Bisher war Maxus hauptsächlich für Elektro-Transporter bekannt, nun erweitert die chinesische Marke ihr Angebot auf das Pkw-Segment: Der neue Maxus Euniq 6 ist ein batterieelektrisch angetriebenes Mittelklasse-SUV. Maxus preist ihn als Familienauto mit einer umfangreichen Ausstattung und dem größten Kofferraumvolumen seiner Klasse an.

Die technischen Daten des neuen Maxus-Modells klingen allerdings eher bescheiden. Mit einem 130 kW starken Frontantrieb ist der Wagen sicher nicht übermotorisiert; das wird auch an dem Sprintwert von 10,5 Sekunden deutlich. Vor allem aber ist ein Mittelklassefahrzeug mit einer Reichweite von 354 km heute kaum mehr konkurrenzfähig. So weit kommen heute ältere Kleinwagen.

Maxus Euniq 6 (2024: Das Heck

Das Heck wirkt eckig und wuchtig – eher wie beim BMW iX3 als wie beim Ford Mustang Mach-E

Die Batterie speichert 70 kWh und lässt sich mit maximal 75 kW Gleichstrom aufladen. Das soll 35 Minuten dauern, allerdings bei einem unüblichen Ladehub von 30 auf 80 Prozent. Wenn man annimmt, dass 75 kWh die Nettokapazität ist, entspricht das einer Ladegeschwindigkeit von knapp 1,1 kWh/min – kein Ruhmesblatt.

Technische Daten des Maxus Euniq 6

  • Frontantrieb mit 1 Elektromotor
  • Systemleistung / Drehmoment: 130 kW / 310 Nm
  • 0-100 km/h / Höchstgeschwindigkeit: 10,5 Sek. / 160 km/h
  • WLTP-Stromverbrauch: 21,5 kWh/100 km
  • Akku / WLTP-Reichweite: 70 kWh / 354 km
  • Maße: 4.735 mm Länge / 1.860 mm Breite / 1.736 mm Höhe / 2.760 mm Radstand
  • Kofferraum: 754 Liter, Maximalwert nicht bekannt
  • Anhängelast: 750 kg (gebremst wie ungebremst)

Das Cockpit wirkt allerdings zeitgemäß. Es bietet ein 12,3-Zoll-Instrumentendisplay und einen vertikal eingebauten 10,4-Zoll-Touchscreen. Außerdem ist der Kofferraum mit 754 Liter tatsächlich groß; in einen Ford Mustang Mach-E passen nur 410 Liter oder 510 Liter, wenn man den "Frunk" (vorderen Kofferraum) mitzählt. Das Volumen bei umgeklappten Rücksitzen und dachhoher Beladung gibt Maxus nicht an.

Maxus Euniq 6 (2024: Das Cockpit

Zeitgemäß mit moderner Display-Ausstattung: Das Cockpit

In Deutschland wird der Euniq 6 ausschließlich in der Ausstattung Limited angeboten. Serienmäßig sind hier LED-Scheinwerfer, Schiebedach, elektrisch einstell-, anklapp- und beheizbare Außenspiegel, Sitzheizung vorne, elektrisch bediente Heckklappe, Ledersitze, Klimaautomatik und Ambientelicht. Dazu kommen ein Antikollisionssystem, ein Abstandstempomat (ACC), ein Spurhalteassistent, ein Totwinkelassistent sowie Parkpiepser vorn und hinten sowie ein 360-Grad-Rundumsicht-System.

Die Preise beginnen bei 53.491 Euro. Maxus gewährt fünf Jahre Garantie auf das Fahrzeug bis 100.000 Kilometer sowie eine Batteriegarantie über acht Jahre bis zu 200.000 Kilometer Laufleistung. Die Auslieferung soll im April 2024 beginnen.

Mit 4,74 Meter Länge und 1,74 Meter Höhe ist der Euniq 6 etwa so groß wie das Tesla Model Y, der Ford Mustang Mach-E oder der BMW iX3. Im Vergleich ist der Preis ambitioniert: Das Model Y zum Beispiel gibt es mit 220-kW-Heckantrieb und 455 km Reichweite für 45.970 Euro.

Unter dem Strich

53.000 Euro für ein Mittelklasse-SUV mit 354 km Reichweite und 130 kW Antriebsleistung? Nein, so wird das nichts, liebes Maxus-Team. Da müssen mindestens 10.000 Euro weg, um konkurrenzfähig zu sein. Ein großer Kofferraum, viel Ausstattung und ein zeitgemäßes Cockpit helfen nicht, wenn die Technik so weit zurück hängt.