Kia EV3 jetzt auch mit 195-kW-Allradantrieb und 572 km Reichweite
Die Modellpalette beim Kia EV3 wächst um eine Allradversion. Wir geben Ihnen die Übersicht über die ganze Baureihe.
Der Kia EV3 ist schon seit August 2024 bestellbar. Zum Start gab es nur einen 150-kW-Frontantrieb, doch nun folgt eine Allradvariante mit stämmigen 195 kW und einer immer noch ansehnlichen Reichweite von 572 km. Die neue Version ist bereits konfigurierbar, in der Preisliste findet sie sich noch nicht. Zudem ist nun auch ein 22-kW-Lader und mehr bestellbar. Wir haben unsere Modellübersicht aktualisiert.
Der Kia EV3 war das erste kleinere und erschwinglichere Elektroauto auf Basis der Plattform E-GMP aus dem Hyundai-Kia-Konzern. Seit dem EV3-Start folgten noch der EV4 und der EV5, die zur gleichen Gruppe gehören. Anders als die großen und teuren E-GMP-Modelle wie Hyundai Ioniq 5, Kia EV6 und EV9 erhalten diese Autos Frontantrieb und ein 400-Volt-System. Der Erstling EV3 wird seit der ersten Jahreshälfte 2024 im koreanischen Gwangmyeong gebaut.
Antriebe und Batterien | Exterieur | Interieur | Preise | Konkurrenten
Bildergalerie: Kia EV3 (2025, Bilder zum Test)
Antriebe und Batterien
Der Kia EV3 wurde zunächst ausschließlich mit Frontantrieb angeboten; doch im Januar wurde eine GT-Version mit einem 215 kW starken Allradantrieb angekündigt. Diese Version soll in Kürze verfügbar sein. Eine andere Allradvariante mit 195 kW ist bereits konfigurierbar. Hier kommt zum bekannten 150-kW-Frontmotor noch ein 45 kW starker Motor an der Hinterachse hinzu. Der Neuling erhält die gleiche Batterie wie die Long-Range-Variante. Sie ist in den Ausstattungen Earth und GT-Line erhältlich. Hier zunächst die Daten:
| Kia EV3 Standard Range |
Kia EV3 Long Range |
Kia EV3 Long Range AWD |
|
| Antrieb | FWD 150 kW, 283 Nm | FWD 150 kW, 283 Nm | AWD 195 kW, k.A. |
| 0-100 km/h / Höchstgeschwindigkeit | 7,5-7,6 Sek. / 170 km/h | 7,7-7,9 Sek. / 170 km/h | 6,6 Sek. / k.A. |
| WLTP-Verbrauch | 14,9-15,8 kWh | 14,9-16,2 kWh | 15,8 kWh |
| Batterie netto/brutto | ca. 55 / 58,3 kWh | ca. 78 / 81,4 kWh | ca. 78 / 81,4 kWh |
| WLTP-Reichweite | 408-436 km | 571-605 km | bis 572 km |
| Max. Anhängelast | 500 kg | 1.000 kg | 1.500 kg |
Die von Kia angegebenen Speicherkapazitäten von 58 und 78 kWh sind Bruttowerte, die in unserer Tabelle genannten Nettowerte sind Schätzwerte von EV-Database. Der größere Akku hat deutlich mehr Speicherkapazität als in dieser Klasse üblich; dementsprechend ist die Reichweite mit 605 km für die Kompaktklasse ungewöhnlich groß.
| Kia EV3 Standard Range |
Kia EV3 Long Range |
Kia EV3 Long Range AWD |
|
| Max. Ladeleistung (AC/DC) | 11 / 101 kW | 11 / 128 kW | 22 / 128 kW |
| DC-Ladedauer (10-80 %) | 29 min | 31 min | 31 min |
| DC-Ladegeschwindigkeit | ca. 1,3 kWh/min | ca. 1,8 kWh/min | ca. 1,8 kWh/min |
| Reichweite-Nachladen | bis 10,5 km/min | bis 13,7 km/min | bis 12,9 km/min |
Aufgeladen wird rechts vorne. Serienmäßig kann dreiphasiger Wechselstrom mit bis zu 11 kW genutzt werden, beim Allradler sind 22 kW möglich. Alternativ kann mit Gleichstrom geladen werden. Beim kleinen Akku sind am Schnelllader bis zu 101 kW, beim großen bis zu 128 kW möglich.
Aus den angegebenen Ladezeiten und den Nettokapazitäten errechnen sich Ladegeschwindigkeiten von etwa 1,3 bzw. 1,8 kWh pro Minute. Die 1,3 kWh/min liegen am unteren Rand, die 1,8 kWh/min dagegen sind schon recht gut. Zum Vergleich: Der VW ID.3 lädt in der Basisversion mit 1,5 kWh/min, in den anderen Varianten mit 1,7 bis 2,1 kWh/min.
