Volkswagen ist angeblich in Gesprächen mit Foxconn. Der Auftragsfertiger aus Taiwan soll möglicherweise die für 2026 geplanten Scout-Modelle bauen, so ein neues Gerücht.  

Im Mai veröffentlichte VW seine Pläne zu einem neuen Elektro-Pick-up und einem besonders robusten SUV für die USA. Die beiden Fahrzeuge sollen im Jahr 2026 starten, aber nicht als Volkswagen, sondern unter der Marke Scout, die dafür wiederbelebt wird.

Bildergalerie: VW Scout Elektro-Pick-up und R-SUV (Teaser)

Basis sollte "ein neues technisches Plattformkonzept" sein, so VW damals; der Modulare Elektrobaukasten (MEB) ist es also wohl kaum. Im Oktober gab es ein Gerücht, nach dem Magna die Produktion übernehmen könnte. Die Autos könnten dann eventuell auch auf der Magna-eigenen Elektroplattform basieren, hieß es.

Diese Möglichkeit ist nicht vom Tisch, berichtet nun die Automobilwoche unter Berufung auf Unternehmenskreise. Angeblich wird aber zusätzlich mit Foxconn gesprochen. Auch dieses Unternehmen hat eine eigene Elektro-Plattform. Die dritte Option wäre, dass VW die Modelle doch selbst baut.

Volkswagen Werk in Chattanooga, Tennessee

In Chattanooga (Tennessee) werden der VW Atlas und seit Kurzem der ID.4 gebaut

VW hat ein einziges Autowerk in den USA, das sich in Chattanooga befindet. Im April gab es Medienberichte über ein zweites Werk an dem Standort, das den ID. Buzz und ein Elektro-Pick-up fertigen sollte – womit möglicherweise das erste Scout-Modell gemeint war. Diese Lösung gilt nun aber als unwahrscheinlich. Zudem würde diese Lösung wohl auch die Frage nach einer geeigneten Plattform aufwerfen. Magna dagegen hat eine solche Plattform und plant schon länger eine Fabrik in den USA. 

Foxconn ist als Produzent des Apple iPhone bekannt geworden und will nun in die Autobranche einsteigen. So stellte die Firma etliche Elektroautos unter der eigenen Marke Foxtron vor, zuletzt den Elektro-Pick-up Model V. Zudem soll Foxconn ab 2024 den Fisker Pear in den USA bauen, und zwar in der Fabrik, die die Firma in Lordstown (Ohio) erworben hat. Dort soll auch der Lordstown Endurance entstehen. Ob es in Lordstown noch Kapazitäten für weitere Modelle gibt, oder ob Foxconn für die Scout-Modelle ein neues Werk bauen müsste, ist nicht bekannt. 

Die ersten Scout-Prototypen sollen schon 2023 vorgestellt werden, die Entscheidung für eine Plattform eilt also. Die neuen Autos sollen "typisch amerikanisch" sein; daher entschied man sich für die traditionelle US-Marke Scout.

Genau genommen, war Scout keine Marke, sondern ein Modell vom Hersteller International Harvester. Aber dass aus einem Modell eine Marke werden kann, zeigen ja auch Jeep oder Genesis. Der International Harvester Scout wurde von 1961 bis 1980 produziert und war ein robuster Offroader, den es mit offener Ladefläche (als Pick-up) und mit geschlossener Karosserie gab. Im Juli 2021 wurde die Firma von der Volkswagen-Nutzfahrzeugtochter Traton übernommen.