Zum Hauptinhalt springen

Mazda kündigt eigene Elektro-Plattform für 2027 an

Zudem soll noch ein Elektro-Crossover starten, womöglich auf gleicher Plattform wie der 6e

Neue Elektroauto-Plattform von Mazda
Bild von: Mazda

Erst im Januar überraschte Mazda mit dem 6e, einer großen Elektrolimousine mit bis zu 552 km Reichweite, die im Sommer 2025 kommen soll. Nun kündigt die japanische Marke noch einen elektrischen Crossover an, der zwischen 2025 und 2027 starten soll und eine neue Elektroplattform.

Die neue, von Mazda selbst entwickelte Plattform ist für batterieelektrische Fahrzeuge gedacht. Sie soll sowohl bei der Hardware als auch bei der Software äußerst flexibel sein und "verschiedene Batterietypen und Fahrzeugmodelle" ermöglichen. Die von Mazda veröffentlichten Röntgenbilder zeigen die Umrisse eines SUVs. Das erste Modell auf dieser Basis soll 2027 auf den Markt kommen und wird in Japan für alle globalen Märkte produziert. Die Batteriezellen kommen von Panasonic. Mehr Angaben dazu gibt es noch nicht.

Neue Elektroauto-Plattform von Mazda

Die Bilder zeigen Akku und Fahrwerk, aber noch keine Motoren

Bild von: Mazda

Außerdem ist noch ein drittes Modell geplant, und zwar ein Elektro-Crossover. Der angekündigte Einführungszeitraum ist mit "2025 bis 2027" sehr vage. Es wäre theoretisch sogar möglich, dass es sich um das gleiche Fahrzeug handelt. Doch der Ausdruck "darüber hinaus" lässt darauf schließen, dass dem nicht so ist. Hier der Originalton:

"Die [neue Elektro-]Plattform wurde mit Blick auf zukünftige Technologien entwickelt und stellt sicher, dass Mazda auch weiterhin an der Spitze der EV-Innovation steht. Nach dem Mazda6e im Jahr 2025 wird darüber hinaus in der zweiten Phase der Elektrifizierung zwischen 2025 und 2027 ein weiteres neues Crossover-EV-Modell auf den Markt kommen." (Mazda)

Im Januar sagte Mazda bei der 6e-Premiere, ein weiteres Modell auf der gleichen Plattform solle folgen, und zwar kein Kombi. Möglicherweise war der nun angekündigte Crossover gemeint. Da die Technik des 6e von Changan stammt, liegt ein Modell wie der Changan Deepal S07 nahe; der Radstand ist fast identisch (S07: 2.900 mm, Mazda 6e: 2.895 mm), doch dieses Modell will Changan selbst nach Deutschland bringen. 

Mazda 6e (2025): Das Exterieur

Mazda 6e: Teilt sich viele Komponenten mit dem ...

Bilder von: Mazda
Changan Shenlan SL03

... Changan Shenlan SL03. Aber auch die Optik ist sehr ähnlich

Auf dem Mazda Multi-Solution Briefing in Tokio kündigte Mazda-Chef Masahiro Moro außerdem an, die Ära der Elektrifizierung "flexibel zu durchlaufen". Dabei soll das Investitionsvolumen durch Kooperationen sowie durch effizientere Entwicklung und Fertigung reduziert werden. Demonstriert habe man das Potenzial solcher Kooperationen bereits durch die Partnerschaft mit dem chinesischen Autohersteller Changan, der den Mazda 6e produziert und wohl auch entwickelt hat – das Auto teilt sich viele Komponenten mit dem Shenlan SL03. Auch habe man Technologiepartnerschaften mit Toyota, Denso und BluE Nexus.

Bei der Entwicklung will man Digitalmodelle stärker nutzen – also wohl die Technik, bei der zuerst ein digitaler Zwilling von Produktionseinrichtungen entsteht, bevor der erste Spatenstich erfolgt. Bei der Produktion sollen künftig BEVs und Verbrenner auf einer Produktionslinie produziert werden, und zwar in bestehenden Anlagen. Gegenüber dem Neubau von Werken spart das Zeit und Geld. Bei der Fertigung sollen künftig auch fahrerlose Transportfahrzeuge eingesetzt werden, was die Flexibilität erhöht.

Flexibel bleiben will Mazda auch in puncto Antrieb. Die "Multi-Solution-Strategie" des Unternehmens umfasst Verbrenner, Vollhybride und batterieelektrische Fahrzeuge. So stellte Mazda auch einen "Skyactiv-Z"-Verbrennungsmotor (Motor1) vor, bei dem es sich um ein weiterentwickeltes Skyactiv-X-Aggregat handelt. Der Vierzylinder mit 2,5 Liter Hubraum und SPCCI-Brennverfahren kombiniert Elemente von Benzinern und Dieselmotoren. Das Aggregat soll Autos der Small-Plattform von Mazda antreiben, die Technik soll aber auch in den Sechszylinder-Benziner der Large-Plattform sowie ab 2027 in ein Vollhybridsystem Einzug halten.

Bildergalerie: Mazdas neue Elektro-Plattform (2027)

Unter dem Strich

Mazda gibt Gas bei der Elektrifizierung. Nach der Einstellung des erfolglosen MX-30 als Elektroauto setzt der Hersteller zunächst auf die Kooperation mit Changan, um schnell Modelle auf den Markt zu bringen. Eine eigene Elektroplattform soll es erst ab 2027 geben. Was diese außer hoher Flexibilität bietet, bleibt einstweilen noch völlig offen.