Tests des Brennstoffzellen-SUVs beginnen noch 2021

Land Rover entwickelt einen Defender mit Wasserstoff-Brennstoffzellen. Der Prototyp soll noch dieses Jahr den Testbetrieb aufnehmen. Mit dem Projekt stellt der britische Hersteller einen Pfeiler seiner Reimagine-Strategie vor, die der Chef von Jaguar-Land-Rover (JLR), Thierry Bolloré, im Februar verkündete.

Im Rahmen von Reimagine will JLR bis zum Jahr 2036 die Emissionen seiner Modelle auf null reduzieren. Die Jaguar-Modelle sollen bereits 2025 emissionsfrei sein, denn dann will die Marke keine Autos mit Verbrenner mehr verkaufen. Damit erfolgt das Verbrenner-Aus hier schon in vier Jahren und Jaguar gehört zu den ersten Marken, die dem Verbrenner Lebewohl sagen. Für Land Rover gibt es keine so konkreten Ziele, doch soll die Marke in den nächsten fünf Jahren sechs reine Elektro-Modelle erhalten. Der erste Elektro-Land-Rover soll aber erst 2024 starten.

Brennstoffzellen-Autos können laut JLR eine Ergänzung zu batterieelektrisch angetriebenen Modellen (BEVs) sein. Zu den Vorteilen gehört, dass sie sich schnell betanken lassen. So eignet sich der Wasserstoff-Antrieb besonders für größere Fahrzeuge, lange Strecken fahren sollen – insbesondere Lkws.

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Zu den Nachteilen des Wasserstoffantriebs gehört die geringere Energieeffizienz in der well-to-wheel-Betrachtung: Sollen die Autos mit Ökostrom fahren, dann muss zuerst mit Strom Wasserstoff produziert werden, nur um daraus im Auto wieder Strom für den Antrieb zu erzeugen. Zudem sind die Kosten eines Wasserstoff-Autos derzeit noch deutlich höher als bei BEVs und die Tankstellen-Dichte ist sehr gering. Sogar der Hydrogen Council prognostiziert für das Jahr 2030 nur eine Zahl von 10.000 Wasserstoff-Tankstellen weltweit. Die Zahl der Wasserstoff-Autos soll dann bei 10 Millionen liegen.

Das Wasserstoff-Projekt von Land Rover wird durch das staatliche Advanced Propulsion Centre der britischen Regierung kofinanziert. Der Defender-Prototyp soll gegen Ende des Jahres 2021 den Testbetrieb in Großbritannien aufnehmen. Schwerpunkte der Untersuchungen werden Offroad-Eigenschaften und Wasserstoffverbrauch sein.

Zu den bekanntesten Wasserstoff-Autos gehören der Toyota Mirai, der Hyundai Nexo sowie die Wasserstoff-Lkws von Mercedes und Nikola. Zudem haben kürzlich Opel und Peugeot Brennstoffzellenversionen des Stellantis-Transporters vorgestellt.