Jeep zeigt gleich drei neue Elektroautos. Für Europa am wichtigsten ist wohl das bereits erwartete kleine SUV, von dem wir nun wissen, dass es nicht Jeepster oder Junior, sondern Avenger heißen wird. Daneben präsentiert die Marke den Recon, einen vom Wrangler inspirierten Elektro-Geländewagen und eine Elektroversion des neuen Wagoneer.

Bei dem Avenger handelt es sich um das kleine Elektro-SUV, von dem Jeep bereits im März Bilder zeigte. Der Wagen soll dem Vernehmen nach 10 Zentimeter kürzer als der Jeep Renegade sein; damit wäre er etwa 4,15 Meter lang. Sowohl Zweirad- als auch Allradantrieb sollen angeboten werden. Öffentlich präsentiert wird der Neuling auf dem Pariser Autosalon am 17. Oktober. Gebaut wird er im polnischen Tychy, auf den Markt kommen soll er Anfang nächsten Jahres.

Bildergalerie: Jeep Avenger (2023)

Auch ein paar Daten verriet Jeep schon. So soll der Wagen 400 km mit einer Batterieladung schaffen. Und: Er basiert nicht wie gedacht auf der Plattform eCMP (auf der auch Opel Mokka-e, Peugeot e-2008 & Co. aufsetzen), sondern bereits auf STLA Small, wie Jeep-Chef Christian Meunier bei einem Online-Event im Vorfeld sagte. Wenn wir uns nicht verhört haben, ist das eine faustdicke Überraschung, denn ursprünglich sollte STLA Small erst 2026 starten:

Infografiken zu den Elektrifizierungsplänen von Stellantis

Zu den sonstigen Eigenschaften machte Jeep noch keine Angaben, doch beim Stellantis EV Day 2021 wurde die Plattform schon recht genau beschrieben. Danach arbeitet STLA Small mit einer Systemspannung von 400 Volt und bekommt Antriebsachsen (Electric Drive Units, EDU) mit 70 kW; zwei davon also 140 kW liefern. Nach dem folgenden Chart könnte daneben auch eine EDM mit 125 bis 180 kW eingesetzt werden – vielleicht für die 2WD-Variante. 

Stellantis EV Day 2021

Der zweite Neuling, der Jeep Recon, ist ein Elektro-Offroader, der im D-SUV-Segment antritt. Er ist vom Wrangler inspiriert, soll den Wrangler aber nicht ersetzen. Der Wagen wird ausschließlich als Elektroauto angeboten und soll echte Offroad-Fähigkeiten besitzen. Selbst den anspruchsvollen Rubicon Trail soll er schaffen und danach noch genug Reichweite haben, um zurück in die Stadt zu fahren.

Der Antrieb bietet ein "Jeep Selec-Terrain"-Traktionsmanagement, elektrische Differentialsperren, Unterbodenschutz und einen Abschlepphaken. Zudem besitzt er ein "One-Touch-Powertop", also wohl ein elektrisch bedientes Verdeck, sowie abnehmbare Türen wie der Wrangler.

Bildergalerie: Jeep Recon (2024)

Der Recon wird 2023 öffentlich vorgestellt, danach kann man ihn reservieren. Die Produktion in Nordamerika soll jedoch erst 2024 beginnen. Auf den Markt kommen soll der Wagen nicht nur in Amerika, sondern "auf den wichtigsten Märkten der Welt, einschließlich Europa".

Der dritte Neuling ist eine Elektroversion des 2021 vorgestellten neuen Wagoneer (den es in Deutschland nicht gibt). Das Fahrzeug mit dem Codenamen Wagoneer S bekommt einen 441 kW starken Allradantrieb mit "All-Terrain-Management". Den Sprint auf Tempo 100 soll das Auto damit in etwa 3,5 Sekunden erledigen. Mit einer Batterieladung sind 650 Kilometer möglich, so Jeep.

Bildergalerie: Jeep Wagoneer S (2024)

Öffentlich vorgestellt wird auch der Wagoneer S erst 2023; ab Anfang nächsten Jahres soll man das Modell in den USA reservieren können. Die Produktion soll 2024 in Nordamerika beginnen. Wie der Recon soll der Wagoneer S auf den wichtigsten Märkten verkauft werden, auch in Europa. Neben dem rein elektrischen Wagoneer wird es in den USA ab 2024 auch Plug-in-Hybrid-Versionen mit der bekannten Zusatzbezeichnung 4xe geben. 

Bis Ende 2025 will Jeep vier neue Elektro-SUVs einführen. Drei davon wurden nun enthüllt, das vierte soll dem Vernehmen nach in den nächsten zwei Monaten vorgestellt werden. So glaubt sich Jeep für die Verkehrswende gerüstet: Bis 2030 sollen alle in Europa verkauften Jeep-Fahrzeuge Elektroautos sein; in den USA soll das auf 50 Prozent der Verkäufe zutreffen.

Das folgende Video zeigt die drei Neulinge; wenn Sie sich das Marketing ersparen wollen, spulen Sie vor bis etwa 2:30.