Kia testet öffentlich Batteriepass-Technologie auf Zellenebene
Damit sollen Transparenz, Wartungseffizienz und Batterielebensdauer gesteigert werden
Kia Europe testet erstmals öffentlich einen digitalen Batteriepass auf Zellenebene. Ziel ist es, durch detaillierte Echtzeitdaten zu jeder Batteriezelle mehr Transparenz bei Elektroautobatterien zu schaffen. Das Unternehmen gehört damit zu den ersten Herstellern, die eine derartige Technologie in der Praxis erproben.
Ein Batteriepass ermöglicht die kontinuierliche Überwachung des Batteriezustands (State of Health, SoH), die Durchführung von Reparaturdiagnosen in Echtzeit sowie eine lückenlose Rückverfolgbarkeit über den gesamten Lebenszyklus der Batterie. Elektrofahrzeugnutzer können dadurch von einer verlängerten Batterielebensdauer, geringeren Wartungskosten und mehr Sicherheit beim Kauf oder Verkauf gebrauchter Elektrofahrzeuge profitieren.
Bildergalerie: Kia EV3 (2025, Bilder zum Test)
Für die Entwicklung eines eigenen Batteriepass-Services hat Kia eine interne Organisation eingerichtet, die Experten aus unterschiedlichen Unternehmensbereichen mit Partnern aus der gesamten Batterie-Wertschöpfungskette vernetzt. Der geplante Batteriepass soll über die gesetzlichen Anforderungen hinausgehen und zusätzliche sicherheitsrelevante Daten enthalten. Kia plant, den Service bis Februar 2027 für alle in Europa verkauften Elektro- und Hybridmodelle anzubieten, wobei ab diesem Zeitpunkt ein digitaler Batteriepass laut EU-Batterieverordnung verpflichtend wird.
Für den Test wurde ein Kia EV3 mit Dukosi-Batteriezellen-Überwachungssystem aus Korea nach Deutschland gebracht. Das Fahrzeug kann für jede Zelle Live-Daten erfassen und in den digitalen Batteriepass hochladen. Nach dem Upload lassen sich die Daten über das Infotainmentsystem von Nutzern, Mechatronikern oder Aufsichtsbehörden abrufen. Das System aktualisiert sich zudem nach Reparaturarbeiten automatisch, um die Genauigkeit und Rückverfolgbarkeit über den gesamten Batterielebenszyklus sicherzustellen. Für den Zugriff auf die Daten wurde eine Pilotumgebung der niederländischen Organisation TNO genutzt.
Koordiniert wurde der Test von der Technischen Universität Delft in Zusammenarbeit mit der Hyundai Motor Group, zu der Kia, Hyundai und Genesis gehören. Das System ist flexibel konfigurierbar und könnte künftig auch für andere Fahrzeugmodelle, Marken oder sogar für Anwendungen in anderen Sektoren genutzt werden. Der Test ist Teil einer EU-weiten Forschungsinitiative, die die Umsetzung des EU-Batteriepasses in einem realen Umfeld mit mehreren Beteiligten untersucht. Die technische Integration erfolgt durch Hyundai Mobis und die Hyundai Motor Group.
Kia Batteriepass-Technologie auf Zellenebene
Die Datenerhebung auf Zellenebene bietet im Vergleich zu herkömmlichen Systemen, die nur den Gesamtzustand eines Moduls erfassen, mehrere Vorteile: Wartungsprobleme können frühzeitig erkannt und gezielt behoben werden, einzelne Zellen können bei Bedarf ausgetauscht werden, und die Transparenz erhöht das Vertrauen beim Kauf oder Verkauf von Fahrzeugen. Gleichzeitig unterstützt der Ansatz die Wiederverwendung und das Recycling von Batterien, wodurch Abfall reduziert und die Lebensdauer von Elektroautobatterien verlängert wird.
Mit dem Test des Batteriepasses setzt Kia einen Standard, wie Automobilhersteller regulatorische Anforderungen mit praktischem Nutzen für die Kunden verbinden können. Echtzeitdiagnosen, vollständige Rückverfolgbarkeit und Transparenz auf Zellenebene sollen dazu beitragen, die Elektromobilität effizienter und nachhaltiger zu gestalten.
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