Mercedes-AMG EQS 53 4Matic+ nicht mehr konfigurierbar
Topmodell ersatzlos gestrichen – möglicherweise wegen des EQS-Facelifts, das auf der IAA stehen soll
155.009 Euro: So viel kostete der Listenpreis des Mercedes-AMG EQS 53 4Matic+. Kostete, denn die 484 kW starke Topmotorisierung der EQS-Baureihe ist nicht mehr konfigurierbar. Das Auto ermöglichte einen Tempo-100-Sprint in 3,8 Sekunden. Mit dem optionalen Dynamik-Plus-Paket stieg die Leistung gar auf 560 kW und der Sprintwert sank auf 3,4 Sekunden.
Nun ist der EQS 580 4Matic mit 400 kW die stärkste Variante der großen Elektrolimousine. Auch diese Version sprintet noch in 4,4 Sekunden auf Referenztempo und kostet mit 141.705 Euro rund zehn Prozent weniger als der AMG-Allradler.
Bildergalerie: Mercedes-AMG EQS 53 4Matic (2022)
Das inoffizielle, aber gewöhnlich gut unterrichtete Mercedes-Portal MBPassion hatte bereits im Februar gemeldet, dass die Topversion ausläuft. Da das Modell aber weiter konfigurierbar war, blieben wir skeptisch – und checkten regelmäßig, ob der Konfigurator das AMG-Modell noch enthielt. Heute war es nicht mehr enthalten.
Laut MBPassion war die AMG-Version nicht nur die stärkste, sondern auch die meistgekaufte Modellversion. Wenn wir die Meldung recht verstehen, ging der Absatz in letzter Zeit aber zurück. In wirtschaftlich schlechten Zeiten lässt die Nachfrage nach Luxusprodukten normalerweise besonders nach, und die Topmotorisierung der teuersten Elektro-Limousine von Mercedes gehört sicher in diese Kategorie, zu der auch Champagner, Gucci-Handtaschen und dergleichen gehören.
Es ist aber auch denkbar, dass die gestrichene Motorisierung mit dem erwarteten Facelift des EQS zu tun hat. Der EQS soll dabei eine 800-Volt-Architektur, den neuen Antriebsstrang eATS 2.0 samt Zweiganggetriebe und ähnliche Batterien wie der neue CLA EQ erhalten – aber sicher mit mehr Speicherkapazität, denn bisher hat der EQS 118 kWh netto. Zudem wird die Front überarbeitet und die Leuchten zeigen künftig den Mercedes-Stern.
Nach dem MBPassion-Artikel vom Februar soll die Variante noch bis Mai produziert werden. Möglicherweise reichen die bisher eingegangenen Bestellungen noch bis zu diesem Zeitpunkt. Die AMG-Version wurde seit Dezember 2021 in Sindelfingen gebaut. Sie war das erste batterieelektrisch angetriebene AMG-Modell auf Basis der Plattform EVA.
Unter dem Strich
Mercedes streicht das Topmodell der Baureihe EQS. Das AMG-Modell war zuletzt wenige gefragt. Mit dem Facelift, werden die Karten beim Antrieb neu gemischt. Möglicherweise kommt dann wieder eine ähnlich starke Version. Die Facelift-Version soll Premiere auf der IAA feiern.
Quelle: EQS-Konfigurator, MBPassion
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