Der Mercedes EQS erhält demnächst ein Facelift. Dabei bekommt die große Elektro-Limousine optional einen traditionellen Grill und man kann einen Mercedes-Stern oben auf der Haube bestellen. Zu den technischen Verbesserungen gehört eine größere Batterie für mehr Reichweite.

Die Maßnahmen beim Mercedes EQS sollen dem Absatzrückgang bei der Flaggschiff-Limousine entgegenwirken, schreibt Autocar. Außerdem wünscht sich offenbar ein Teil der Kundschaft wieder einen Grill im Stil der fossil angetriebenen S-Klasse und eine klassische Kühlerfigur, wie sie in den 30er-Jahren des letzten Jahrhunderts üblich war und heute nur noch bei Mercedes und Rolls-Royce angeboten wird.

Mercedes S-Klasse (S 580 e 4Matic von 2022)

Grill der Mercedes S-Klasse

Mercedes EQS

Grill des aktuellen Mercedes EQS

"Einige [Kunden] werden den sportlicheren Look beibehalten und den Stern in das Panel integrieren wollen, und einige werden unserer Meinung nach den traditionelleren Look bevorzugen", sagte Mercedes-Chef Ola Källenius bei der jüngsten Quartalsmitteilung gegenüber Investoren. Die schwarz glänzende Blende ("Black Panel") des aktuellen Mercedes EQS bleibt verfügbar, aber nur in Kombination mit dem integrierten Stern. Alternativ gibt es den traditionellen Grill mit horizontalen Chromlinien und den Mercedes-Stern auf der Haube.

Ein Bild des neuen Kühlergrills wurde bei der Veranstaltung gezeigt (siehe unser Titelbild). Dabei betonte Mercedes die Ähnlichkeit mit dem Kühlergrill der S-Klasse.

Zudem werde der EQS mit einer verbesserten Batterie mit neuer Chemie ausgerüstet, womit die Reichweite steigen werde, sagte Källenius. Der geliftete EQS werde ab Juni verfügbar sein, die neue Batterie werde aber wahrscheinlich schon vorher eingebaut, so der Konzernchef.

Batterie des EQS im Jahr 2021: Prismatische Zellen mit NMC811-Chemie

Batterie des EQS im Jahr 2021: Prismatische Zellen mit NMC811-Chemie

Bei der neuen Batterie handelt es sich vermutlich um den Akku, der kürzlich im EQS SUV eingeführt wurde. Bei dem großen SUV stieg die Speicherkapazität von 108 auf 118 kWh. Dadurch erhöhte sich die Reichweite bei der Version 450+ von 671 auf 720 km, also um rund 50 km. Ähnliche Reichweitengewinne sind wohl auch bei Limousine zu erwarten, womit der Maximalwert von 753 auf über 800 km steigen könnte. Die Preise beim EQS SUV änderten sich durch die größere Batterie nicht; ob das bei der Limousine ebenso sein wird, müssen wir abwarten. Bisher beginnen sie bei 109.551 Euro für den EQS 450+.

Außerdem soll es beim Mercedes EQS die Option auf "executive seats" erhalten, ohne diese näher zu beschreiben. Möglicherweise handelt es sich um zwei Einzelsitze im Fond, welche optional die Rückbank ersetzen.

Eine Umstellung des Mercedes EQS auf 800 Volt, die angeblich ebenfalls im Busch ist, wird noch nicht vorgenommen. Diese Änderung soll erst 2025 erfolgen; die entsprechende modifizierte Plattform wird als EVA2M bezeichnet und auch den EQE, EQE SUV und EQS SUV tragen. Zeitgleich wird angeblich auf den neuen Antrieb eATS2.0 umgestellt.

Der EQS-Absatz ging 2023 zurück; die Kundschaft hätte entweder an Verbrenner-Modellen festgehalten oder neuere Elektroautos wie den BMW i7 gekauft, so der Bericht. In Europa halbierten sich die EQS-Verkaufszahlen fast, in Deutschland stiegen sie allerdings von rund 2.700 Stück im Jahr 2022 auf etwa 6.500 Stück im letzten Jahr.

Unter dem Strich

Mit 753 km Reichweite liegt der Mercedes EQS schon jetzt bei der Reichweite ganz vorne – nur dem Lucid Air muss er sich geschlagen geben. Der erwähnte BMW i7 bietet dagegen nur 625 km Reichweite. An diesem Punkt kann es wohl nicht liegen, wenn die Nachfrage zurückging. Wir tippen eher auf das arg kantenlose Design, das zwar gut für die Aerodynamik ist, aber bei vielen nicht so gut ankommt.