Kia EV3 GT mit virtueller Schaltung und 215 kW jetzt bestellbar
Das kleine Elektro-SUV gibt's nun auch als Allradler. Mit 195 kW schon seit April, nun folgt der GT. Übersicht über die ganze Baureihe.
Der Kia EV3 ist schon seit August 2024 bestellbar. Während es zum Start nur einen 150-kW-Frontantrieb gab, folgte im April eine Allradvariante mit 195 kW. Und nun ist auch die Topversion EV3 GT mit 215 kW und virtueller Schaltung bestellbar. Sie bietet eine Reichweite von 501 km und kostet knapp 54.000 Euro. Konfigurierbar ist der GT noch nicht, aber es gibt eine Preisliste. So haben wir unsere Übersicht über die Baureihe aktualisiert.
Der Kia EV3 war das erste kleinere und erschwinglichere Elektroauto auf Basis der Plattform E-GMP aus dem Hyundai-Kia-Konzern. Seit dem EV3-Start folgten noch der EV4 und der EV5, die zur gleichen Gruppe gehören. Anders als die großen und teuren E-GMP-Modelle wie Hyundai Ioniq 5, Kia EV6 und EV9 erhalten diese Autos in der Basis Frontantrieb und ein 400-Volt-System statt Heckantrieb und 800 Volt. Der EV3 wird seit der ersten Hälfte des Jahres 2024 im koreanischen Gwangmyeong gebaut. Die Auslieferung des EV3 GT startet Anfang August 2026.
Antriebe und Batterien | Exterieur | Interieur | Preise | Konkurrenten
Bildergalerie: Kia EV3 (2025, Bilder zum Test)
Antriebe und Batterien
Die neue GT-Version mit dem 215-kW-Allradantrieb wurde im Januar 2026 angekündigt. Die andere Allradvariante mit 195 kW ist bereits seit April konfigurierbar, nun folgt die stärkere Variante, die das Label GT trägt.
Bei den Allradlern kommt hinten eine Asynchronmaschine (ASM) hinzu. Vorteil: So kann die Sekundärachse, hier die hintere, stromlos geschaltet werden, wenn nicht die volle Power gebraucht wird – das spart Strom. Bei der neuen GT-Version kommt vorn ein Motor mit 145 kW zum Einsatz, also eine etwas schwächere Maschine als beim 150-kW-Fronttriebler. Hinten wird ein 70-kW-Motor eingebaut. Bei der 195-kW-Version sind es vorn 150, hinten 45 kW. Die Allradler erhalten beide die große Batterie aus dem Long-Range-Modell. Hier zunächst die Daten aller vier Versionen:
| Kia EV3 Standard Range |
Kia EV3 Long Range |
Kia EV3 Long Range AWD |
Kia EV3 GT |
|
| Antrieb | FWD 150 kW, 283 Nm | FWD 150 kW, 283 Nm | AWD 195 kW, 385 Nm | AWD 215 kW, 468 Nm |
| 0–100 km/h / Höchstgeschwind. | 7,5–7,6 Sek. / 170 km/h |
7,7–7,9 Sek. / 170 km/h |
6,6 Sek. / 170 km/h |
5,7 Sek. / 170 km/h |
| WLTP-Verbrauch | 14,9–15,8 kWh | 14,9–16,2 kWh | 15,8 kWh | 18,1 kWh |
| Autobahnverbrauch | 19,5–20,7 kWh | 19,5–21,2 kWh | 20,7 kWh | 23,7 kWh |
| Batterie netto / brutto | ca. 55 / 58,3 kWh | ca. 78 / 81,4 kWh | ca. 78 / 81,4 kWh | ca. 78 / 81,4 kWh |
| WLTP-Reichweite | 414–436 km | 563–605 km | 572 km | 501 km |
| Max. Anhängelast | 500 kg | 1.000 kg | 1.500 kg | 1.500 kg |
Die von Kia angegebenen Speicherkapazitäten von 58,3 und 81,4 kWh sind Bruttowerte, die in der Tabelle genannten Nettowerte sind Schätzwerte von EV-Database. Der größere Akku hat deutlich mehr Speicherkapazität als in dieser Klasse üblich; dementsprechend ist die Maximalreichweite mit 605 km für die Kompaktklasse ungewöhnlich groß. Die Normverbräuche beginnen bei etwa 15 kWh, was wirklich nicht besonders sparsam ist. Naturgemäß verbrauchen die Allradversionen noch mehr. Bei der neuen 215-kW-Version fällt der Mehrverbrauch mit rund 2 bis 3 kWh sehr deutlich aus.
