BMW nimmt sich ein Beispiel an Tesla und experimentiert mit menschenähnlichen KI-Robotern in einem seiner Autowerke. Figure, ein kalifornisches Start-up, das diese Humanoiden entwickelt, kündigte am Donnerstag eine Vereinbarung mit BMW an, um "Allzweckroboter in der Automobilproduktion einzusetzen".

Natürlich ist die Robotik in der Automobilproduktion nichts Neues. Hersteller haben die Art und Weise, wie Fahrzeuge gebaut werden, im Laufe der Jahre immer weiter automatisiert. Aber die derzeit eingesetzten Maschinen sind so programmiert, dass sie immer wieder eine bestimmte Aufgabe erledigen. Die Roboter von Figure wären dagegen in der Lage, eine ganze Reihe verschiedener Aufgaben zu übernehmen, die für menschliche Arbeiter zu mühsam oder zu unsicher sind. 

"Einzweckroboter haben den kommerziellen Markt jahrzehntelang gesättigt, aber das Potenzial der Allzweckroboter ist völlig ungenutzt. Mit den Robotern von Figure können Unternehmen ihre Produktivität steigern, Kosten senken und eine sicherere und einheitlichere Umgebung schaffen."

Brett Adcock, Gründer und CEO von Figure

BMW und Figure werden herausfinden, wo sich Roboter in die Fertigungsprozesse des Automobilherstellers einfügen können, bevor sie schrittweise im Werk in Spartanburg, South Carolina, eingesetzt werden. Dort baut BMW die SUVs X3, X4, X5, X6, X7 und den XM. 

Bildergalerie: Figure 01-Roboter

Mit einer Größe von 1,80 Metern kann der Figure 01 etwas mehr als 20 Kilogramm tragen, fünf Stunden lang mit einer vollen Ladung auf den Beinen sein und mit einer Geschwindigkeit von bis zu 4,3 km/h laufen. Figure, das 2023 aus der Versenkung aufgetaucht ist, will den Roboter zunächst in Branchen wie Lagerhaltung, Logistik und Einzelhandel einsetzen. 

Tesla arbeitet an einem ähnlichen Roboter namens Optimus, den das Unternehmen in seinen Fabriken einsetzen will, um manuelle Arbeiten zu erledigen. Elon Musk hat gesagt, dass Optimus auch als persönlicher Butler dienen könnte und dass die Roboterabteilung von Tesla eines Tages sein Autogeschäft in den Schatten stellen wird. Und Hyundai setzt bereits kamerabestückte Roboterhunde von Boston Dynamics für die Qualitätskontrolle ein.

In der Automobilbranche sind menschliche Arbeitsplätze bereits durch die herkömmliche Automatisierung und das Aufkommen von Elektroautos bedroht. Wenn humanoide Roboter intelligent, qualifiziert und vor allem kosteneffizient genug sind, um von den Automobilherstellern in nennenswerter Zahl eingesetzt zu werden, könnte die Zahl der Beschäftigten in der Automobilindustrie weiter sinken.

Figure gibt auf seiner Website an, dass es in den USA 10 Millionen unbesetzte Stellen gibt und sieht in Robotern vor allem eine Lösung für die Besetzung von Stellen, die die Menschen nicht wollen. 

Die Übernahme komplexer Fertigungsprozesse durch Roboter wird auch nicht schon morgen stattfinden. Der Roboter von Figure hat nämlich gerade erst gelernt, wie man Kaffee kocht. Und zwar indem er zehn Stunden lang Menschen dabei zugesehen hat, wie man diese Aufgabe erledigt.