Mercedes EQS Facelift mit "Sternenlicht" in neuem Erlkönig-Video
Modell erhält 800-Volt-Technik, neue Antriebe sowie Akkus – alles ähnlich wie beim CLA EQ
Dass der Mercedes EQS 800-Volt-Technik erhält, war gerüchteweise bereits länger bekannt. Wir hatten eigentlich längst mit der Vorstellung des Facelifts gerechnet. Nun gibt es genauere Angaben dazu und ein neues Erlkönig-Video, in dem die große Elektro-Limousine mit dem "Sternenlicht" zu sehen ist. Anders als beim CLA gibt es hier zwei Sterne pro Seite.
Technisch erhält der EQS neben der 800-Volt-Technik auch noch den neuen Antriebsstrang eATS 2.0 samt Zweiganggetriebe und das Betriebssystem MB.OS. Damit fließen offenbar etliche Innovationen aus dem gerade detailliert vorgestellten Mercedes CLA EQ und der MMA-Plattform in den Mercedes EQS ein.
Das gilt auch für die Batterien der fünften Generation, die im CLA debütieren, berichten die Mercedes-Portale JesMB und MBPassion. Dass es sich um die 85-kWh-Batterie mit NMC-Kathoden und siliciumreichen Anoden aus dem CLA handelt, ist jedoch unwahrscheinlich, denn im EQS werden bisher 118 kWh verbaut. Eine Bestückung mit LFP-Zellen, wie sie beim CLA geplant ist, ergibt im EQS wohl ebenfalls wenig Sinn. denn damit sinkt die Energiedichte.
Die Akkus im CLA haben stets vier Module. Sind es beim EQS sechs? Bei gleichen Modulen ergäbe das knapp 128 kWh ...
Die Akkus im Mercedes CLA EQ enthalten nur noch vier Module, die jeweils mit 48 Zellen bestückt werden. Zum Start sind es NMC-Zellen, später wird es eine LFP-Batterie geben. Sämtliche Zellen werden in Reihe geschaltet (192s1p), was die hohe Spannung von 800 Volt ergibt. Vermutlich werden im EQS die neuen Zellen verbaut, aber in höherer Zahl. Einfach die Zahl der Module auf sechs zu erhöhen, wäre rechnerisch möglich, aber es muss auch die Verschaltung geändert werden, denn 288 Zellen (48 mal 6) ergäben in Serie geschaltet schon über 1.000 Volt.
Durch die 800-Volt-Technik werden sich die Ladeeigenschaften an die des CLA angleichen. Bisher lädt der EQS mit bis zu 200 kW, was wegen der Limitierung des CCS-Ladeanschlusses auf 500 Ampere auch das Maximum für ein 400-Volt-System darstellt. Bei einer Systemspannung von 800 Volt erhöht sich das Limit auf maximal 400 kW – wovon der CLA 320 kW nutzt. Parallel werden sich die Ladezeiten verkürzen. Die 85-kWh-Batterie mit NMC-Zellen aus dem CLA lässt sich in 22 Minuten von 10 auf 80 Prozent bringen. Beim bisherigen EQS dagegen dauert das Laden der 118-kWh-Batterie 31 Minuten.
Die Hinterachse des CLA mit PSM, Zweiganggetriebe und Siliciumcarbid-Inverter
Die Motoren, die laut JesMB derzeit noch von Siemens Valeo kommen, werden durch eine Eigenentwicklung ersetzt, die in ähnlicher Form auch im CLA arbeitet. Im CLA hat die hintere Maschine 200 kW, beim EQS wird es wohl mehr sein, denn schon die bisherige Basisvariante EQS 450+ mit Heckantrieb hat 265 kW. Bei den Allradmodellen sind mindestens 360 kW zu erwarten, schreibt JesMB, ohne einen Grund für diese Angabe zu nennen. Das Allrad-Einstiegsmodell beim bisherigen EQS hat (wie der EQS 450+) 265 kW; darüber gibt es den EQS 500 4Matic mit 320 kW, den EQS 580 4Matic mit 400 kW und den AMG 53 mit 484 kW.
Da die neuen Motoren effizienter arbeiten und wie beim CLA neue Siliciumcarbid-Inverter hinzukommen, soll die Maximalreichweite auf fast 900 Kilometer ansteigen. Bisher schafft der EQS 450+ 816 km nach WLTP, was ihm bereits Platz 2 bei den reichweitenstärksten Modellen sichert.
CLA EQ mit vielen kleinen Licht-Sternchen, großem mittigem Stern und je einem Stern in den Scheinwerfern vorne ...
... und gestrichelter Lichtleiste sowie roten Sternen in den Leuchten hinten
Auch die die Optik wird überarbeitet. Wie bereits von einem früheren WalkoArt-Video bekannt, gehört dazu eine Lichtsignatur mit je zwei Sternen in den Scheinwerfern, die beim Blinken auf Gelb umgeschaltet werden. Die durchgehende Lichtleiste hinten dagegen sieht im Video ähnlich aus wie beim aktuellen Modell; hier wird es wohl keine Sterne geben. Der "Grill" – bisher eine geschlossene Fläche mit Chromstreben – wird wohl durch eine ähnliche Lösung wie beim CLA ersetzt: eine mit kleinen Leucht-Sternchen übersäte Fläche mit zentralem großem Stern, der ebenfalls hinterleuchtet ist. Der gerade erst eingeführte, optionale Stern auf der Haube bleibt aber vermutlich im Angebot.
Der aktuelle Mercedes EQS von vorne ...
... und von hinten
Das Facelift soll auf der Münchner IAA Mobility im September Premiere feiern, wobei der Marktstart dann im Frühjahr 2026 erfolgt. Ähnliche technische Änderungen werden wohl danach auch die übrigen Modelle auf der EVA2-Modelle erhalten, also der EQE und die beiden SUV-Varianten.
Unter dem Strich
Vieles von den Innovationen im CLA wird nicht auf die zugrundeliegende MMA-Plattform beschränkt bleiben. Die 800-Volt-Batterien und den neuen Antriebsstrang eATS2.0 erhalten auch die größeren Modelle auf den EA-Plattformen wie der GLC und die elektrische C-Klasse. Aber auch die EVA2-Modelle profitieren davon. Ein Oberklassemodell wie der EQS mit älterer Technik als beim Einstiegsmodell CLA EQ wäre ja auch schlecht vermittelbar.
Quelle: WalkoArt auf Youtube via MBPassion, JesMB
Auch interessant
Mercedes EQS (2026) mit 800 Volt jetzt konfigurierbar
Jeep Avenger (2027): Neues Modelljahr mit beleuchtetem Grill
Mercedes EQS: Facelift mit Steer-by-Wire und Steuerhorn
"Pleos Connect": Neues Infotainment für Hyundai, Kia, Genesis
Mercedes EQS Facelift: Bald mit 800 Volt und Steer-by-Wire-System
Leapmotor B05 Ultra: Startet die Sportversion bald bei uns?
Mercedes EQS mit Festkörperakku schafft 1.205 km ohne Nachladen