Porsche Cayenne schafft rund 560 km bei 70 mph (113 km/h)
Erster Reichweitentest von US-Kollegen mit der Basisversion des elektrischen Cayenne auf dem Highway.
Etwa 350 Meilen oder umgerechnet rund 560 km Reichweite bei Autobahntempo: Bei einem ersten Reichweitentest schnitt der neue Porsche Cayenne Electric gut ab. Drei US-Kollegen fuhren Vorserienfahrzeuge in der Basismotorisierung. Sie bewegten das große Elektro-SUV auf dem US-Highway bei 70 mph (113 km/h). Die Tester zeigten sich beeindruckt von der Reichweite, zumal die Strecke keineswegs eben war und zum Schluss noch ein paar Prozent im Akku waren.
Kyle Conner von Out of Spec, Tom Moloughney von State of Charge, und Mack Hogan von InsideEVs USA durften den Neuling als erste Journalisten in den USA bewegen. Sie fuhren die gleiche Strecke in drei Fahrzeugen, wobei Tom wegen des Offroad-Pakets etwas gehandicapt war. Kyle fuhr allerdings etwas schneller, weil er sich nach seinem GPS-Gerät richtete, und Mack hatte etwas mehr Verkehr. Letztendlich endeten alle drei mit dem gleichen Stromverbrauch und mit mehr oder weniger gleichen Tachoständen.
Bildergalerie: Porsche Cayenne Electric (Teaserbilder)
Bei allen drei Testern zeigte der Bordcomputer eine Effizienz von 3,3 Meilen pro Kilometer an; das passt zur gefahrenen Distanz von 353 Meilen (im Fall von Tom) bei einer Nettokapazität von 108 kWh. Diese Effizienz entspricht umgerechnet 18,8 kWh/100 km/h. Wohlgemerkt, das ist der Bordcomputer-Verbrauch, der dem reinen Fahrverbrauch entspricht. Wenn Sie mit WLTP-Verbräuchen vergleichen wollen, müssen Sie noch Ladeverluste von rund 10 Prozent addieren. Damit wäre man bei knapp 21 kWh/100 km. Ein guter Wert für ein so großes Auto. Zum Vergleich: Der Porsche Macan liegt offiziell zwischen 17 und knapp 21 kWh.
Kyle zeigt in seinem Video, welche Einstellungen er am Touchscreen wählte. Er deaktivierte die Schubrekuperation, stellte das Luftfahrwerk in die unterste Position und fuhr den Spoiler ein – das sind die optimalen Einstellungen für die maximale Reichweite. Sein Auto hatte 21-Zöller, was die mittlere Rad-Version ist, wie Kyle erklärt, also nicht die verbrauchsmäßig optimale.
Die Strecke in Kalifornien führte 153 Meilen (246 km) die I10 von Rancho Cucamonga entlang nach Osten bis Desert Center, dann wurde umgedreht und die gleiche Strecke zurück gefahren. Tom erklärt in seinem Video das Höhenprofil: Zunächst gab es eine Steigung von rund 400 Höhenmetern bis Beaumont, dann ging es 800 Meter hinunter bis auf Seehöhe in Desert Palms, wieder hoch auf 500 Meter nach Cactus City und erneut 300 m bergab bis Desert Center.
Auf dem Rückweg ging es netto ein wenig bergauf, von 291 m in Desert Center auf 383 m in Rancho Cucamonga. Insgesamt also Steigungen von rund 1.800 Metern – ein wirklich anspruchsvolles Höhenprofil. Die Außentemperaturen waren jedoch mild und der Wind recht schwach.
Das Cockpit hat Porsche schon offiziell vorgestellt; Highlight ist der Touchscreen mit dem Knick.
Das Auto von Kyle zeigte am Anfang an, dass am Ende der Hinfahrt noch 58 Prozent Ladestand bleiben sollten. Alle drei fuhren am Schluss etwas weiter, um die Reichweite auszunutzen und kamen mit 58 bzw. 59 % an; Tom brauchte also trotz des Offroad-Pakets nicht mehr Strom als die aerodynamisch besseren Varianten, die 10 bis 15 Meilen mehr Reichweite haben sollten. Mit dem Paket sieht das Auto besser aus, befindet Kyle, und wenn man dafür bei der Reichweite nicht bestraft wird, sollte man es wählen, findet er.
Interessant: Das Auto zeigt stets an, mit welche Ladeleistung ein Ladevorgang beim aktuellen Zustand der Batterie erreicht würde. Kyle stellte fest, dass dieser Wert zum Ende hin, als der Akku schon recht leer war, fiel statt zu steigen. Der Porsche-Ingenieur im Auto erklärt das damit, dass die Spannung bei fast leerer Batterie niedriger ist als bei voller. Die Ladeleistung ergibt sich durch Multiplikation mit 500 Ampere. Deshalb soll die Ladekurve bis 30 Prozent SoC ansteigen, bis sie 400 kW erreicht – ziemlich ungewöhnlich, denn meist wird der Ladepeak bei rund 10 % SoC erreicht.
Die Batterie wird beim Cayenne von unten und von oben gekühlt. Das trägt zur guten Ladeperformance bei.
Was die Ladedauer angeht, so soll sich der netto 108 kWh große Akku in 15 Minuten und 15 Sekunden von 10 auf 80 Prozent laden lassen, wie Tom erfuhr; die offizielle Angabe von 16 min ist den Regularien geschuldet, nach denen man aufrunden muss. Aber selbst wenn man mit 16 min rechnet, ergibt sich eine sehr hohe Ladegeschwindigkeit von 108 kWh x 0,7/16 min = 4,7 kWh/min. Das reicht derzeit für Platz 2 unserer Top-Ten-Liste.
Unter dem Strich
Der Reichweitentest von Kyle, Tom und Mack ergab 560 km bei moderatem Autobahntempo von etwa 110 km/h. Das ist ein Wort. Nach unseren Erfahrungen mit anderen Modellen dürfte die WLTP-Reichweite, die bekanntlich bei einer Durchschnittsgeschwindigkeit von unter 50 km/h bestimmt wird, ein Drittel höher sein. Damit würde man bei etwa 740 oder 750 km landen. Wir sind gespannt, was der offizielle Wert sein wird. Die offizielle Vorstellung soll noch 2025 stattfinden.
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