ID.3, 4, 5, 7 und ID. Buzz: Diese ID-Modelle von Volkswagen kennt wohl jeder Elektroauto-Fan. Vielleicht auch noch den ID.6 aus China. Aber ID.Unyx? Nie gehört, zumindest wir nicht. Grund genug, das Modell vorzustellen.

Wenn Sie sich bei dem obigen Bild gedacht haben, diese Karosserie kenn ich doch, dann liegen Sie nicht ganz falsch. Der VW ID.Unyx ist die Volkswagen-Version des Cupra Tavascan. Als Studie wurde der Wagen auf der Beijing Motor Show vorgestellt, die von Ende April bis Anfang Mai stattfand. Was wir nicht mitgekriegt haben, die Kollegen von InsideEVs Brasilien aber durchaus. Bilder und Daten stammen vom chinesischen Ministerium für Industrie und Informationstechnologie (MIIT), das sie schon vor der Messe veröffentlichte.

VW ID.Unyx (2024): Die Seitenansicht des coupéhaften SUVs

VW ID.Unyx: Die coupéhafte Silhouette ist vom Cupra Tavascan bekannt

Das Auto ist das erste Modell aus einer neuen "ID.UX"-Reihe. Zu der sollen gleich fünf neue Elektroautos gehören, die bis 2027 in China auf den Markt kommen. Mit dieser Initiative will Volkswagen im Reich der Mitte Boden gutmachen gegen den Konkurrenten BYD

VW ID.Unyx (2024): Ansicht von schräg vorne

VW ID.Unyx

Cupra Tavascan (2024) in Silber: Ansicht von schräg vorne

Cupra Tavascan

Der ID.Unyx soll noch 2024 in China auf den Markt kommen. Im Vergleich mit dem Schwestermodell ist die Ähnlichkeit mit dem (in China gebauten) Cupra Tavascan gut erkennbar. Nur die Frontschürze, das Innenleben der Scheinwerfer und die Felgen sehen anders aus. Wie beim Tavascan sind A- und B-Säule schwarz gehalten, wodurch sie optisch in den Hintergrund treten– mit etwas Phantasie ergibt sich die Optik eines (Renn-)Helms.

VW ID.Unyx (2024): Das Heck

VW ID.Unyx

Cupra Tavascan (2024): Das Heck

Cupra Tavascan

Auch am Heck gibt es viele Gemeinsamkeiten – wie die fahrzeugbreite Lichtleiste und das illuminierte Logo in der Mitte –, daneben aber auch Unterschiede. So hat die chinesische VW-Version eine große, schwarzglänzende Partie unten, die anders geformt ist als beim Cupra-Äquivalent. 

Ähnlich wie der Tavascan ist der Unyx 4.663 mm lang, 1.860 mm breit und 1.610 mm hoch; der Radstand beträgt 2.766 mm.

Innen bekommt der ID.Unyx ein Instrumentendisplay und einen 15-Zoll-Touchscreen, zudem auch noch ein Head-up-Display. Bilder vom Unyx-Cockpit gibt es nicht, doch es dürfte im Wesentlichen so aussehen wie beim Tavascan, vermutlich aber ohne die Zusatzköpfe am Lenkrad:

Cupra Tavascan (2024): Das Cockpit

Cupra Tavascan: Cockpit mit kleinem Instrumentendisplay und 15-Zoll-Touchscreen

Laut CarNewsChina erhält der VW ID.Unyx zwei verschiedene Antriebe. Das Allradmodell hat wie beim Tavascan eine Systemleistung von 250 kW; dazu werden allerdings ein 170-kW-Heckmotor und eine 80-kW-Maschine vorne kombiniert – während beim Cupra hinten die 210-kW-Maschine zum Einsatz kommt. Auch der Hecktriebler erhält nicht den 210-kW-Motor wie der Tavascan, sondern ebenfalls den 170-kW-Motor. 

Wie der Tavascan wird der Unyx von Volkswagen Anhui produziert, einem Joint Venture zwischen VW und der Anhui Jianghuai Automobile Group, besser bekannt als JAC. Bei der Gründung im Jahr 2017 gehörte die Firma den Partnern zu gleichen Teilen, aber 2020 erhöhte Volkswagen seinen Anteil auf 75 Prozent. Der Cupra Tavascan ist ausschließlich für den Export bestimmt, während ID.Unyx für China gebaut wird.

VW ID.Unyx (2024): Fronthaube mit goldenem VW-Logo

Der ID.Unyx trägt tatsächlich ein goldenes VW-Logo auf der Haube

Als erstes Modell mit goldenem VW-Logo passt der ID.Unyx gut zur Strategie "In China, für China" von Volkswagen. Im Rahmen dieser Strategie will VW auch neue Architekturen einführen, wie die China Electrical Architecture (CEA), die in Zusammenarbeit mit Xpeng entwickelt wurde. Darauf sollen zwei neue Modelle für China entstehen. Davon verspricht sich Volkswagen 40 Prozent niedrigere Produktionskosten als bei Autos auf der MEB-Plattform.

Unter dem Strich

Der VW ID.Unyx dürfte das m wenigsten bekannte ID-Modell von VW sein. Das für China bestimmte Auto ist das Schwestermodell des Cupra Tavascan, dessen Karosserie sich doch recht deutlich von der des ID.5 und Audi Q4 Sportback e-tron unterscheidet. Dass VW den Wagen auch nach Europa bringt, ist nicht geplant.