Aus der Maximalreichweite und der angegebenen Ladedauer haben wir auch Werte fürs Reichweite-Nachladen errechnet. Hier werden Werte bis zu 13,7 km/min erreicht, das heißt: In einer Minute Ladezeit wird Strom für knapp 14 km nachgeladen. Das ist ein guter Wert; der ID.3 schafft je nach Version 10,9 bis 16,3 km/min. Plug&Charge wird unterstützt.
Exterieur
Mit 4,30 Meter ist das Auto so lang wie ein Volvo EX30, Smart #1 oder Peugeot E-2008. Die Höhe von 1,56 Metern ist nicht größer als bei einem VW ID.3, der als Kompaktwagen und nicht als SUV gilt, die Bodenfreiheit ist sogar geringer (ca. 15 cm beim ID.3, 14 cm beim EV3). Die Einstufung als SUV durch Hersteller und Medien hat eher mit der Optik als mit den Maßen zu tun.
| Länge | Breite | Höhe | Radstand | Kofferraum | |
| Kia EV2 | 4.060 mm | 1.800 mm | 1.575 mm | 2.565 mm | 403–1.201 Liter 15 Liter Frunk |
| Kia EV3 | 4.300 mm | 1.850 mm | 1.560 mm | 2.680 mm | 460-1.251 Liter 25 Liter Frunk |
| Kia EV4 | 4.430 mm | 1.860 mm | 1.485 mm | 2.820 mm | 435-1.415 Liter |
Das Design lehnt sich an den EV9 an; die futuristische Optik macht auf den ersten Blick deutlich, dass es sich um ein Elektroauto handelt. Dazu gehört die markentypische Star-Maps-Lichtsignatur – das sind die gewinkelten Lichtlinien vorn und hinten, die an Sternbilder erinnern sollen.
Das Heck: Der Scheibenwischer verbirgt sich unter dem Dachspoiler
Interieur
Alle Versionen besitzen einen 12,3-Zoll-Touchscreen und ein ebenso großes Instrumentendisplay auf gleicher Höhe. Dazwischen liegt noch ein kleines Touch-Feld für die Klimabedienung. An- und ausgeschaltet wird der Antrieb über einen Knopf am Lenkstockhebel rechts unten. Dort werden auch die Getriebemodi P, R und D aktiviert, wie ein empfehlenswertes Youtube-Video von Nextmove zeigt.
Für viele Funktionen gibt es physische Tasten, so auch für die Außenspiegel-Einstellung. Am Lenkrad gibt es Wippen, vermutlich zur Einstellung der Rekuperation. Das Navi erstellt für längere Routen automatisch eine Lade-Routenplanung.
Cockpit: Die zwei Displays im Querformat sind Standard beim Kia EV3
Beim Kofferraum ist ein in zwei Höhen einlegbarer Boden serienmäßig; in der oberen Position ergibt sich ein ebener Ladeboden. Das Stauvolumen ist mit 460 bis 1.251 Liter etwas größer als beim VW ID.3 (385 bis 1.267 Liter), aber kleiner als beim VW ID.4 (543 bis 1.575 Liter).
Die Rücksitze lassen sich asymmetrisch geteilt umklappen; dank des variablen Ladebodens wird der Boden schön eben
Dazu kommt beim EV3 noch ein kleiner Kofferraum unter der Fronthaube für das Ladekabel. Eine abnehmbare Anhängekupplung (zum Beispiel auch für einen Fahrradträger) ist für 850 Euro verfügbar; die Anhängelast liegt bei 500 Kilo (Basisversion) bzw. bis zu 1.000 Kilo bei der Long-Range-Version und 1,5 Tonnen beim Allradler.
Wie bei Kia üblich, gibt es sieben Jahre Garantie auf das Fahrzeug. Auch für die Batterie gelten sieben Jahre Garantie (bis 150.000 km) bei einer garantierten Mindest-Speicherkapazität von 70 Prozent.
Ausstattung und Preise
Die Ausstattungen heißen Air, Earth und GT-line, wobei der neue Allradler nicht als Air erhältlich ist und die Variante mit dem kleinen Akku nicht als GT-line. Die Preise beginnen bei 35.990 Euro, dafür bekommt man die kleine Batterie und die Ausstattung Air; empfehlenswert ist wohl das Winterpaket P1, mit dem man bei 36.990 Euro landet. Für den Fronttriebler mit der großen Batterie und Winterpaket zahlt man 42.390 Euro. Der Allradler ist ab 46.880 Euro zu haben:
| Kia EV3 Standard Range |
Kia EV3 Long Range |
Kia EV3 Long Range AWD |
|
| Air | 35.990 Euro | 41.390 Euro | — |
| Earth | 38.290 Euro | 43.690 Euro | 46.880 Euro |
| GT-Line | — | 48.690 Euro | 51.190 Euro |
Schon die Basisversion Air ist reichhaltig ausgestattet. Standard sind neben den zwei großen Displays auch 17-Zoll-Aluräder, LED-Scheinwerfer, Licht- und Regensensor, eine Zweizonen-Klimaautomatik, ein Navigationssystem, eine Rückfahrkamera sowie Parkpiepser vorne und hinten. Eine Sitzheizung gibt es bei der Basisversion nur optional (im empfehlenswerten P1-Winterpaket für 1.000 Euro, zusammen mit Lenkradheizung und Wärmepumpe).
