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Skoda Elroq 85 gegen Kia EV3 Long Range: Welcher ist besser?

Zwei kleine Elektro-SUVs im Vergleich - mit Ausstattung

Collage zu unserem Vergleich zwischen Kia EV3 (links, mit Kofferraum und Cockpit) und Skoda Elroq
Bild von: InsideEVs

Kleine SUVs gehören zu den beliebtesten Elektroautos; kürzlich haben wir zwei von ihnen gefahren: Anfang November den Kia EV3 und Ende November nun auch den Skoda Elroq. Ein Vergleich der besten Versionen liegt nahe. Die Fahreindrücke zum Elroq dürfen wir erst ab dem 9. Dezember wiedergeben, aber wir können die Daten der attraktivsten Versionen vergleichen. Hier ist unser Ergebnis.

Am öftesten gekauft werden wohl der Kia EV3 Long Range und der Skoda Elroq 85. Bei unserem Vergleich wollen wir uns auf die praxisrelevanten Faktoren konzentrieren. Welche sind das? Neben allgemeinen Faktoren wie Kofferraum, Fahrleistungen, Preis und Ausstattung sind das drei elektrospezifische Daten:

  • Verbrauch: Bestimmt die Kosten mit
  • Reichweite: Bestimmt, wie weit man mit einer Ladung kommt
  • Reichweite-Nachladen in km pro min: Bestimmt, wie lang man an der Säule steht
Kia EV3 (2025): Das Exterieur
Skoda Elroq (2025): Das Exterieur

Datenvergleich

Schluss mit den Vorreden, nun geht es an die Tabelle. Wir lassen den Zahlenverhau weg, darunter Antriebsleistung und Akkukapazität, und nennen nur die oben genannten Daten:

  Kia EV3 Long Range (FWD) Skoda Elroq 85 (RWD)
Kofferraum 460-1.251 Liter 470-1.580 Liter
Preis (Ausstattung) 41.390 Euro
(Ausstattung Air)
44.010 Euro
(mit Regulus-Felgen)
0-100 km/h 7,7 Sek. (17-Zöller) 6,6 Sek.
Höchstgeschwindigkeit 170 km/h 180 km/h
Verbrauch 14,9 kWh/100 km 15,2 kWh/100 km
Reichweite 605 km (17-Zöller) 579 km
Reichweite-Nachladen 13,6 km/min 14,5 km/min

Wie immer bei unseren Vergleichen beruhen die Angaben auf Hersteller- und Normwerten. Den Wert fürs Reichweite-Nachladen in Kilometer pro Minute Ladezeit haben wir aus der WLTP-Reichweite und der vom Hersteller angegebenen Ladedauer für den Hub von 10 auf 80 Prozent SoC errechnet. Alle Werte beziehen sich auf die Version mit der reichweitenstärksten Rad-Reifen-Kombination; deswegen haben wir beim Elroq die "Regulus"-Felgen vorausgesetzt, wodurch der Preis um 110 Euro steigt.

Kia EV3 (2025): Der Kofferraum

Kia EV3: Ziemlich topfebener Ladeboden

Skoda Elroq (2025): Der Kofferraum

Beim Elroq stört die Schwelle an den Sitzen

Wie man sieht, liegen die beiden Modelle nahe beieinander. Nach dem Sitz-Umklappen hat der Kia EV3 rund 300 Liter weniger Kofferraum; er ist ja auch sieben Zentimeter weniger hoch und fast 20 cm kürzer. Aber der Kia-Ladeboden wird nach dem Sitz-Umklappen schön eben, während bei Skoda die nicht plan versenkbaren Sitze stören, wenn man Gepäck in den Wagen schieben möchte, wie oben zu sehen.

Bei Sprint und Spitze ist der Kia ebenfalls unterlegen, er hat 60 kW weniger Leistung und 262 Nm weniger Drehmoment. Beim Verbrauch ist der Kia dagegen besser. Zu den Gründen für den niedrigeren Strombedarf dürften die kleineren Felgen (17 statt 19 Zoll), die vermutlich kleinere Stirnfläche (geringere Höhe) und das geringere Gewicht (1.885 statt 2.119 Kilo) gehören. Aber die 0,3 kWh weniger machen nicht viel aus. Bei einer Jahresfahrleistung von 20.000 km sind das 60 kWh. Selbst wer immer bei Ionity für 69 Cent je kWh lädt, zahlt dafür nur 41 Euro jährlich mehr

Bei der Reichweite liegt der Kia um 26 km vorne, die etwas größere Batterie und der niedrigere Verbrauch machen sich hier bezahlt. Beim Reichweite-Nachladen ist dagegen wieder der Skoda besser. Er kann in einer Minute 1,9 kWh nachladen, der Kia nur 1,8 kWh/min, was den etwas höheren Verbrauch überkompensiert.

