Mercedes eIntouro: Elektrischer Überlandbus mit 500 km Reichweite
400 KW starke Elektroversion des Intouro kann mit einem oder zwei 207-kWh-Batterien bestückt werden.
Weltpremiere auf der Busworld Europe 2025 in Brüssel: Am vergangenen Freitag präsentierte Daimler Buses seinen ersten batterieelektrischen Überlandbus, den Mercedes eIntouro. Der Elektroantrieb bietet 400 kW Antriebsleistung. Mit zwei à 207 kWh bestückt, schafft der Bus bis zu 500 Kilometer ohne Nachladen; danach wird mit maximal 400 kW aufgeladen.
Der eIntouro basiert auf dem Mercedes Intouro mit Diesel. Zwei Längen stehen zur Wahl: der eIntouro mit 12,18 Meter und der 13,09 Meter lange eIntouro M. Damit sind Bestuhlungsvarianten mit 50 bis 63 Sitzen möglich.
Der elektrische Zentralantrieb liefert 320 kW Dauerleistung und 400 kW Spitzenleistung. Der Elektrobus wird wahlweise mit einem oder zwei Batteriepaketen mit jeweils 207 kWh angeboten, die Long-Range-Version hat also eine Speicherkapazität von 414 kWh. Das erste Batteriepaket ist dabei immer hinter der Vorderachse untergebracht, um eine optimale Gewichtsverteilung zu gewährleisten. Die optionale zweite Batterie findet ihren Platz im bisherigen Motorraum im Heck.
Die Batterien und viele andere Hochvoltkomponenten sind bereits im batterieelektrischen Fernverkehrs‑Lkw Mercedes eActros 600 im Einsatz. Sie enthalten Zellen mit einer Lithium-Eisenphosphat-Chemie (LFP). Diese sollen sich durch eine besonders lange Lebensdauer von bis zu 15 Jahren auszeichnen. Als weiteren Vorteil nennt der Hersteller den kleinen Puffer zwischen Brutto- und Nettokapazität; so können über 95 Prozent der Bruttokapazität genutzt werden.
Mit zwei Batteriepaketen sind, abhängig von Fahrweise, Topografie und Witterung, bis zu 500 Kilometer ohne Nachladen möglich, verspricht Daimler Buses. Damit soll sich der eIntouro nicht nur für den Schulbus-, Überlandlinien- oder Werkverkehr eignen, sondern auch für Ausflüge und Kurzreisen. Aufgeladen wird wie bei einem Pkw über einen CCS-Typ-2-Stecker. Dabei sind mit zwei Batteriepaketen bis zu 400 kW Ladeleistung möglich, bei einer Batterie bis zu 225 kW. Angaben zur Ladedauer macht der Hersteller nicht.
Als erster Bus in Europa unterstützt der eIntouro auch Over-the-Air-Updates. Zur Sicherheitsausstattung gehören zahlreiche Assistenzsysteme. Der optionale Notbremsassistent erkennt querende, entgegenkommende oder in der eigenen Spur laufende Personen zu Fuß oder auf dem Rad. Serienmäßig ist ein Abbiegeassistent an Bord, der nicht nur die Beifahrer-, sondern auch die Fahrerseite überwacht. Bei Geschwindigkeiten über 40 km/h übernimmt der Abbiegeassistent auch die Funktion eines Spurwechsel-Assistenten.
Der "Frontguard Assist" warnt beim Anfahren bis zu einer Geschwindigkeit von 15 km/h vor Personen oder Hindernissen vor dem Bus. Zudem gibt es eine Verkehrszeichenerkennung, einen Aufmerksamkeitsassistenten sowie eine Rückfahrkamera.
Der Elektro-Bus ist bereits seit Frühjahr 2025 bestellbar, doch die Auslieferungen sollen erst im zweiten Halbjahr 2026 beginnen. Der eIntouro soll künftig von den öffentlichen Ladesäulen profitieren, die von Daimler Buses an touristisch stark frequentierten Standorten in Europa errichten will.
2018 führte Daimler Buses mit dem eCitaro seinen elektrischen Stadtbus ein. Mit dem Überlandbus eIntouro präsentiere man nun "den nächsten bedeutenden Schritt", sagte Daimler-Buses-Chef Till Oberwörder. In einem weiteren Schritt will das Unternehmen dann auch Brennstoffzellen‑Reisebusse in Serie bringen. Im Stadtbus gibt es diese Technik schon: Der eCitaro wird seit 2023 mit Wasserstoff-Brennstoffzellen angeboten.
Unter dem Strich
Bei Stadtbussen ist der Elektroantrieb zumindest bei uns in München schon keine Besonderheit mehr, jetzt macht sich Daimler Buses auch an die Elektrifizierung des Überlandverkehrs. Mit 500 km Reichweite rietet der Mercedes eIntouro ähnlich viel Reichweite wie der eActros 600. Ob es auch für die Fernbuslinien von Flixbus reicht? Das dürfte von der Ladedauer abhängen, und die gibt Daimler Buses nicht an. Die Dieselbusse schaffen mit Nachtanken auch über 1.000 km lange Strecken wie Prag-Paris. Vielleicht ist das eher etwas für den nun angekündigten Brennstoffzellen-Bus.
Quelle: Daimler Truck
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