In Shenyang, der Sieben-Millionen-Metropole in der nordostchinesischen Mandschurei, wird gefeiert: Das Werk des Joint-Venture-Unternehmens BMW Brilliance Automotive (BBA)  im Stadtteil Dadong stellte nun das sechsmillionste Auto fertig. Es war ein BMW i5 in Frozen Pure Grey.

Erst im Februar 2023 wurde das fünfmillionste Fahrzeug in China gefeiert. Nach nur 15 Monaten kann nun schon ein neues Fahrzeugjubiläum gefeiert werden. Eine Million Autos in 15 Monaten also – das sind durchschnittlich über 15.000 Autos pro Woche. Damit ist schon fast die Kapazität des Tesla-Werks in Shanghai erreicht, die mit rund 950.000 Stück pro Jahr angegeben wird, also etwa 18.000 Autos pro Woche. 

BBA-Chef Franz Decker in bayrischer Tracht bei der Feier zum sechsmillionsten Auto, das im Joint Venture produziert wurde

BBA-Chef Franz Decker erschien bei der Jubiläumsfeier in Shenyang in bayrischer Tracht

Das Jubiläumsmodell des BMW i5 durchlief strenge Qualitätskontrollen. In der Lackiererei kommt dabei eine Automatische Oberflächeninspektion (AOI) zum Einsatz. Dabei werden über 100.000 Fotos von jedem einzelnen Auto aufgenommen. Künstliche Intelligenz identifiziert dann Unreinheiten, Fasern, Kratzer und andere kleinere Mängel am Lack. Die Auffälligkeiten werden per Laser markiert und anschließend behoben.

Parallel zum hohen Fahrzeug-Ausstoß bereitet sich BBA bereits auf die Produktion der Neuen Klasse vor. Denn das Werk in Shenyang soll ab 2026 die ersten Fahrzeuge auf Basis der neuen Plattform fertigen. Damit gehört die chinesische Fabrik zu den vier Standorten, die weltweit die Neue Klasse fertigen sollen – neben Debrezen (Ungarn, ab 2025), München (ab 2026) und San Luis Potosí (Mexiko ab 2027). Vermutlich ist Spartanburg in den USA das fünfte Werk, denn auch dort entsteht eine Batteriemontage für die Neue Klasse.

Die zylindrischen Batteriezellen für die neuen Autos kommen wie gehabt von Zulieferern wie CATL oder Eve sowie Envision AESC. Zu Batterien zusammengestellt werden sie aber von BMW selbst. Dazu entsteht in der Nähe jedes Neue-Klasse-Werks auch eine BMW-eigene Batteriemontage. Eine davon wird in Shenyang aufgebaut, wo dafür 10 Milliarden Yuan (1,3 Milliarden Euro) investiert werden.

BMW-Workshop: Cell-to-Pack und Pack to-open-body

BMWs Batteriekonzept für die Neue Klasse: Cell-to-Pack und Pack-to-open-body (Bild von einem BMW-Technikworkshop im Herbst 2022)

Im vergangenen November wurde das Gebäude für die Batteriemontage fertig, seit März dieses Jahres werden die Maschinen installiert. Die ersten Vorserien-Akkus sollen Ende 2024 vom Band laufen. Sie sollen künftig auch Stabilitätsaufgaben übernehmen – BMW bezeichnet das Konzept als Cell-to-Pack und Pack-to-open-Body. Dabei werden die Zellen direkt (ohne den Umweg über Module) zur Batterie zusammengebaut und dann die Batterie von unten in die offene Karosserie eingesetzt.

Unter dem Strich

Die BMW Group unterhält insgesamt 30 Produktionsstandorte weltweit, Shenyang in China gehört zu den größten. Und das nicht ohne Grund, denn im Reich der Mitte verkaufte BMW im ersten Quartal 2024 fast so viele Autos wie in Europa. Auch bei der Neuen Klasse soll die Produktion so nah wie möglich am Markt stattfinden. Deswegen werden die neuen Fahrzeuge (mitsamt der dazugehörigen Batterien) auf drei Kontinenten gefertigt: Europa, Amerika und Asien.  

Bildergalerie: Sechsmillionstes Auto von BMW Brilliance Automotive