| Kia EV3 Standard Range |
Kia EV3 Long Range |
Kia EV3 Long Range AWD |
Kia EV3 GT |
|
| Max. Ladeleistung (AC/DC) | 11 / 101 kW | 11 / 128 kW | 11 (opt. 22) / 128 kW | 11 (opt. 22) / 128 kW |
| DC-Ladedauer (10-80 %) | 29 min | 31 min | 31 min | 31 min |
| DC-Ladegeschwindigkeit | ca. 1,3 kWh/min | ca. 1,8 kWh/min | ca. 1,8 kWh/min | ca. 1,8 kWh/min |
| Reichweite-Nachladen | bis 10,5 km/min | bis 13,7 km/min | 12,9 km/min | 11,3 km/min |
Aufgeladen wird rechts vorne. Serienmäßig kann dreiphasiger Wechselstrom mit bis zu 11 kW genutzt werden, bei den höherwertigen Ausstattungslinien Earth, GT-Line und GT sind optional 22 kW möglich. Alternativ kann mit Gleichstrom geladen werden, und zwar beim kleinen Akku mit bis zu 101 kW, beim großen mit bis zu 128 kW.
Aus den angegebenen Ladezeiten und den geschätzten Nettokapazitäten errechnen sich ungefähre Ladegeschwindigkeiten, zum Beispiel für den großen Akku 78 kWh x 0,7 / 31 min = 1,8 kWh/min, was schon ein recht guter Wert ist. Zum Vergleich: Der VW ID.3 lädt in der Basisversion mit 1,5 kWh/min, in den anderen Varianten mit 1,7 bis 2,1 kWh/min. Die 1,3 kWh/min der Einstiegsvariante dagegen sind kein Ruhmesblatt.
Aus der Maximalreichweite und der angegebenen Ladedauer haben wir auch Werte fürs Reichweite-Nachladen errechnet. Hier werden Werte bis zu 605 km x 0,7 / 31 min = 13,7 km/min erreicht, das heißt: In einer Minute Ladezeit wird Strom für knapp 14 km nachgeladen. Das ist ein guter Wert; der ID.3 schafft je nach Version 10,9 bis 16,3 km/min. Plug&Charge wird unterstützt.
Exterieur
Mit 4,30 Metern ist das Auto so lang wie ein Volvo EX30, Smart #1 oder Peugeot E-2008. Die Höhe von 1,56 Metern ist nicht größer als bei einem VW ID.3, der als Kompaktwagen und nicht als SUV gilt, die Bodenfreiheit ist sogar geringer (ca. 15 cm beim ID.3, 14 cm beim EV3). Die Einstufung als SUV durch Hersteller und Medien hat eher mit der Optik als mit den Maßen zu tun.
| Länge | Breite | Höhe | Radstand | Kofferraum | |
| Kia EV2 | 4.060 mm | 1.800 mm | 1.575 mm | 2.565 mm | 403–1.201 Liter 15 Liter Frunk |
| Kia EV3 | 4.300 mm | 1.850 mm | 1.560 mm | 2.680 mm | 460-1.251 Liter 25 Liter Frunk |
| Kia EV4 | 4.430 mm | 1.860 mm | 1.485 mm | 2.820 mm | 435-1.415 Liter |
Das Design lehnt sich an den EV9 an; die futuristische Optik macht auf den ersten Blick deutlich, dass es sich um ein Elektroauto handelt. Dazu gehört die markentypische Star-Maps-Lichtsignatur – das sind die gewinkelten Lichtlinien vorn und hinten, die an Sternbilder erinnern sollen.
Das Heck: Der Scheibenwischer verbirgt sich unter dem Dachspoiler
Interieur
Alle Versionen besitzen einen 12,3-Zoll-Touchscreen und ein ebenso großes Instrumentendisplay auf gleicher Höhe. Dazwischen liegt noch ein kleines Touch-Feld für die Klimabedienung. An- und ausgeschaltet wird der Antrieb über einen Knopf am Lenkstockhebel rechts unten. Dort werden auch die Getriebemodi P, R und D aktiviert, wie ein empfehlenswertes YouTube-Video von Nextmove zeigt.
