China bleibt der mit Abstand größte Elektroauto-Markt der Welt: Zwischen Januar und August wurden rund 2,9 Millionen Elektro-Pkw (BEVs) neu zugelassen. Damit wurden in den ersten acht Monaten schon mehr E-Autos registriert als im gesamten letzten Jahr, als es 2,7 Millionen waren. 

Für das Gesamtjahr rechnet das CAM mit 4,5 Millionen – das wäre ein sattes Wachstum von 165 Prozent gegenüber 2021. Der BEV-Anteil am gesamten Absatz (14,6 Millionen Pkw) liegt hier schon bei fast 20 Prozent, so das Center of Automobile Management (CAM) in seiner neuen Auswertung. 

Chinesischer Marktführer ist BYD. Der Konzern verkaufte von Januar bis Juli 707.496 BEVs und PHEVs, mehr als dreimal so viel als im Vorjahreszeitraum. SAIC inklusive der Marke Wuling mit ihrem sehr populären Kleinstwagen folgt mit 256.158 Pkw auf Rang 2, dann kommt Tesla mit 207.139 Pkw. Volkswagen kam im Markenranking nur auf Rang 6.

In Deutschland verkaufte Elektroautos seit Januar 2021 (Gesamtzahl und BEV-Anteil)

2,9 Millionen Elektroauto-Zulassungen also in China bis August – und wo liegt Deutschland, das einst "Leitmarkt für die Elektromobilität" werden wollte? Hierzulande wurden im gleichen Zeitraum nur 228.084 Elektroautos zugelassen, also nicht einmal ein Zehntel des chinesischen Verkaufsvolumens.

BEV-Anteil in Deutschland nun bei 14 Prozent

Allerdings erzielen die BEVs in Deutschland damit ein Plus von 12 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum, während der Gesamtmarkt um 10 Prozent schrumpfte. Der BEV-Anteil liegt nun bei knapp 14 Prozent, im Vorjahreszeitraum lag er noch bei 11 Prozent.

Marktführer hierzulande ist die Marke VW mit rund 27.000 Pkw, Tesla folgt knapp dahinter mit 25.000 Pkw. Hyundai und Audi erreichen mit 18.000 bzw. 16.000 Autos Rang 3 und 4, knapp vor Fiat und Opel, die von Januar bis August auf rund 15.000 verkaufte Elektroautos kamen. Auf den Rängen 7 bis 10 folgen Renault, BMW, Mercedes und Peugeot.

Vergleichsweise schwach zeigen sich Ford (Rang 18), Honda (Rang 25) und Toyota (Rang 27). Die erst 2021 gestartete Marke MG verkaufte in den ersten acht Monaten des Jahres  bereits so viele Elektroautos wie Nissan.

In Deutschland verkaufte Elektroautos nach Marke (Gesamtzahl und BEV-Anteil)

Die höchsten BEV-Anteile nach reinen Elektro-Marken wie Tesla, Smart und Polestar erreichen MG (45%). Fiat (31%), Renault (31%) und Peugeot (30%). Auch Hyundai (27%) und Mini (27%) liegen weit über dem Durchschnitt. Unterdurchschnittlich
sind die BEV-Anteile von VW (9%), Mercedes (8%) und Skoda (8%), und erst recht Ford (4%), Mazda (3%) und Toyota (1%).

Fiat steigerte durch den derzeit sehr populären Elektro-500 seinen BEV-Anteil von 15% im Gesamtjahr 2021 auf nun 30%. Bei VW dagegen sank der BEV-Anteil von 15% im Vorjahr auf 9%. Auch bei Skoda, Porsche, Mazda, Honda und Nissan sanken die BEV-Anteile.

Für das Gesamtjahr 2022 rechnet das CAM mit Neuzulassungen von 370.000 Elektroautos, was ein Plus von 4 Prozent gegenüber dem Vorjahr wäre. Der Gesamtmarkt soll nach der Prognose leicht zurückgehen auf 2,54 Millionen Autos, was einem Minus von 4% entspräche. Die Gesamtzulassungen wären damit so niedrig wie zuletzt vor 37 Jahren.