Die allermeisten Akkus der Japaner wandern in Tesla-Autos

Tesla ist nach Verkäufen der wichtigste Elektroauto-Hersteller weltweit. Wie groß der Einfluss der US-Firma auf den Markt für Batteriezellen ist, zeigt nun ein Bericht von Adamas Intelligence. Dabei beleuchten die Analysten vor allem die drei größten Batterieanbieter: LG Energy Solution, CATL und Panasonic.

Laut Adamas Intelligence ist Tesla nicht nur der größte E-Auto-Hersteller, sondern auch der größte Akteur in Bezug auf die Batterien. Ja mehr noch: Tesla ist ein größerer Akku-Abnehmer als die vier nächstgrößten Autohersteller zusammen.

"Im Jahr 2020 hat Tesla alle anderen Hersteller von Plug-in-Elektrofahrzeugen weltweit überflügelt und mehr xEV-Batteriekapazität und Batteriematerialien, nämlich Lithium, Nickel und Graphit, eingesetzt als seine vier nächsten Konkurrenten zusammen." (Adamas Intelligence)

Zu Teslas Batterielieferanten gehören:

  • Panasonic: NCA-Zellen mit LiNixCoyAlzO2-Pluspol
  • LG Energy Solution: NCM-811-Zellen mit LiNi0,8Mn0,1Co0,1O2-Pluspol
  • CATL: LFP-Zellen mit LiFePO4-Pluspol (Lithiumeisenphosphat-Batterien)

Die seit 2020 eigenständig auftretende LG-Chem-Batteriesparte LG Energy Solutions und der chinesische Hersteller CATL sind erst seit vergangenem Jahr im Geschäft mit Tesla; sie fertigen Zellen für das in China produzierte Model 3 und Model Y (im Jargon: das MiC-M3 und das MiC-MY).

In der folgenden Infografik zeigt Adamas Intelligence die Abhängigkeit der Batteriehersteller von Tesla (in Rot):  

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LG Energy Solutions: etwa 20%

LG Energy Solutions war 2020 der weltweit größte Akkuhersteller für elektrifizierte Pkw (Elektroautos, Plug-in-Hybride und Hybride) und lieferte rund 38 GWh. Der koreanische Hersteller ist in einer komfortablen Situation: Die abgesetzte Batteriekapazität wächst, man ist auf verschiedenen Märkten präsent, hat verschiedene Abnehmer und das Geschäft ist profitabel.

Tesla nimmt etwa 20 Prozent der Akkus von LG Energy Solutions ab. Im Vergleich zu Panasonic ist die Abhängigkeit also eher gering. Aber die Beziehung ist immer noch so eng, dass das MiC-M3 das größte Projekt der Firma darstellt.

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CATL: weniger als 10 Prozent

Noch stärker diversifiziert in Bezug auf die Anzahl der Autohersteller als LG Energy Solutions ist der CATL. Der chinesische Hersteller konzentriert sich aber hauptsächlich auf das heimatliche Reich der Mitte.

Das MiC-M3 mit den Lithium-Eisenphosphat-Batterien von CATL kam erst Ende 2020 auf den Markt. Aus diesem Grund ist es noch für weniger als zehn Prozent der verkauften Batteriekapazität von CATL verantwortlich.

"Im Jahr 2020 wanderten weniger als zehn Prozent der von CATL auf die Straße gebrachten Batteriekapazität für Elektro-Pkw in das MiC-Model-3, was es für den Batterielieferanten zum drittgrößten 'Vehikel' des Kalenderjahres macht, obwohl es der am schnellsten wachsende Kunde in den Büchern von CATL ist. Die Auslieferung der von CATL bestückten Tesla Model 3 an Kunden begann erst im vierten Quartal."

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Panasonic

Panasonic war lange Jahre Teslas einziger Batteriezellen-Lieferant für alle Modelle. Die Japaner sind noch immer Teslas bedeutendster Batteriezulieferer, und wichtiger Partner in der Tesla-Gigafactory in Nevada.

Andersherum nimmt Tesla als Kunde von Panasonic eine dominierende Stellung ein: Fast 90 Prozent der Panasonic-Zellen für Elektroautos, Plug-in-Fahrzeuge und Hybride (BEVs, PHEVs und HEVs, oder kurz xEVs) werden in Tesla-Fahrzeuge eingebaut.

"Darüber hinaus wanderten im Jahr 2020 fast 90 Prozent aller von Panasonic auf die Straße gebrachten xEV-Batteriekapazitäten für Elektro-Pkw in Tesla-Elektrofahrzeuge aller Art, was für den Zelllieferanten den mit Abstand größten Vertriebskanal für das Kalenderjahr darstellt."

Panasonic verkauft xEV-Batterien mit Gewinn, aber eine so hohe Abhängigkeit von einem einzigen Kunden klingt aus ökonomischer Sicht riskant. Tesla kauft übrigens ein Batterieformat (Formfaktor 18650 und 2170), das von den meisten anderen Kunden nicht verwendet wird.

Die Kooperation mit Toyota könnte Panasonics Abhängigkeit von Tesla in Zukunft verringern. Der große japanische Autohersteller hat im vergangenen Jahr beschlossen, ein Joint Venture mit Panasonic zu gründen, das ab 2022 eine halbe Million Akkus produzieren soll, wie Automotive News Europe meldete.

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