Tyn-e TX1-e: Neuer Elektro-Kleinbus soll im April 2024 starten
XBus-Konkurrent mit 150 km CLTC-Reichweite und Preisen ab rund 20.000 Euro netto
Electric Brands und seine Tochter XBus sind pleite, doch es gibt eine Alternative: Die Elektro-Nutzfahrzeuge der Marke Tyn-e sollen im April 2024 starten. Anders als der XBus gehören diese Modellen nicht zu den Elektro-Leichtfahrzeugen (L7e), sondern sind ganz normale Fahrzeuge der Klasse N1. Es gibt drei Varianten: TX1-e, TX2-e und TX7-e.
Entwickelt wurden die Elektro-Winzlinge von der Firma Albert Weber GmbH in Deutschland, gebaut werden sie in China bei einem nicht genannten Partner. Ursprünglich sollte die Batterie mit 70 Volt arbeiten, doch inzwischen ist man auf 320 Volt umgeschwenkt – was für mehr Speicherkapazität und damit größere Reichweiten sorgt.
Bildergalerie: Tyn-e Elektro-Nutzfahrzeuge
Der TX1-e ist nur 3,49 Meter lang, aber stolze 1,69 Meter hoch und 1,47 Meter breit. Hinter den beiden Vordersitzen gibt es ein 1,62 mal 1,27 mal 1,13 Meter großes Ladeabteil mit einem Volumen von rund 2.600 Liter. Das Leergewicht des Kastenwagens liegt bei 900 Kilo, die Zuladung bei 650 Kilo.
Für den Antrieb sorgt ein Permanentmagnet-Synchronmotor (PSM) an der Hinterachse mit 15 kW Dauerleistung und 30 kW Peak-Leistung. Damit soll eine Höchstgeschwindigkeit von 75 km/h drin sein. Der Akku arbeitet mit Lithium-Eisenphosphat-Technik (LFP) und speichert 17,9 kWh, ausreichend für eine Reichweite von 150 km nach der wenig anspruchsvollen chinesischen CLTC-Norm. Aufgeladen werden soll primär an der Haushaltssteckdose, was in 10 Stunden möglich sein soll (oder 8h, wenn man sich auf einen kleineren Ladehub beschränkt). Alternativ ist auch das Aufladen mit Gleichstrom möglich, aber nur mit 11 kW.
Der TX2-e und TX7-e haben 20 cm mehr Radstand als der TX1-e und sind mit 4,40 m rund einen Meter länger. Diese Modelle gibt es wahlweise mit Kastenaufbau oder als Pritsche. Antrieb und Akku sind jedoch identisch. Während es den TX1-e ab 19.990 Euro netto geben soll, wird es den TX2-e ab 23.990 Euro und den TX7-e ab 29.990 Euro geben.
Im August 2022 wurde ein erster Prototyp des TX1-e vorgestellt, im Oktober 2023 folgte der TX2-e. Nun sind die ersten Vorserien-Fahrzeuge der zwei Modelle am Firmensitz in Waiblingen zugelassen worden (siehe Bilder). Auf den Markt kommen soll der TX1-e voraussichtlich ab April; TX2-e und TX7-e sollen laut Website im 3. Quartal folgen.
Zum insolventen Konkurrenten Electric Brands hat Tyn-e übrigens einen bitteren Verdacht: Bei dem von XBus angekündigten neuen Elektrofahrzeug namens XBus S soll es sich um nichts anderes handeln als um eine Kurzversion des TX2-e. Diese Ansicht werde durch die Bilder vom XBus S gestützt, so Tyn-e. Electric Brands bzw. XBus könnte also das gleiche Fahrzeug auf den Markt bringen, befürchtet die Waiblinger Firma und spricht von einem möglichen Plagiat.
Unter dem Strich
Irgendwie müssen die ganzen Pakete von Amazon & Co. innerorts verteilt werden. In der Münchner Innenstadt werden dafür teils E-Bikes mit vier Rädern und Kastenaufbau eingesetzt, teils größere Transporter à la Mercedes eVito. Dazwischen dürfte es durchaus eine Marktlücke geben für die kleinen Elektro-Nutzfahrzeuge wie die von Ari, Tyn-e oder XBus. Wir sind gespannt, wann wir das erste zu Gesicht bekommen ...
Quelle: Technische Daten (PDF), Tyn (per E-Mail)
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