Home
News
News
Jedes vierte europäische Elektroauto kommt 2024 aus China
Dagegen helfen Zölle nur kurzfristig, so die Fachleute von T&E

Stefan Leichsenring 
Von: Stefan Leichsenring
28. Mär. 2024 um 13:17 Uhr
Als bevorzugte Quelle InsideEVs auf Google hinzufügen
- (https://twitter.com/intent/tweet?url=https%3A%2F%2Finsideevs.de%2Fnews%2F714193%2Felektroautos-europa-gebaut-china%2F&text=Jedes%20vierte%20europ%C3%A4ische%20Elektroauto%20kommt%202024%20aus%20China&via=insideevsde)
- Kopie
Teilen
Nach einer neuen Analyse von Transport & Environment (T&E) wird 2024 voraussichtlich ein Viertel der in Europa verkauften Elektroautos in China gebaut. Im vergangenen Jahr lag der Anteil europaweit bereits bei fast einem Fünftel (19,5 Prozent), in Deutschland waren es 15 Prozent.
Bisher handelte es sich bei den China-Importen größtenteils um dort produzierte Modelle westlicher Marken, vor allem von Tesla (wohl vor allem das Model 3), Dacia (Spring) und BMW (iX3). Doch chinesische Marken dürften ihren Anteil steigern, glaubt T&E. 2024 dürften sie noch 11 Prozent der Importe nach Europa ausmachen, doch bis 2027 könnte der Anteil auf 20 Prozent steigen, so die Verkehrs-Fachleute. Und diese Prognose soll noch konservativ angesetzt sein. Denn allein BYD will bis 2025 in Europa einen Marktanteil bei Elektroautos von 5 Prozent erreichen.

Um der Flut der Elektroautos aus chinesischer Produktion entgegenzuwirken, denkt die EU über Importzölle nach. Doch diese würden nur kurzfristig zu einer stärker lokalen Produktion beitragen, so T&E. Längerfristig seien eine verstärkte Produktion von Stromern für den Massenmarkt und Investitionen in die europäische Batterieproduktion die einzige Möglichkeit, mit chinesischen Marken zu konkurrieren.
Laut Sebastian Bock, Geschäftsführer von T&E-Deutschland, würden Zölle bewirken, dass die Autohersteller ihre Produktion eher nach Europa verlegen. "Aber Zölle werden die etablierten europäischen Autohersteller nicht ewig schützen. Chinesische Unternehmen werden Fabriken in Europa bauen." Da hat er wohl recht: BYD baut nicht nur eigene Schiffstransporter für Autos, sondern will auch ein Werk in Ungarn errichten.

