BMW startet Recycling von Batterie-Rohstoffen – in kleinem Umfang
Das CRCC zerlegt keine Schrottakkus, sondern nutzt BMW-Abfälle. Aber auch ein Recycling in großem Maßstab ist denkbar, so BMW.
Bereits vor einem Jahr kündigte BMW ein neues Batterierecycling-Zentrum in Niederbayern an. Nun hat das Werk in Salching südlich von Straubing den Betrieb aufgenommen. Dabei steht das sogenannte Direktrecycling im Mittelpunkt, bei dem keine energieintensive Aufbereitung durch Einschmelzen und keine chemische Vorbehandlung nötig ist.
Anders als im November 2024 angekündigt, steht das neue Kompetenzzentrum Batteriezellrecycling (Cell Recycling Competence Center; CRCC) nicht in Kirchroth nördlich von Straubing, sondern im etwa 17 km weiter südlich gelegenen Salching. Es handelt sich um ein Gemeinschaftsprojekt mit der Firma Encory, einem Joint Venture zwischen BMW und dem Umweltdienstleister Interzero.
Bildergalerie: BMW-Direktrecycling für Akku-Rohstoffe
Beim Direktrecycling werden Reststoffe aus der Batteriezellfertigung bis hin zu ganzen Batteriezellen mechanisch zerlegt, so BMW. Sie müssen weder thermisch noch chemisch vorbehandelt werden, sondern gelangen direkt in die Zellfertigung zurück. Die Methode wurde von der BMW Group entwickelt.
Im neuen CRCC wird die Methode in einem größeren Maßstab aufgebaut und stufenweise angewendet. Künftig soll jährlich Batteriezellmaterial im mittleren zweistelligen Tonnenbereich recycelt werden. Die zurückgewonnenen Rohstoffe werden in der Pilot-Zellfertigung im Kompetenzzentrum für Batteriezellfertigung (CMCC) in Parsdorf eingesetzt.
"Mit unserem Direktrecycling sind wir Vorreiter in der Industrie", sagt Markus Fallböhmer, Leiter Batterieproduktion bei BMW. "Diese Technologie hat ein großes Potenzial, die Batteriezellproduktion weiter zu optimieren.“ Denkbar wäre etwa eine Befähigung von Zellherstellern, um das Direktrecycling erstmals in der Serienproduktion einzusetzen, schreibt BMW. Das würde wohl bedeuten, dass zum Beispiel CATL Abfälle aus der Zellfertigung wieder in den Prozess einfädelt. Die Rückgewinnung von Rohstoffen aus Schrottfahrzeugen ist offenbar nicht gemeint.
2024 hatte es geheißen, für das CRCC werde ein bestehendes Gebäude in Kirchroth erweitert. Nun schreibt BMW, man nutze eine bestehende Halle in Salching. Neben einer Fläche von etwa 2.100 m² verfüge das Gebäude auch über Büro- und Pausenräume sowie über Photovoltaik-Anlagen auf dem Dach. Etwa 20 Personen sollen im CRCC beschäftigt sein. Während das Kompetenzzentrum von der Encory GmbH aufgebaut und betrieben wird, liegt das geistige Eigentum an dem Recyclingverfahren vollständig bei der BMW Group.
BMW betreibt drei Batterie-Kompetenzzentren in Bayern. Im Battery Cell Competence Center (BCCC) im Münchner Norden werden Batteriezellen entwickelt und in kleinem Umfang hergestellt. Die Skalierung der Produktion wird dann auf der Pilotlinie des Cell Manufacturing Competence Center (CMCC) in Parsdorf erprobt. Das Recycling der Überschüsse aus der Parsdorfer Pilotfertigung erfolgt dann im CRCC in Salching. Die Rohstoffe werden dann wieder in der Zellproduktion eingesetzt.
Kreislaufwirtschaft ist für BMW eines der zentralen Themen in Sachen nachhaltiger Mobilität. Dabei folgt der Konzern der Devise Re:Think, Re:Duce, Re:Use und Re:Cycle. Von der Fahrzeugentwicklung über die Fertigung bis hin zu Recycling und Wiederverwertung soll alles darauf ausgerichtet sein, dass der Rohstoffkreislauf möglichst geschlossen ist.
Unter dem Strich
Steigt BMW ins Batterierecycling ein? Mitnichten, es geht um ganz kleine Umfänge. BMW ist es seit Jahren wichtig, bei Batteriezellen nicht nur Käufer zu sein, sondern bis ins Detail Bescheid zu wissen. Deshalb entwickelt der Konzern die Zellen selbst und macht sich auch bei der Fertigung kundig.
Die in der BMW-eigenen Pilotproduktion anfallenden Abfälle – darunter auch komplette Batteriezellen, die nicht mehr benötigt werden – werden künftig nach Niederbayern transportiert und dort in die Bestandteile aufgetrennt, damit sie wieder in der Pilotfertigung genutzt werden können. Allerdings könnte die Methodik irgendwann einmal auch bei der Serienfertigung der Zellen eingesetzt werden, meint BMW.
Quelle: BMW
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