In der Ausführung Earth sind für 2.300 Euro Aufpreis Sitz- und Lenkradheizung (nicht aber die Wärmepumpe) Serie. Außerdem kommt ein Digital Key hinzu, das heißt, man kann das Smartphone als Schlüssel verwenden. Auch induktives Laden fürs Handy und Türgriffe vorn "mit automatischer Flush-Funktion" ist dann an Bord.
Die Topversion GT-line bietet neben diversen Designelementen und einer besonderen Mittelkonsole serienmäßig 19-Zoll-Räder, welche die Reichweite allerdings um 20 bis 40 km verringern. Zudem gibt es hier Kunstleder-Sitzbezüge, einen elektrisch einstellbaren Fahrersitz, ein Soundsystem von Harman Kardon, eine sensorgesteuerte Heckklappe, die Wärmepumpe und das Laden von externen Verbrauchern (Vehicle-to-load, V2L).
Optional erhältlich sind für den GT-line unter anderem ein elektrisch einstellbarer Beifahrersitz, die erwähnten "Premium-Relaxation-Sitze", Sitzventilation vorn, Sitzheizung hinten außen, ein elektrisch bedientes Glas-Schiebedach und ein Head-up-Display. Letzteres ist Teil eines Pakets namens P8 (DriveWise-Park-Pro-Paket) für 1.290 Euro.
Durch den neuen 22-kW-Bordlader, der für 990 Euro ab der Version Earth erhältlich ist, verkürzt sich die Ladezeit (10-100 %) beim kleinen Akku von 5:20 auf 2:55 Stunden und beim großen Akku von 7:15 auf 3:55 Stunden. Ein Nachteil ist, dass sich der Frunk durch den Lader von 25 auf 19 Liter verkleinert. Das 22-kW-Laden wurde jüngst beim EV2 eingeführt und wird nun auf den EV3 sowie den EV5 ausgeweitet; weitere Modelle sollen folgen.
Weitere Neuheiten sind eine neigungsverstellbare Rückbanklehne und eine leistungsstärkere USB-C-Ladebuchse vorn (100 Watt, beides optional ab Earth). Für den EV3 GT-Line ist optional außerdem eine zusätzliche induktive Ladestation erhältlich, sodass zwei Smartphones gleichzeitig nebeneinander aufgeladen werden können.
Konkurrenten
Zu den Rivalen der neuen Allradversion gehört der Skoda Elroq 85X, der mit 48.690 Euro praktisch gleich teuer ist wie der Kia EV3 Long Range AWD.
Die Version mit der großen Batterie zu Preisen ab 41.390 Euro konkurriert mit dem Nissan Leaf 75 kWh (ab 41.200 Euro), dem Kia EV4 Long Range (ab 43.240 Euro) und dem Ford Explorer mit 210-kW-Heckantrieb (48.900 Euro, aber 5.000 Euro Rabatt) zu den reichweitenstärksten Modellen der Klasse. Bei der Reichweite mithalten können auch der Renault Scenic (ab 48.000 Euro) und das Tesla Model Y Premium Long Range RWD (50.990 Euro, derzeit mit 3.000 Euro Nachlass), aber die sind teurer.
Unter dem Strich
Alles in allem ist der Kia EV3 nach wie vor eine Empfehlung für alle, die lange Strecken fahren wollen, aber wenig Parkraum haben und nicht zu allzu viel Geld ausgeben wollen. In der Version mit großem Akku gehört er zusammen mit dem technisch ähnlichen EV4 zu den reichweitenstärksten, aber noch erschwinglichen Elektroautos. Für Familien mit Kindern dürfte der Kofferraum aber oft zu klein sein. Für diesen Fall empfiehlt sich entweder eine Dachbox oder aber ein Modell mit mehr Kofferraum wie der Skoda Elroq.
Letzte Änderung am 24. April 2026: Allradversion ergänzt
Quelle: Kia (AWD, per E-Mail), Konfigurator, EV3-Preisliste (PDF)
Auch interessant
Kia EV3: Das kompakte Elektro-SUV geht unter die Taxifahrer
Audi A2 e-tron (2026): Entwicklung des Kompakten schreitet voran
Kia EV3 GT, EV4 GT und EV5 GT bekommen virtuelle Gangwechsel
Volvo EX60 P6 (2026) im Test: Aus dem Schatten ins Rampenlicht?
Kia EV3 GT (2026) als Erlkönig erwischt: Allrad-SUV auf Angriff
Neuer Mercedes-AMG GT 4-Türer: Elektro-Coupé mit bis zu 860 kW
Kia EV3 GT erstmals als Erlkönig erwischt