Und prompt finden wir auf der Nissan-Website einen interessanten Rabatt für den Nissan Leaf: Es gibt ihn bis April schon ab sagenhaften 27.687 Euro. Gültig ist das Angebot für Kaufverträge und Zulassung bis zum 14. April 2024, wie in einer Fußnote zu lesen ist.

Der normale Einstiegspreis für den Nissan Leaf liegt bei 35.900 Euro. Doch mit knapp unter 28.000 Euro reiht sich der Wagen glatt unter den drei günstigsten Elektroautos auf dem deutschen Markt ein, nach dem Dacia Spring und dem VW e-Up, aber noch vor dem Renault Twingo Electric. Dabei bietet die Schräghecklimousine mit 4,49 Meter Länge schon recht viel Auto fürs Geld. Für den Antrieb sorgt in der Basisversion ein 110-kW-Frontmotor und eine 39-kWh-Batterie für 270 km Reichweite. 

Ob auch die übrigen Versionen rabattiert sind, geht aus der Website nicht hervor. Auch im Konfigurator wird der Rabatt von stolzen 8.213 Euro nicht erwähnt. Neben der 39-kWh-Version mit 110 kW gibt es jedenfalls noch eine Variante mit größerer Batterie und mehr Leistung:

  Leaf 39 kWh Leaf 59 kWh
Antrieb FWD 110 kW, 320 Nm FWD mit 160 kW, 340 Nm
0-100 km/h / Spitze 7,9 Sek. / 144 km/h 6,9 Sek. / 157 km/h
WLTP-Stromverbrauch 17,1 kWh 18,5 kWh
Akku netto / WLTP-Reichweite 39 kWh / bis 270 km 59 kWh / bis 385 km
Aufladen einphasig mit AC,
bis 50 kW DC (CHAdeMO)
einphasig mit AC,
bis 50 kW DC (CHAdeMO)
Basispreis (Ausstattung) 35.900 Euro (N-Connecta) 41.100 Euro (e+ N-Connecta)
Aktionspreis 27.787 Euro (N-Connecta) k.A.

Wie zu sehen, hinkt die Reichweite aktuellen Kleinwagen hinterher. So bietet etwa ein Opel Corsa Electric schon in der Basisversion rund 350 km Reichweite, in der stärkeren Variante bis zu etwa 400 km. Aber den Corsa gibt es erst ab über 30.000 Euro, und als Kleinwagen hat er innen weniger Platz. Das zeigt sich auch beim Kofferraum: Der Leaf bietet ohne Umklappen der Sitze bis zu 435 Liter, beim Opel sind es nur 267 Liter.

Ein Nachteil des Nissan ist jedoch die altertümliche Ladetechnik: Mit Wechselstrom kann man nur einphasig laden, in Deutschland wegen der Schieflastverordnung also nur bis 4,6 kW, mit Gleichstrom nur an Säulen mit dem seltenen CHAdeMO-Stecker. Mithin ist das Auto eher für die Stadt geeignet, zum Beispiel als Elterntaxi oder für den Wocheneinkauf. 

Die Leaf-Ausstattungen heißen N-Connecta und Tekna für die Basismotorisierung; bei der stärkeren Version wird noch das Kürzel "e+" davor eingefügt:

Die Serienausstattung ist für ein so günstiges Auto wirklich ansehnlich. Dazu gehören 17-Zoll-Alufelgen, Nebelscheinwerfer, Fernlichtassistent, Licht- und Regensensor, ein 360-Grad-Rundumsicht-System, Parkpiepser vorn und hinten, Klimaautomatik, eine Wärmepumpe, ein 9-Zoll-Touchscreen mit Navi, ein Abstandstempomat (ACC), ein aktiv eingreifender Spurhalteassistent, eine Verkehrszeichenerkennung, ein Totwinkelwarner, ein Querverkehrswarner und ein Antikollisionssystem. 

Nissan Leaf (2022)

Der Tacho hat offenbar noch eine richtige Nadel: Das Cockpit des Nissan Leaf

Unterm Strich

Zugegeben, der Nissan Leaf ist technisch nicht mehr auf der Höhe der Zeit. Aber zumindest für die Stadt scheint er auszureichen. Zu den Vorteilen gehören neben dem Preis das im Vergleich zu VW e-Up oder Renault Twingo sehr gute Platzangebot sowie die umfangreiche Ausstattung. Für knapp 28.000 Euro ist der Wagen wohl ein Schnäppchen.