Firefly: Neuer Nio-Stromer startet im ersten Halbjahr 2025
Neue Marke bringt erstes Modell im Honda-e-Stil – und zwar auch nach Europa
Mit Firefly stellt der Nio-Konzern schon seine dritte Elektroauto-Marke vor: Neben Nio selbst gibt es seit Kurzem ja auch noch Onvo. Firefly wird wohl unter diesen beiden Fabrikaten positioniert. Das erste Modell heißt genauso wie die Marke – ein geschickter Schachzug, weil man sich nicht zwei Begriffe merken muss. Firefly ist übrigens das englische Wort für Glühwürmchen. Und das passt, denn es handelt sich um einen Klein- oder Kompaktwagen.
"Firefly ist smarter als Mini und mehr mini als Smart", sagte Nio-Chef William Li und nannte damit schon die Hauptkonkurrenten. Ähnlich wie die Marke Onvo, die wegen der EU-Strafzölle zuerst in Großbritannien starten soll, soll Firefly zunächst nach China kommen, berichtet CarNewsChina. Dort soll der Neuling im April 2025 starten. Doch schon im ersten Halbjahr 2025 wird Firefly nach Europa kommen, meldet Reuters unter Berufung auf den chinesischen Hersteller.
Bildergalerie: Nio Firefly (2025)
Das Exterieurdesign erinnert an den Honda e, doch statt zwei großen Rundscheinwerfern leuchten einem jeweils drei runde Elementen links und rechts entgegen. Darum herum gibt es eine schwarze Blende mit schräger Schraffur. Dahinter folgen eine kurze Fronthaube, ein Dach in Kontrastfarbe und eine breite C-Säule. Gestaltet wurde der Firefly wurde von Kris Tomasson, dem Design-Vizepräsidenten von Nio, der seinen Entwurf im folgenden Video erklärt:
Die Abmessungen nennt Nio noch nicht, doch der Wenderadius wird mit 4,7 Meter angegeben, der Wendekreis misst also 9,4 Meter. Damit ist der Firefly deutlich wendiger als der 4,26 Meter lange VW ID.3 (10,2 Meter) oder der Mini Cooper Electric, der trotz der geringen Länge von nur 3,58 Meter einen Wendekreis von 10,8 Metern hat.
Der Kofferraum des Firefly mit deutlicher Schwelle
Das Stauabteil des ID.3: Kleine Schwelle
Der Kofferraum ist mit dem des ID.3 vergleichbar: Das maximale Kofferraumvolumen beträgt rund 1.250 Liter; dazu kommt noch ein 92 Liter großer Frunk. Beim ID.3 werden 385-1.267 Liter angegeben, einen vorderen Kofferraum gibt es hier nicht. Der große Frunk des Glühwürmchens und der Ladeanschluss hinten deuten auf einen Heckantrieb hin, aber offiziell ist das nicht.
Zur Technik verriet Nio noch wenig bis nichts. Doch soll der Firefly EV wie alle Nio-Fahrzeuge Wechsel-Batterien erhalten. Anders als bei Onvo können sie aber nicht an den neueren Power Swap Stations von Nio gewechselt werden; die Wechselstationen sollen aber weniger kosten.
Der Vertrieb soll über das Händlernetz von Nio laufen – während Onvo eigene Kanäle bekommen soll. Der Vorverkaufspreis in China liegt bei 148.800 Yuan, also knapp 20.000 Euro. Das entspricht den Preisen der Konkurrenten: Den Mini Cooper E mit 135 kW gibt es laut chinesischer Mini-Website ab ebenfalls ab 148.800 Yuan. Der Smart #1 kostet mit 154.900 Yuan ähnlich viel, wie dem chinesischen Konfigurator zu entnehmen ist. Für den VW ID.3 mit 125 kW werden laut chinesischer VW-Website derzeit sogar nur 119.888 Yuan verlangt, also etwa 16.000 Euro.
In Deutschland kostet der Mini Cooper E 28.150 Euro, der Smart #1 Pure nach Abzug der zunächst bis 9. Januar gültigen "Smart-Prämie" jedoch 30.990 Euro. Den VW ID.3 gibt es schon unter 30.000 Euro; die Aktion wurde laut Konfigurator bis 31. März 2025 verlängert. An diesen Beträgen dürfte sich Nio bei der Festlegung des deutschen Preises orientieren.
Unter dem Strich
Schick sieht er aus, der neue Firefly, und man darf wohl erwarten, dass er relativ günstig sein wird. Wenn sich Nio an den Rivalen orientiert, dürfte das Auto zwischen 28.000 und 35.000 Euro kosten. Falls die technischen Daten passen, steht dem Markterfolg aber noch ein weiteres Hindernis entgegen: Die deutsche Kundschaft ist generell skeptisch gegenüber neuen Marken. Aber vielleicht traut sie sich bei einem günstigen Firefly eher als bei einem teuren Nio-Modell?
Quelle: CarNewsChina, Reuters
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