BYD kündigt Start des Megawatt-Ladens in Deutschland für 2026 an
300 Lader sollen bis Jahresende entstehen. Außerdem sollen im Frühjahr die ersten BYDs in Ungarn produziert werden.
Das Megawatt-Laden von BYD kommt dieses Jahr nach Deutschland. Damit soll man mit 1.000 Kilowatt laden können. In nur fünf Minuten soll damit Strom für bis zu 400 km Reichweite nachgeladen werden. Bis Jahresende möchte BYD hierzulande 300 solche Megawatt-Lader aufbauen, die meisten davon bei BYD-Handlern. Das hat der chinesische Hersteller nun offiziell angekündigt.
Rückblickend schreibt BYD, man sei mit dem Jahr 2025 zufrieden. Vor allem die Resonanz auf der IAA sei enorm gewesen. Unter anderem wurde auf dem Open Space am Münchner Königsplatz das Megawattladen demonstriert. Das System war zuvor in China präsentiert worden. Damit lässt sich ein geeignetes Elektroauto mit einem Megawatt (1.000 kW) Leistung laden. Dazu muss man allerdings zwei Ladekabel gleichzeitig einstöpseln.
Experten stufen den Wert von 1.000 kW eher als Marketing-Aussage ein, sind aber begeistert von der LFP-Batterie, die sehr schnelles Laden möglich macht. Dazu wurde offenbar der Innenwiderstand des Akkus verringert, wodurch beim Laden weniger Wärme entsteht. Zudem verkraftet die LFP höhere Temperaturen.
Der nur vier Meter lange Dolphin Surf ist das meistverkaufte Elektroauto von BYD.
Zu den weiteren Highlights des letzten Jahres gehörte für den Konzern die Vorstellung der Premium-Marke Denza und die Rekordfahrt des Yangwang U9 Xtreme. Zudem haben sich die BYD-Neuzulassungen im vergangenen Jahr mehr als versiebenfacht, wenn auch ausgehend von einem niedrigen Niveau: 2024 zählte man knapp 3.000 Neuzulassungen, 2025 waren es schon 23.306. Davon waren 11.167 reine Elektroautos. Mit etwa 2.700 Stück am beliebtesten war der Dolphin Surf, das Einstiegsmodell der Marke.
Die Zahl der Händler und Werkstätten wuchs im Laufe des letzten Jahres von 26 auf aktuell 150, und die Tendenz soll weiter nach oben deuten. Die Produktpalette umfasst nun elf Modelle, darunter acht rein elektrische (BEVs) und drei Plug-in-Hybride (PHEVs). Im abgelaufenen Jahr kamen vier neue Modelle hinzu: der Atto 2, der erwähnte Dolphin Surf sowie die PHEVs Seal 6 DM-i und Atto 2 DM-i. Die bei BYD als "Super-Hybride" oder auch mit "Dual Mode Intelligent" (DM-i) bezeichneten Fahrzeuge waren 2025 besonders erfolgreich. Von den 23.306 verkauften BYD-Fahrzeugen entfielen 12.306 auf PHEVs, also über die Hälfte.
Über alle Antriebsarten hinweg war 2025 der Seal-U das beliebteste BYD-Modell. Er kam auf 9.562 Zulassungen, wobei 8.674 auf die PHEV-Version entfielen. Auch bei der Nummer 2, dem Seal, wurden deutlich mehr PHEVs verkauft (3.461 Stück) als BEVs (1.943 Stück). Rang drei in der Statistik belegte der Dolphin Surf, den es ausschließlich als Elektroauto gibt (2.718 Stück).
"Ein Zulassungswachstum von über 700 Prozent, der Aufbau eines bundesweiten Netzes von 150 Vertriebs- und Servicestandorten in Rekordzeit sowie eine auf elf Modelle gewachsene Produktpalette zeigen, was möglich ist, wenn alle an einem Strang ziehen", kommentiert BYD-Deutschland-Chef Lars Bialkowski die Zahlen.
Der über fünf Meter lange Denza Z9GT soll 2026 in Deutschland starten, und zwar wohl als BEV und als PHEV.
Für 2026 plant BYD eine weitere Zunahme der Händlerstandorte auf 350 – das wäre deutlich mehr als eine Verdoppelung. Beim Premiumableger Denza sollen mindestens zwei Modelle starten: der Z9GT und der Premium-Van D9, wie Denza-Vertriebschef Klaus Hartmann sagt: "2026 wird für Denza ein entscheidendes Jahr. Mit zahlreichen neuen Modellen, angeführt vom Z9GT und dem Premium-Van D9, bringen wir unsere Technologie-, Design- und Komfortkompetenz konsequent auf die Straße. Und das sowohl mit rein elektrischen Modellen als auch mit Super-Hybrid-Fahrzeugen."
Bialkowski kündigte auf einer Händlertagung im Dezember noch weitere Schritte für 2026 an:
- Start der Fahrzeugproduktion im neuen BYD-Werk in Ungarn im ersten Halbjahr 2026
- Einführung der Mega-Flash-Charging-Technologie
- Installation von 300 Mega-Flash-Chargern bis Ende 2026, vor allem bei deutschen BYD-Handelspartnern
- Fortsetzung der Modelloffensive
- Marktstart der Premiummarke Denza im Frühjahr 2026
- Umzug der BYD-Deutschlandzentrale von Stuttgart nach Offenbach
Unter dem Strich
Statt der angekündigten 50.000 Autos hat BYD im vergangenen Jahr nur etwa 23.000 verkauft, also nicht einmal die Hälfte. MG verkaufte etwas mehr Autos in Deutschland, aber deutlich weniger Elektroautos. Auch hat BYD die Marke Tesla (rund 19.000 Zulassungen) hinter sich gelassen, wenn auch nur mithilfe der neuen Plug-in-Hybride.
Auch 2026 möchte BYD weiter vorankommen. Zu den neuen Modellen werden erstmals zwei Denza-Fahrzeuge gehören, darunter der Supersportler Z9GT, der bereits auf der deutschen Denza-Seite erscheint, aber bisher nicht konfigurierbar ist. Außerdem kommt das Megawattladen auch zu uns nach Deutschland. Und mit dem Werk in Ungarn hat BYD künftig auch eine Fabrik in Europa. Damit erspart man sich die EU-Zölle für Elektroautos aus chinesischer Produktion. Hoffentlich geht es dann auch mit dem BEV-Absatz wieder bergauf.
Quelle: BYD, KBA-Zulassungsstatistik (xlsx-Datei)
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