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Für eine persönlichere Erfahrung

VW ID.3 Pro schon seit Mai 2024 auf 170 kW aufrüstbar (Update)

Power Upgrade von 150 auf 170 kW für 629 Euro einmalig oder als Abo für 18,90 Euro monatlich

VW ID.3 Pro (2023)

Der VW ID.3 Pro hat normalerweise 150 kW Antriebsleistung, der Pro S bietet 170 kW. Ab dem Modelljahr 2025 kann man den Pro auch nachträglich auf 170 kW aufrüsten. Dafür zahlt man entweder einmalig 629 Euro und behält damit die Mehrleistung für immer oder man zahlt monatlich 18,90 Euro und bekommt damit zum Beispiel mehr Power für die Ferien.

Dieses Function-on-Demand-Angebot ist allerdings nicht neu, wie uns ein VW-Sprecher im Nachgang zu diesem Artikel schrieb. Das Power-Upgrade wird schon seit Mai 2024 offeriert, was auch per Pressemeldung kommuniziert wurde und wir damals sogar meldeten. Insofern müssen wir uns hier korrigieren. Am Angebot als solchem ändert das jedoch nichts, und wir halten die Details denn doch für berichtenswert. 

Der Pro kostet mit dem VW-Herstellerrabatt 32.925 Euro, der ID.3 Pro S aber 40.525 Euro, also rund 8.000 Euro mehr. Außer der höheren Leistung bekommt man dafür aber vor allem eine um 20 kWh größere Batterie mit 79 statt 59 kWh. Der Aufpreis von 629 Euro rentiert sich also locker, wenn man nur die höhere Leistung des Pro S haben möchte. Durch die höhere Leistung verkürzt sich auch die Sprintzeit von 7,6 auf 6,6 Sekunden, wie VW im Mai 2024 schrieb.

Das Drehmoment wächst von 265 auf 310 Newtonmeter. Reichweite und Verbrauch bleiben dagegen gleich, berichtete Auto Motor und Sport unter Berufung auf den Hersteller. Das heißt, der Pro behält seine WLTP-Reichweite von 434 km, während es der Pro S nach WLTP-Norm auf 568 km bringt.

Im Kraftfahrzeugschein erscheint beim neuen ID.3 Pro immer 170 kW, egal ob man das Power Upgrade aktiviert hat oder nicht (Screenshot aus dem Konfigurator)
Bild von: Volkswagen

Im Konfigurator findet sich beim ID.3 Pro unter "Serienausstattung/Sicherheit und Technik" der Vermerk "Vorbereitet für spätere Freischaltung: 'Performance Upgrade', Systemleistung 170 kW". Bei den technischen Daten wird 150 kW als Systemleistung und 170 kW als Höchstleistung des E-Motors angegeben. Unter dem Hinweis zum Herstellerrabatt findet sich noch der Hinweis, dass im Fahrzeugschein immer die höchstmögliche Leistung angegeben ist, hier also 170 kW – auch wenn man nur einen normalen ID.3 Pro ohne Power Upgrade fährt.

Voraussetzung für das Upgrade sind ein "Volkswagen-ID-Benutzerkonto", das mit dem Fahrzeug verknüpft ist, und ein VW-Connect-Vertrag. Das Upgrade kann nicht schon im Konfigurator bestellt werden, sondern nur nachträglich am Touchscreen des Autos oder auf der VW-Website geordert werden. Auch die Softwareversion 3.2.1 ist Voraussetzung, beim Modelljahr 2025 aber wohl immer vorhanden – wer noch Version 3.0 hat, kann das Update kostenfrei in der VW-Werkstatt durchführen lassen.

Die Möglichkeit wird auf der VW-Website zu den Upgrades für die ID-Modelle aufgeführt. Denn es gibt noch weitere Möglichkeiten, ein ID-Modell nachträglich zu verbessern. Für den ID.3 des Modelljahres 2025 kann man die Navigation, den Abstandstempomaten (ACC), die Klimaautomatik, die mehrfarbige Ambientebeleuchtung und eben das Performance-Upgrade nachrüsten. Das in der unten gezeigten Preistabelle genannte Komfortpaket, das "Assistenzpaket IQ.Drive" und den Light Assist ist nur für andere ID-Modelle verfügbar. 

Preise für die ID-Upgrades (Screenshot von der VW-Website)
Bild von: Volkswagen

Mercedes bietet ein ähnliches Leistungs-Upgrade für den EQE an, aber nur für die USA. BMW offeriert die zeitweise Freischaltung der Sitzheizung und auch bei Tesla gibt es "Full Self Driving" im Abo oder als einmaliges Upgrade. Die neuen Fahrzeuge des ID.3 Pro sind unseres Wissens aber die ersten Elektroautos in Deutschland, bei denen sich auch die Antriebsleistung nachträglich erhöhen lässt.

Unter dem Strich

Die nachtägliche Freischaltung von Funktionen polarisiert. Manche Autofans fühlen sich provoziert, wenn sie hören, dass ihr Auto zum Beispiel die Hardware für eine Sitzheizung hat, dass sie für die Freischaltung aber extra zahlen sollen. Die Frage ist, ob sie sich auch aufregen würden, wenn die Hardware vorhanden wäre, sie aber nicht freischaltbar wäre. Vermutlich würden sie das gar nicht erfahren.

Dergleichen gab es aber schon früher. So gab und gibt es den 1,0-Liter-Turbobenziner von Ford in verschiedenen Leistungsstufen, und nicht alle unterscheiden sich in der Hardware (durch einen größeren Turbolader). Die verschiedenen Leistungen wurden oder werden per Software generiert.

Auch die zahlreichen Auto-Tuner beweisen tagtäglich, dass man mehr Leistung aus Verbrennern herausholen kann, indem man die Motorsteuerung verändert. Und bei Elektroautos sind verschiedene Leistungsstufen mit gleicher Hardware ohnehin gang und gäbe. Wir haben nichts gegen die nachträgliche Freischaltung, sie eröffnet der Kundschaft neue Möglichkeiten, und bei den Herstellern führt sie zu weniger Komplexität.