Für viele Funktionen gibt es physische Tasten, so auch für die Außenspiegel-Einstellung. Am Lenkrad gibt es Wippen, vermutlich zur Einstellung der Rekuperation. Das Navi erstellt für längere Routen automatisch eine Lade-Routenplanung.
Cockpit: Die zwei Displays im Querformat sind Standard beim Kia EV3
Beim Kofferraum ist ein in zwei Höhen einlegbarer Boden serienmäßig; in der oberen Position ergibt sich eine ebene Ladefläche. Das Stauvolumen der Fronttriebler ist mit 460 bis 1.251 Liter etwas größer als beim VW ID.3 (385 bis 1.267 Liter), aber kleiner als beim VW ID.4 (543 bis 1.575 Liter). Die Allradler bieten wegen des hinten eingebauten Zusatzmotors weniger: 413 bis 1.204 Liter.
Die Rücksitze lassen sich asymmetrisch geteilt umklappen; dank des variablen Ladebodens wird der Boden schön eben
Hinzu kommt noch ein kleiner Frunk mit 19 bzw. 25 Litern – je nach eingebautem Bordlader. Eine abnehmbare Anhängekupplung (zum Beispiel auch für einen Fahrradträger) ist für 850 Euro verfügbar; die Anhängelast liegt bei 500 Kilo (Basisversion) bzw. 1.000 Kilo bei der Long-Range-Version und 1,5 Tonnen bei den Allradlern.
Wie bei Kia üblich, gibt es sieben Jahre Garantie auf das Fahrzeug. Für die Batterie gelten die üblichen acht Jahre (bis 160.000 km) bei einer garantierten Mindest-Speicherkapazität von 70 Prozent.
Ausstattung und Preise
Die Ausstattungen heißen Air, Earth, GT-Line und GT, wobei es das neue Topmodell mit 215 kW nur als GT gibt, den 195-kW-Allradler nur als Earth oder GT-Line und die Variante mit dem kleinen Akku nicht als GT-Line. Die Preise beginnen bei 35.990 Euro; dafür bekommt man die kleine Batterie und die Ausstattung Air; empfehlenswert ist wohl das Winterpaket P1, mit dem man bei 36.990 Euro landet. Für den Fronttriebler mit der großen Batterie und Winterpaket zahlt man 42.390 Euro. Der 195-kW-Allradler ist ab 46.880 Euro zu haben, der GT kostet wie erwähnt fast 54.000 Euro:
| Kia EV3 Standard Range |
Kia EV3 Long Range |
Kia EV3 Long Range AWD 195 kW |
Kia EV3 Long Range AWD 215 kW |
|
| Air | 35.990 Euro | 41.390 Euro | — | — |
| Earth | 38.290 Euro | 43.690 Euro | 46.880 Euro | — |
| GT-Line | — | 48.690 Euro | 51.190 Euro | — |
| GT | — | — | — | 53.990 Euro |
Schon die Basisversion Air ist reichhaltig ausgestattet. Standard sind neben den zwei großen Displays auch 17-Zoll-Aluräder, LED-Scheinwerfer, Licht- und Regensensor, eine Zweizonen-Klimaautomatik, ein Navigationssystem, eine Rückfahrkamera sowie Parkpiepser vorne und hinten. Eine Sitzheizung gibt es bei der Basisversion nur optional (im P1-Winterpaket für 1.000 Euro, zusammen mit Lenkradheizung und Wärmepumpe).
In der Ausführung Earth sind für 2.300 Euro Aufpreis Sitz- und Lenkradheizung (nicht aber die Wärmepumpe) Serie. Außerdem kommt ein Digital Key hinzu, das heißt, man kann das Smartphone als Schlüssel verwenden. Auch induktives Laden fürs Handy und Türgriffe vorn "mit automatischer Flush-Funktion" ist dann an Bord.
Die GT-Line bietet neben diversen Designelementen und einer besonderen Mittelkonsole serienmäßig 19-Zoll-Räder, welche die Reichweite allerdings um 20 bis 40 km verringern. Zudem gibt es hier Kunstleder-Sitzbezüge, einen elektrisch einstellbaren Fahrersitz, ein Soundsystem von Harman Kardon, eine sensorgesteuerte Heckklappe, die Wärmepumpe und das Laden von externen Verbrauchern (Vehicle-to-Load, V2L).