Das Anheben der EU-Zölle auf Fahrzeugimporte aus China auf 25 Prozent würde mittelgroße Fahrzeuge und SUVs teurer machen als vergleichbare europäische Modelle, so die T&E-Analyse. Kompakt-SUVs und größere Autos aus China dürften dagegen trotz solcher Zölle etwas billiger bleiben.
Die EU sollte nicht versuchen, ihre Autohersteller vor einem fairen Wettbewerb zu schützen, so T&E. Ohne Wettbewerb würde das Angebot an erschwinglichen Elektroautos klein bleiben. Deshalb sollten höhere Zölle "mit einem regulatorischen Vorstoß zur Steigerung der Produktion von Elektroautos einhergehen, Elektrifizierungsziele für Firmenwagenflotten bis 2030 eingeschlossen." Das Ganze müsse beitragen zum vereinbarten Ziel – dem Verbrenner-Aus im Jahr 2035.
Was die Batteriezellen angeht, die derzeit größtenteils aus Asien importiert werden, so sind in China produzierte Zellen laut T&E mindestens 20 Prozent billiger. Dazu komme der technische Vorsprung chinesischer Batteriehersteller. Um den Anteil von Zellen aus Europa zu steigern, seien Subventionen für "Made in EU"-Batterien nötig. Da die nicht in Sicht seien, sollte die EU Zölle für Batteriezellen in Betracht ziehen. Die EU habe mit 1,3 Prozent derzeit die niedrigsten Zölle für Batteriezellen – China läge bei 10 Prozent und die USA bei fast 15 Prozent (für importierte Zellen aus China).
Sebastian Bock sagte: "Batterien sind die neuen Solarzellen. China hat die Nase vorn und seine staatlich geförderten Unternehmen haben enorme Überkapazitäten. Wenn wir es ernst meinen mit einer nachhaltigen und sicheren Batterielieferkette in Europa, müssen wir jetzt Nägel mit Köpfen machen. Eine zweite Chance werden wir nicht bekommen."
Mehr zur Batterieproduktion in Europa:
Northvolt-Batteriefabrik in Heide: Erster Spatenstich erfolgt
VW-Batteriewerk in Nordamerika bekommt Priorität gegenüber Europa
Unter dem Strich
Warum sollen Elektroautos und Batterien in Europa gefertigt werden und nicht in China? Wohl vor allem, um Arbeitsplätze und heimische Industrie zu schützen. Aber was wäre passiert, wenn wir Tesla durch Zölle von Europa ferngehalten hätten? Den Konzernen hätte womöglich der Anreiz gefehlt, sich der Elektromobilität zuzuwenden. Heute sollten Zölle nicht verhindern, dass günstige Elektroautos zu uns kommen. Protektionistische Maßnahmen dürfen nur ein Notnagel sein. Überlegene Produkte sind besser – auch für die Elektrifizierung.
Quelle: T&E
Diesen Artikel teilen
- (https://twitter.com/intent/tweet?url=https%3A%2F%2Finsideevs.de%2Fnews%2F714193%2Felektroautos-europa-gebaut-china%2F&text=Jedes%20vierte%20europ%C3%A4ische%20Elektroauto%20kommt%202024%20aus%20China&via=insideevsde)
- Kopie
Meistgelesen

Alle elektrischen Mittelklasse-SUVs 2026: Modelle, Preise und Reichweiten

BMW iX7 (2028): Erlkönig zeigt riesige Doppelniere und geteilte Scheinwerfer

Das 2CV-Pendant von Fiat soll den Namen Koala tragen

VW ID. Cross jetzt ab 27.995 Euro: Neue Versionen mit 37-kWh-Akku bestellbar
AKTUELLSTE ARTIKEL
- Alle elektrischen Mittelklasse-SUVs 2026: Modelle, Preise und Reichweiten 20 Okt. - Elektroauto-Listen
- BMW iX7 (2028): Erlkönig zeigt riesige Doppelniere und geteilte Scheinwerfer 20 Okt. - Erlkönige
- Retro-Charme auf vier Rädern: Microlino präsentiert exklusive 55 Edition 20 Okt. - News
- Das 2CV-Pendant von Fiat soll den Namen Koala tragen 19 Okt. - Gerüchte
- Smart #5: Basisversion Pro gestrichen, alle Modelle laden mit 800 Volt 19 Okt. - Modellübersichten
- VW ID. Cross jetzt ab 27.995 Euro: Neue Versionen mit 37-kWh-Akku bestellbar 19 Okt. - Preise
- Mercedes-AMG GT SUV: Elektro-SUV mit bis zu 860 kW und 710 kW Ladeleistung 17 Okt. - Neuvorstellungen
Auch interessant

Retro-Charme auf vier Rädern: Microlino präsentiert exklusive 55 Edition

Alle elektrischen Mittelklasse-SUVs 2026: Modelle, Preise und Reichweiten

Mehr zur Technik des Tesla Roadster: Bis zu 1.000 kW, 500 km Reichweite und Düsenantrieb

BMW iX7 (2028): Erlkönig zeigt riesige Doppelniere und geteilte Scheinwerfer

Verbrenner-Aus: Deutschland und Frankreich wollen 90-Prozent-Ziel ohne Kompensationen

Das 2CV-Pendant von Fiat soll den Namen Koala tragen

Tesla Roadster hebt mit Kaltgastriebwerken ab: Produktion soll 2028 starten