Bisher lag die maximale Ladeleistung bei 250 kW – bei den V3-Säulen

Tesla erhöht die maximale Ladeleistung seiner Supercharger auf 300 kW. Das geht aus einem Tweet von Firmenchef Elon Musk hervor. Bisher betrug die höchste Ladeleistung 250 kW. Diese Leistung wird bei den Schnelllade-Säulen der Version V3 erreicht. 

"Das Supercharger-Netzwerk wird auf 250 kW bis 300 kW aufgerüstet", twitterte Elon Musk als Antwort auf eine Meldung des britischen Automagazins Car & Driver, das drei Tesla-Fahrzeuge als Testsieger auf Platz 1 bis 3 bei den Elektroautos gekürt hatte:

 

Mehr Informationen zur erhöhten Ladeleistung gibt es bislang nicht. So lässt Musk offen, ob es sich bei den 300-kW-Säulen um verbesserte V3-Lader oder um eine gänzlich neue Version V4 handeln soll. Auch eine Aufrüstung ist denkbar, da Tesla auch die älteren V2-Lader (im Jahr 2019) von 120 auf 150 kW aufgepeppt hat.

Bereits beim Tesla Model S Plaid Delivery Day im Juni hatte Musk angekündigt, dass die Supercharger-Leistung auf 280, 300 und 350 kW erhöht werden soll, wie InsideEVs USA berichtete.

Eine Ladeleistung von 300 kW bedeutet eine Steigerung um 20 Prozent gegenüber den bisherigen 250 kW. Das heißt aber nicht, dass das Laden um 20 Prozent schneller geht, denn die Ladedauer hängt nicht vom Maximum, sondern von der durchschnittlichen Ladeleistung ab.

Und die durchschnittliche Ladeleistung ist gerade bei Tesla oft deutlich niedriger als das Maximum. So hielt das neue Model S Plaid in unserer Schnelllade-Analyse am V3-Supercharger die maximal möglichen 250 kW nur von einem Ladestand von etwa 10 bis 30 Prozent. Vermutlich wird das an einem 300-kW-Lader ähnlich sein, auch wenn sich dann natürlich auch die durchschnittliche Ladeleistung bei einem typischen Ladehub von 20 bis 80 Prozent erhöht.

Das volle Potenzial der 300-kW-Ladesäulen dürfte wahrscheinlich erst der Tesla Cybertruck nutzen. Denn er wird wohl einen größeren Akku haben, und größere Akkus lassen sich gewöhnlich schneller laden als kleine.

Mit der neuen Maximalleistung von 300 kW liegt Tesla allerdings sehr gut. Aktuell erreichen selbst Autos mit 800-Volt-Technik diese Ladeleistung nicht. So werden für den Porsche Taycan mit großem Akku 270 kW angegeben, für den Hyundai Ioniq 5 sogar nur 225 kW. Diese beiden Autos belegen aber auch, dass es nicht auf die maximale Ladeleistung ankommt, denn der Hyundai lädt Reichweite schneller nach als der Porsche. Der Hyundai ist beim Reichweite-Nachladen auch schneller als das Model S Plaid.

Ab wann die 300 kW verfügbar sind, ist noch nicht bekannt. Man darf aber ohnehin davon ausgehen, dass sie zuerst in den USA möglich sein werden. In Deutschland gibt es nach der Website Supercharge.info derzeit rund 100 Supercharger-Standorte, davon etwa die Hälfte V3-Lader mit 250 kW.