Optional erhältlich sind für die GT-Line unter anderem ein elektrisch einstellbarer Beifahrersitz, die erwähnten "Premium-Relaxation-Sitze", Sitzventilation vorn, Sitzheizung hinten außen, ein elektrisch bedientes Glas-Schiebedach und ein Head-up-Display. Letzteres ist Teil eines Pakets namens P8 (DriveWise-Park-Pro-Paket) für 1.290 Euro.
Bildergalerie: Kia EV3 GT (2026)
Die Topversion GT bietet eine virtuelle Schaltung. Das virtuelle Schaltgetriebe (Virtual Gear Shift, VGS) simuliert die Gangwechsel eines Automatikgetriebes haptisch und optisch, wobei Kia die Zahl der Gänge offenlässt. Dazu kommt ein passender Sound (Active Sound Design, ASD), der synthetisch erzeugt wird.
Auch elektronisch geregelte Stoßdämpfer, eine spezielle Fahrwerkabstimmung sowie 20-Zoll-Räder (optional mit Performance-Reifen) sind Standard, genauso wie diverse neonfarbige Designelemente. Vorn gibt es elektrisch einstellbare und belüftete "Premium Relaxation"-Sportsitze mit Sitzbezügen in Veloursledernachbildung. Ein GT-Fahrmodus passt Kraftverteilung, Lenkung, Dämpfer und Displaygrafiken an.
Durch den neuen 22-kW-Bordlader, der für 990 Euro ab der Version Earth erhältlich ist, verkürzt sich die Ladezeit (10–100 %) beim kleinen Akku von 5:20 auf 2:55 Stunden und beim großen Akku von 7:15 auf 3:55 Stunden. Ein Nachteil ist, dass sich der Frunk durch den Lader verkleinert. Das 22-kW-Laden wurde jüngst beim EV2 eingeführt und wird nun auf den EV3 sowie den EV5 ausgeweitet; weitere Modelle sollen folgen.
Weitere Neuheiten sind eine neigungsverstellbare Rückbanklehne und eine leistungsstärkere USB-C-Ladebuchse vorn (100 Watt, beides optional ab Earth). Für den EV3 GT-Line ist optional außerdem eine zusätzliche induktive Ladestation erhältlich, sodass zwei Smartphones gleichzeitig nebeneinander aufgeladen werden können.
Konkurrenten
Zu den Rivalen der neuen Allradversion gehört der Skoda Elroq 85X, der mit 48.690 Euro praktisch genauso teuer ist wie der Kia EV3 Long Range AWD.
Der Fronttriebler mit der großen Batterie zu Preisen ab 41.390 Euro konkurriert mit dem Nissan Leaf 75 kWh (ab 41.200 Euro), dem Kia EV4 Long Range (ab 43.240 Euro) und dem Ford Explorer mit 210-kW-Heckantrieb (48.900 Euro, aber 5.000 Euro Rabatt) zu den reichweitenstärksten Modellen der Klasse. Bei der Reichweite mithalten können auch der Renault Scenic (ab 48.000 Euro) und das Tesla Model Y Premium Long Range RWD (50.990 Euro), aber die sind teurer.
Unter dem Strich
Alles in allem ist der Kia EV3 nach wie vor eine Empfehlung für alle, die lange Strecken fahren wollen, aber wenig Parkraum haben und nicht zu allzu viel Geld ausgeben wollen. In der Version mit großem Akku gehört er zusammen mit dem technisch ähnlichen EV4 zu den reichweitenstärksten, aber noch erschwinglichen Elektroautos.
Für Familien mit Kindern dürfte der Kofferraum aber oft zu klein sein. Für diesen Fall empfiehlt sich entweder eine Dachbox oder aber ein Modell mit mehr Kofferraum wie der Skoda Elroq. Die Allradversionen dürften in dieser Klasse nur einen kleineren Teil der Kundschaft verlocken. Beim Elroq entfallen etwa sieben Prozent auf die AWD-Variante.
Letzte Änderung am 30. Juni 2026: GT-Version hinzugefügt
Quelle: Kia (GT-Bestellstart, per Mail), EV3-GT-Preisliste (PDF), EV3-Preisliste (PDF)
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