Trotz deutschem Minus: Weltweit wächst die Elektromobilität stark
Zu verdanken ist das hauptsächlich China, aber auch USA, Großbritannien und Frankreich wachsen
Das tröstet uns: Deutschland schwächelt bekanntlich derzeit beim Elektroauto-Absatz, aber der Weltmarkt wächst nach wie vor stark. Zu verdanken haben wir das größtenteils China. Das geht aus der neuen Studie des Center of Automotive Management (CAM) hervor.
China baut seine Führung im globalen Elektroauto-Markt weiter aus. In den ersten drei Quartalen des laufenden Jahres wurden dort 4,1 Millionen batterieelektrische Fahrzeuge (BEVs) neu zugelassen. Das sind 18 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. BEVs machen damit 27 Prozent aller Neuzulassungen in China aus. Damit übertrifft das Reich der Mitte die größten Märkte Europas und die USA bei weitem, und zwar nicht nur bei den Gesamtzahlen, sondern auch beim "BEV-Share".
Auch wenn Deutschland schwächelt: Die wirklich großen Elektroauto-Märkte wachsen
Die größten europäischen Elektroauto-Märkte, Deutschland, Großbritannien und Frankreich, spielen mit zusammen nicht einmal 800.000 Neuzulassungen im Vergleich zu China kaum eine Rolle. Die USA liegen bei knapp 950.000 Neuzulassungen. Dort zeigt sich eine moderate Steigerung auf noch niedrigem Niveau: Die Neuzulassungen legten um 8 Prozent zu, aber der BEV-Anteil beträgt im Land der unbegrenzten Verbrenner-Möglichkeiten ebenfalls nur acht Prozent.
Absatztrends in den Elektroauto-Märkten Europas
In Europa zeigt sich ein gemischtes Bild. In Deutschland schrumpfte der Markt um 29 Prozent, die BEV-Quote sank auf 13,1 Prozent. Großbritannien konnte seine BEV-Zulassungen dagegen um 13 Prozent steigern und erhöht den BEV-Marktanteil auf 18 Prozent. Mit 270.000 Neuzulassungen setzt das Vereinigte Königreich dazu an, Deutschland mit seinen rund 276.000 Elektroauto-Neuzulassungen zu überholen. Frankreich konnte mit einem Wachstum von 6 Prozent seine Position ebenfalls verbessern. Der BEV-Marktanteil liegt dort mit 17 Prozent ebenfalls höher als bei uns.
Absatz ausgewählter Automobilhersteller
Tesla war in den ersten drei Quartals des Jahres mit 1,29 Millionen Verkäufen nach wie vor die Nummer eins bei Elektroautos. Die Marke von Elon Musk musste allerdings ein leichtes Minus von 2,4 Prozent schlucken. Der chinesische Erzkonkurrent BYD liegt nach wie vor auf Platz zwei, kann den Abstand zu Tesla aber verkürzen. Denn die BYD-Verkäufe stiegen um 11,5 Prozent auf 1,17 Millionen BEVs.
Der VW-Konzern liegt auf Platz drei. Der Absatz schrumpfte um 4,6 Prozent auf 506.500 Elektroautos weltweit. Da aber auch die Auslieferungen bei anderen Antriebsarten zurückgingen, bleibt der BEV-Anteil mit rund 8 Prozent etwa auf Vorjahresniveau.
Dagegen konnte der BMW-Konzern seine BEV-Verkäufe um 19 Prozent steigern. Knapp 300.000 Elektroautos wurden weltweit verkauft, was einen Anteil von fast 17 Prozent am Gesamtabsatz entspricht. Im Vorjahreszeitraum lag der Anteil noch bei etwa 13 Prozent, der Absatz lag unter 250.000 Stück.
Dagegen ist der BEV-Verkauf bei Mercedes stark rückläufig. Der Absatz sank um fast 27 Prozent auf unter 136.000 Stück. Der Anteil der Elektroautos am Gesamtabsatz sank unter zehn Prozent. Besonders in China kämpft Mercedes mit einem Rückgang der Nachfrage.
"China ist Leitmarkt der Elektromobilität", stellte CAM-Studienleiter Stefan Bratzel fest. Die Elektromobilität in Deutschland sein in einer "kritischen Übergangsphase". Belebend könnten "die Wiedereinführung eines zeitlich begrenzten Kaufzuschusses" und günstigerer Ladestrom sowie eine bessere Ladeinfrastruktur in der Stadt wirken.
Für 2025 erwartet Bratzel jedoch wegen der neuen CO2-Grenzwerte der EU wieder ein Plus. Denn um Strafen zu vermeiden, müssen Autohersteller wie VW ihren BEV-Anteil nächstes Jahr durch Preissenkungen bei Elektroautos deutlich erhöhen.
Unter dem Strich
Nach all den negativen Meldungen zum rückgängigen Elektroauto-Markt in Deutschland tut die Statistik des CAM richtig gut. Denn weltweit ist das Bild deutlich rosiger, der Markt legt stark zu. Auch andere große europäische Märkte zeigen, dass Deutschland mit seiner Negativbilanz eher die Ausnahme als die Regel ist.
Quelle: CAM (per E-mail)
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