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Hyundai will offenbar eigene Elektroauto-Batterien entwickeln

Eine Taskforce wurde gegründet – angeblich in Reaktion auf das neue Schnellladesystem von BYD

Hyundais E-GMP-Plattform
Bild von: InsideEVs

Bisher verwendet der Hyundai-Konzern in seinen Elektroautos Batteriezellen von Zulieferern wie LG oder SK On. Doch künftig will die Hyundai Motor Group offenbar eigene Batterien entwickeln und hat dazu eine Taskforce gegründet. Hintergrund ist offenbar die neue Batterie von BYD, die mit bis zu 1.000 kW geladen werden kann.

Am 7. April hat Hyundai die B Task Force (TFT) gegründet, berichtet die koreanische Tageszeitung Chosun. Ziel sei die langfristige Stärkung der Batterie-Wettbewerbsfähigkeit. Das neue Team solle die interne Batterieentwicklung leiten und vorantreiben. Mitglieder der Taskforce seien Batterieexperten des Konzerns unter Führung von Executive Vice President Jung Jun-cheul, so der Bericht.

Schon bisher hatte der Konzern eine eigene Batterieentwicklungs-Abteilung, schreibt die Zeitung. Deren Rolle beschränkte sich jedoch auf die Zusammenarbeit mit den Zulieferern, sie sollte die gelieferten Zellen nur für den Einsatz in den eigenen Elektroautos anpassen. So besäßen der Hyundai Kona Electric und der Casper Electric (bei uns als Inster verkauft) sowie der Kia EV3 bereits Akkus, die vom Hyundai-Konzern und LG gemeinsam entwickelt wurden.

Hyundai Ioniq 5 (2025): Das Exterieur

Hyundai Ioniq 5: Lädt in 18 min Strom für 399 km nach

Bild von: Hyundai
BYD Han L

BYD Han L: Lädt in 5 min 400 km Reichweite nach

Bild von: BYD

Offenbar fürchtet der Konzern, nach der Vorstellung der extrem schnell ladenden Batterie von BYD ins Hintertreffen zu geraten. Als Hauptvorteil von Fahrzeugen wie dem Hyundai Ioniq 5 gilt das 800-Volt-System, mit dem schnelles Laden möglich ist. Von Hyundai und Kia (und einigen China-Exoten) abgesehen, gibt es kaum bezahlbare Fahrzeuge mit 800-Volt-System.

BYD hatte kürzlich zwei Fahrzeuge vorgestellt, die in nur fünf Minuten Strom für 400 km nachladen sollen und Ladeleistungen von bis zu 1.000 kW erreichen. Sie besitzen eine LFP-Batterie; die 1.000 kW (1.000 Ampere und 1.000 Volt) werden über zwei Ladekabel erreicht. Das System wird von Fachleuten als wegweisend eigeschätzt.

Der Hyundai Ioniq 5 lädt mit bis zu 260 kW, offizielle Angaben zum Reichweite-Nachladen gibt es nicht. Ein Ladehub von 10 auf 80 Prozent soll jedoch 18 Minuten dauern. In dieser Zeit wird Strom für 70 Prozent der maximalen WLTP-Reichweite von 570 km nachgeladen, also für 399 km. BYD braucht für 400 km nur 5 min, auch wenn sich das auf die Reichweite nach chinesischer CLTC-Norm bezieht.

Das Tesla Model 3 soll laut Firmen-Website am Supercharger in 15 min Strom für 282 Kilometer nachladen können, allerdings nicht nach WLTP, sondern bei konstant 100 km/h. Für den Mercedes CLA werden 300 km in zehn Minuten angegeben, Audi nennt für den A6 e-tron 310 km in zehn Minuten.

Ganz überraschend kommt die Nachricht zu möglichen Hyundai-Batteriezellen nicht. Denn Hyundai spricht schon seit einiger Zeit von einer "Internalisierung" der Batterie-Technologie. Auto Motor und Sport hatte im Oktober berichtet, dass Hyundai eine eigene LFP-Batterie herstellen will, die eine Energiedichte von 300 Wattstunden pro Kilogramm haben sollte. Sie war aber für Kleinwagen gedacht, von schnellem Laden war nicht die Rede. Außerdem wurde kürzlich eine Pilotfertigung für eigene Festkörperzellen in Betrieb genommen. Bis 2030 will der Konzern eigene Festkörperakkus haben.

Unter dem Strich
 
Hyundai will eigene Batteriezellen entwickeln. Aller Wahrscheinlichkeit nach hat das damit zu tun, dass man fürchtet, sein Alleinstellungsmerkmal zu verlieren: Das schnelle Laden im Volumensegment. Denn BYD zeigt mit seinem 1.000-kW-Laden, was alles möglich ist. Und das mit LFP-Chemie, die bis vor Kurzem nur als günstige Alternative für Billigautos galt.