Wie praxisrelevant ist all das bei einem "Gewaltmarsch" auf der Autobahn? Man würde idealerweise mit vollem Akku losfahren, ihn "bis auf 10% runterfahren", dann wieder auf 80% laden und wieder bis zum Erreichen von 10% SoC fahren. Die geschafften Strecken mit einmal Nachladen sind fast gleich, und auch die drei Minuten Ladezeit-Unterschied sind kaum praxisrelevant:

Kia: 545 km fahren, 31 Minuten laden, 424 km fahren = 969 km
Skoda: 521 km fahren, 28 Minuten laden, 405 km fahren = 942 km

Zwischenfazit: Die Unterschiede bei Reichweite und Reichweite-Nachladen sind marginal, auch den Verbrauchsunterschied kann man vergessen. Der größere Kofferraum und die besseren Fahrleistungen sprechen jedoch für den Skoda.

Kia EV3 (2025): Das Cockpit

EV3: Zwei 12,3-Zoll-Displays als Einheit

Skoda Elroq (2025): Das Cockpit

Elroq: Kleine Instrumente, großer Touchscreen

Preise und Ausstattung

Sehen wir uns nun noch Preise und Ausstattung genauer an. Der Basispreis ist beim Kia um 2.620 Euro niedriger; wie sieht es bei der Ausstattung aus? Hier eine Tabelle mit nützlichen Features und ihren Aufpreisen:

  Kia EV3 Long Range Air Skoda Elroq 85
Displays Zweimal 12,3 Zoll 5 + 13 Zoll
Klimaanlage Serie (2-Zonen-Klimaautomatik) Serie (2-Zonen-Klimaautomatik)
Navi Serie Serie
Sitz- und Lenkradheizung 1.000 Euro (Winter-Paket) Serie
Wärmepumpe 1.000 Euro (Winter-Paket) 1.080 Euro
Parkpiepser vorn und hinten Serie vorn und hinten Serie
Abstandstempomat (ACC) Serie 1.340 Euro (Clever-Paket)
Schlüsselloser Zugang Serie 1.340 Euro (Clever-Paket)
Dachreling (für Dachbox) Serie Serie
Metallic-Lackierung ab 690 Euro 660 Euro
Basispreis 41.390 Euro (Air) 44.010 € (mit Regulus-Felgen)
Gesamtpreis konfiguriert 43.080 Euro 47.090 Euro
Verbrauch konfiguriert 14,9 kWh/100 km 15,3 kWh/100 km (+0,1 kWh)
Garantie 7 Jahre/150.000 km, auch für den Akku (70% der Speicherkapazität) 2 Jahre ohne km-Begrenzung, 8 Jahre/160.000 km für den Akku

Bei der "nötigen" Ausstattung kann man verschiedener Ansicht sein: Wer Assistenzsysteme ablehnt, braucht keinen Abstandstempomat, wer am warmen Oberrhein wohnt, vielleicht keine Wärmepumpe und keine Sitzheizung. Wir haben nur die für uns wichtigen Elemente in die Konfiguration aufgenommen. Danach ist der Skoda rund 4.000 Euro teurer. Für Kia spricht zudem die großzügige Fahrzeuggarantie.


Unter dem Strich

Kia EV3 Long Range oder Skoda Elroq 85, welcher ist der Bessere? Bei den elektrospezifischen Eigenschaften Reichweite, Reichweite-Nachladen und Verbrauch liegen die Modelle sehr eng beieinander. Der Kia ist nach unserer Konfiguration 4.000 Euro günstiger, hat aber bei voller Beladung 300 Liter weniger Stauraum – was man zur Not mit einer Dachbox (400 Liter mehr Stauvolumen für rund 700 Euro) ausgleichen kann. Bei Skoda spart man eine Sekunde beim Sprint und fährt 10 km/h schneller, aber darauf würden wir pfeifen.

Für den Kia sprechen die großzügige Garantie und der um 4.000 Euro niedrigere Preis, zudem ist der Wagen wegen der geringeren Länge leichter zu parken. So würden wir wohl eher den EV3 nehmen. Aber das Rennen ist so eng, dass man die Daten auch vergessen und "weiche" Faktoren entscheiden lassen kann: Optik innen und außen, Farbauswahl, Bedienung, Fahrgefühl, Sitzkomfort und dergleichen. Mehr zum Thema lesen Sie wie erwähnt in unserem Elroq-Test ab 9. Dezember.