Abrechnung soll per App erfolgen (Update)

Am 20. Juli hat Elon Musk in einem Tweet bekannt gegeben, dass das Supercharger-Ladenetz künftig auch Fahrerinnen und Fahrern aller anderen Marken offen stehen soll. Bisher können nur Tesla-Fahrzeuge an den Schnellladern der Firma geladen werden.

Bei der Investoren-Konferenz zu den Quartalszahlen am 26. Juli sagte Elon Musk nun, dass die Abrechnung für Nicht-Tesla-Fahrer über eine App erfolgen soll, wie aus dem Transkript von Teslarati hervorgeht. Das dürfte bedeuten, dass man die eigenen Kreditkarten-Daten in der Tesla-App eintragen muss. Danach muss die Säule angegeben werden, an der man laden will – wahrscheinlich durch Einlesen eines am Supercharger aufgeklebten QR-Codes. In der Folge wird die Säule dann freigeschaltet, und der Ladevorgang kann beginnen.

Wie die Abrechnung geschehen soll, war nach dem Elon-Musk-Tweet vom 20. Juli unklar geblieben. Tesla-Fahrzeuge authentifizieren sich über das Kabel selbst an der Ladesäule, was bei E-Autos anderer Marken nicht möglich wäre.

Außerdem erklärte Elon Musk in der Investorenkonfernz, dass für Nicht-Tesla-Fahrzeuge in den USA ein Adapter notwendig sein wird. Elektroautos anderer Hersteller können nicht mit dem proprietären Tesla-US-Stecker geladen werden. Die Supercharger in Europa dagegen wurden bereits mit CCS2-Kabeln nachgerüstet.

Eine weitere Aussage von Elon Musk bei der Konferenz deutet darauf hin, dass er zeitabhängige Stromtarife einführen wird, und zwar offenbar nur für die "Stromabnehmer", die keinen Tesla fahren:

"The biggest constraint to Superchargers is time,” Musk said, adding that there are times when charging stations are packed and other times when they are empty. “Tesla will also be smarter in terms of how it charges for electricity,” Musk added, noting that Tesla will use time-based pricing for non-Tesla EVs."

Am 20. Juli hatte Musk auf einen Tweet geantwortet, der die Einführung eines eigenen Ladenetzes durch Tesla rechtfertigen sollte. Dabei erklärte der Tesla-Chef:

"Wir haben unseren eigenen Stecker entwickelt, da es damals noch keinen Standard gab & Tesla der einzige Hersteller von Elektroautos mit großer Reichweite war.
Es ist ein ziemlich schlanker Stecker fürs Laden mit niedriger & hoher Leistung. Abgesehen davon machen wir unser Supercharger-Netzwerk noch dieses Jahr auch für andere Elektroautos zugänglich."

 

Ein anderer Twitter-Nutzer fragte, ob sich das nur auf bestimmte Länder beziehe, doch laut Elon Musk soll sich das Supercharger-Netz im Laufe der Zeit in allen Ländern geöffnet werden:

 

Bei Tesla ist Plug and Charge bereits Realität

Tesla-Fahrzeuge authentifizieren sich per Plug and Charge selbst an der Säule, das heißt es ist keine Ladekarte und keine App erforderlich. Die Authentifizierung des Autos an der Ladesäule über diese Technik ist jedoch bislang bei anderen Elektroautos noch die Ausnahme. Eine Nachrüstung von Superchargern mit Lesegeräten für Ladekarten wäre aufwendig.

Es gibt zwar eine internationale Norm (ISO 15118) für Plug and Charge, das heißt Ladenetz-Betreiber und Autohersteller haben sich bereits auf einen Standard für die Kommunikation zwischen Säule und Auto geeinigt. Auch Ladeanbieter wie Ionity oder NewMotion bieten die Funktion ihren Nutzern an.

Doch noch gibt es wenige Elektroautos, die die Technik unterstützen. Der Elektro-Smart beherrscht es, auch der Audi e-tron und der Porsche Taycan sollen das Verfahren unterstützen. Bei VW soll es künftig nach einem aufpreispflichtigen Over-the-Air-Update in die Autos kommen, wie es auf der Hersteller-Website in einer Fußnote heißt. Und letztens verriet Mercedes, dass der neue EQS Plug and Charge unterstützt.

Dabei würde Plug and Charge das Aufladen für die Kundinnen und Kunden extrem vereinfachen: Einfach Kabel anschließen und los gehts. Abgerechnet wird automatisch von dem Ladestromanbieter, mit dem man einen Vertrag abgeschlossen hat. Es bleibt die Hoffnung, dass Plug and Charge irgendwann einmal auch für Nicht-Tesla-Fahrzeuge möglich wird.