Zu den wenigen Serienneuheiten der IAA Mobility gehörte der Renault Mégane E-Tech Electric, der auf der Messe endlich bohne Tarnfolie gezeigt wurde. Der 4,21 Meter lange Kompaktwagen tritt gegen den VW ID.3 an, obwohl er deutlich bulliger und SUV-artiger wirkt.

Für den Antrieb sorgen fremderregte Synchronmotoren mit 96 oder 160 kW, kombiniert mit einem 40- oder 60-kWh-Akku mit NMC-Chemie. Die Reichweiten sollen 300 bzw. 470 km betragen; aufgeladen wird mit bis zu 130 kW.

Bildergalerie: Renault Megane E-Tech Electric (2021)

Bestellbar sein soll das Auto ab Februar 2022. Gebaut werden soll der Wagen in der so genannten ElectriCity, der die drei nordfranzösischen Renault-Werke Douai, Maubeuge und Ruitz umfasst. Dort bereiten die 5.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bereits die Serienproduktion des neuen Elektro-Megane vor.

Die ElectriCity soll im Jahr 2025 400.000 Elektroautos produzieren und damit zum "größten Produktionszentrum für Elektromobilität in Europa" aufsteigen. "Um Elektrofahrzeuge in unsere Fertigung einzubinden, haben wir mehr als 550 Millionen Euro in die Umgestaltung des Standorts Douai investiert. Außerdem haben wir die Ergonomie der Arbeitsplätze verbessert," sagt ElectriCity-Chef Luciano Biondo.

Derzeit werden im Renault-Werk Douai der Scenic, der Espace und der Talisman gebaut. 2018 wurde das Werk für die Produktion der Fahrzeuge auf Basis von CMF-EV ausgewählt, auf der neben dem Elektro-Megane auch der Nissan Ariya beruht. Zunächst wurde eine Montagelinie so umgebaut, dass dort nun "zahlreiche Modelle aus verschiedenen Fahrzeugklassen produziert werden können", wie Renault berichtet. Dazu gehört auch der neue Elektro-Megane.

Stolz ist der französische Hersteller auf die starke Vernetzung. Automatisierte Transporter bringen Komponenten zur richtigen Zeit zum richtigen Ort an der Montagestraße. In der komplett neuen Batteriemontage bereiten Mitarbeiter jeden Akku vor, bevor er an einer Andockstation in das Fahrzeug integriert wird. Im Karosseriebau sollen neue Roboter Fahrzeuge jeder Größe können nacheinander ohne Unterbrechung fertigen. Auch die Lackierstraße wurde grundlegend erneuert.

Viele Arbeitsplätze wurden in Sachen Ergonomie verbessert. Die Fahrzeuge werden auf einzelnen Plattformen bis an die Mitarbeiter herangeführt, um die körperliche Belastung zu minimieren. Dabei wird auch die unterschiedliche Körpergröße der Beschäftigten berücksichtigt.

Besonders wichtig ist die Batterieproduktion und -montage. In Kooperation mit dem Batteriehersteller Envision AESC soll am Standort Douai eine Megafactory entstehen, die quasi in Rufweite zur Autoproduktion die Batterien fertigt. So ergeben sich kurze Transportwege, reduzierte Fixkosten und flexible Prozesse je nach Kundennachfrage.

Nach dem Anlauf des Elektro-Megane in Douai soll dort künftig auch der Renault 5 Electric von den Fließbändern fahren, ganz wie schon sein Vorläufer in den 1970er- und 1980er-Jahren.

Technische Daten des Renault Megane E-Tech Electric

  • Antrieb: 1 E-Motor mit 96 oder 160 kW
  • 0-100 km/h / Höchstgeschwindigkeit: 7,4 Sek. / 160 km/h (angeblich beide Antriebe)
  • Akku: 40 oder 60 kWh
  • Reichweite: 300 bzw. 470 km WLTP
  • Maße: 4,21 m Länge/ 1,78 m Breite / 1,50 m Höhe / 2,70 m Radstand
  • Kofferraum: 440 Liter, Maximalvolumen nicht bekannt
  • Leergewicht: 1.624 kg