Die Übernahme von SsangYong durch das Edison Motors Consortium ist geplatzt. Der koreanische Autohersteller hat den am 10. Januar 2022 geschlossenen Vertrag aufgehoben, so SsangYong. Grund für die Vertragslösung: Das Konsortium kam seinen bis zum 25. März 2022 (fünf Werktage vor der Gläubigerversammlung) fälligen Zahlungsverpflichtungen nicht nach, melden die Koreaner.

Ende 2020 war die SsangYong pleite, wie BusinessStandard damals meldete. Im Herbst 2021 verhandelte die Marke mit drei verschiedenen Investoren; bald darauf entschied man sich für Edison Motors. Nach Abschluss des Übernahmevertrags im Januar legte SsangYong dem Insolvenzgericht einen Sanierungsplan vor. Der sah offenbar eine Bezahlung der SsangYong-Schulden durch Edison Motors vor – doch dieser Verpflichtung kam das Konsortium nicht nach.

"Nach Abschluss des Übernahmevertrags legte SsangYong dem zuständigen Gericht Ende Februar einen Sanierungsplan vor. Dieser sah eine Rückzahlung der ausstehenden Forderungen und Änderungen der Aktionärsrechte vor, sobald die vollständige Zahlung eingegangen wäre. Das Gericht setzte den 1. April 2022 für die Gläubiger- und Aktionärsversammlung und damit als Termin für die Beschlussfassung fest." (SsangYong)

Nun hat SsangYong den Vertrag mit Edison Motors gelöst und sucht einen anderen Investor. Ist der gefunden, muss SsangYong dem Gericht erneut einen Sanierungsplan vorlegen. Dabei geht SsangYong von einer verbesserten Ausgangslage aus.

SsangYong Korando e-Motion (2022)
Korando e-Motion: Das 4,45 Meter lange Elektro-SUV startete Anfang 2022

Mit dem Korando e-Motion führte SsangYong Ende 2021 sein erstes Elektroauto ein. Ende Juni 2022 soll die Produktion des neuen Mittelklasse-SUVs J100 anlaufen. Die Elektroversion des J100 namens U100 folgt im zweiten Halbjahr 2023. Hierbei will SsangYong von einer Allianz mit BYD profitieren – nach einem Gerücht im Web erhält der U100 eine Batterie von dem chinesischen Konzern. 

In Partnerschaft mit SNAM wird zudem ein Montagewerk für die CKD-Produktion (Completely Knocked Down) in Saudi-Arabien gebaut, das ab 2023 jährlich 30.000 Autos bauen soll.

Die Nachfrage nach SsangYong-Fahrzeugen ist zudem hoch, man hat mehr als 13.000 ausstehende Bestellungen, so der Hersteller weiter. Deshalb will SsangYong ab Juni einen Zweischichtbetrieb einführen. 

Die verbesserte Geschäftslage erhöht den Unternehmenswert, glaubt Insolvenzverwalter Young-won Jung. So werde man finanzkräftigere Investoren finden. "Wir bemühen uns um eine Übernahme in kürzester Zeit, um nicht nur die Bedenken unserer Partner zu zerstreuen, sondern auch um eine solide Grundlage für das langfristige Wachstum des Unternehmens zu schaffen."

Unser Titelbild zeigt die Studie des J100 mit seinen Ahnen, die Bildergalerie unten ein bislang nicht verwirklichte Studie vom Genfer Autosalon 2018.

Bildergalerie: SsangYong e-SIV Concept (2018)