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MG Cyberster: Das Cockpit wirkt bieder, ist es aber nicht

Erstmals Fotos vom Interieur des Elektro-Roadsters mit den Scherentüren

Cyberster-Cockpit: Nur scheinbar konventionell

Als Studie wurde der MG Cyberster bereits vor über zwei Jahren gezeigt, danach folgten Patentzeichnungen, Teaserbilder, geleakte Bilder aus China und schließlich im April 2023 die Vorstellung des Serienmodells. Wir haben sogar schon Gelegenheit gehabt, den Elektro-Roadster live im Londoner Designstudio zu begutachten. Nur Bilder vom Cockpit gab es noch keine. Bis jetzt.

Natürlich wurde der Innenraum gegenüber der futuristischen Studie  bürgerlicher – auf den ersten Blick viel bürgerlicher. Statt des Playstation-artigen Steuerhorns bekommt die Serienversion des MG Cyberster ein unten abgeflachtes Lenkrad mit bordeauxrotem Lederüberzug (oder einem veganen Alternativmaterial).

Bildergalerie: MG Cyberster (2024)

Doch die bordeauxrote Farbe des Cockpits täuscht: Sie wirkt nobel, aber auch arg bieder. Das passt eigentlich nicht so recht zu dem doch eher ungewöhnlichen Cockpit. So bleibt es bei dem fahrerzentrierten, gebogenen Display: Die Person auf dem Beifahrersitz dürfte wenig von den Inhalten sehen. Einen separaten Touchscreen fürs Infotainment gibt es offenbar nicht. 

MG Cyberster Concept (2021)
MG Cyberster, die ersten Innenaufnahmen

Am Lenkrad unter der Querspeiche gibt es noch einen roten Knopf mit der Aufschrift Super, möglicherweise für eine Launch Control oder den Sportmodus. Links daneben findet sich ein weiterer Knopf mit einem Lenkrad-Symbol, vielleicht für die Assistenzsysteme oder die anderen Fahrmodi. Hinter dem Lenkrad lugen Lenkradwippen hervor, mit denen vermutlich die Rekuperationsstärke erhöht oder abgesenkt wird. Links vom Lenkrad angeordnet ist die Taste für die elektrische Feststellbremse – die Zeiten der traditionellen Handbremse sind wohl vorbei.

Die Konsole zwischen den beiden Sitzen ist so hoch wie bei der Studie von 2021, fällt aber viel breiter aus. Die Fahrmodi P, N, R und D werden über vertikal angeordnete Tasten aktiviert. Rechts daneben scheint es ein Display im Hochformat zu geben – vermutlich für die Klima- und Sitzeinstellungen. Darunter gibt es drei Tasten zum Öffnen der Türen und des Dachs. Denn die Türen öffnen sich scherenartig nach oben wie bei einem Lamborghini. Außerdem gibt es ein textiles Faltdach ähnlich wie bei einem Mazda MX-5:

MG Cyberster Cabrio EV

Technische Daten will MG noch in dieser Woche veröffentlichen, denn dann feiert der Cyberster Premiere beim Goodwood Festival of Speed (13. bis 16. Juli). Doch die Abmessungen sind schon von der Veröffentlichung des chinesischen Ministeriums MIIT bekannt: Der Zweisitzer ist mit 4,54 Meter über einen halben Meter länger als ein Mazda MX-5, und mit 1,33 Meter auch zehn Zentimeter höher – wenn auch für ein Elektroauto immer noch flach. Der Radstand entspricht mit 2.690 mm ungefähr dem des MG4 Electric; vermutlich basiert auch der Roadster auf der Modular Scalable Platform (MSP). 

In dem von uns zusammengefassten Bericht aus China war von einem Allradantrieb die Rede. Wenn man die Maximalleitung der Motoren von 150 kW vorne und 250 kW hinten zusammenzählt, ergeben sich 400 kW – für unser Gefühl fast schon unrealistisch viel Leistung. Andere Berichte sprechen von einer einmotorigen und einer Allradversion.

Angeblich soll es zwei Batterieoptionen geben: Der bekannte 64-kWh-Akku aus dem MG4 Electric und der fürs selbe Modell angekündigte 77-kWh-Akku. Das Gewicht des Roadster wurde vom chinesischen Ministerium mit 1.985 Kilo angegeben. Das ist etwa doppelt so viel, wie ein MX-5 wiegt. Ein Feeling wie in dem kleinen Japan-Modell darf man also wohl nicht erwarten.