US-Umweltbehörde EPA will Abgasregeln deutlich verschärfen
BEV-Anteil soll von 5,6 Prozent auf zwei Drittel steigen
Im Vergleich zu China und Europa sind die USA noch ein Entwicklungsland – wenn es um die Elektromobilität geht. Denn noch ist der Anteil der E-Autos in den Vereinigten Staaten gering: Im letzten Jahr waren es 5,6 Prozent, während Europa bei 12 Prozent lag und China sogar bei etwa 20 Prozent. Doch wenn der neue Vorschlag der US-Umweltbehörde EPA durchgeht, könnte sich das bald ändern.
Ein festes Enddatum für den Verbrenner, wie es die Europäische Union für 2035 festgelegt hat, soll es in den USA nicht geben. Stattdessen schlug die Behörde strenge Abgasregeln vor, die sich jährlich verschärfen. Die Regeln sollen für leichte und mittelschwere Neuwagen der Modelljahre 2027 bis 2032 gelten. Die CO2-Emissionen der Flotte sollen auf 82 Gramm pro Meile sinken, also auf etwa 51 Gramm pro Kilometer – und zwar natürlich nach der anspruchsvollen amerikanischen EPA-Norm.
Dazu werden offenbar die maximal erlaubten CO2-Flottenemissionen ab 2027 Jahr für Jahr verschärft: um 18 Prozent im Jahr 2027, um 13 Prozent im Jahr 2028, um 15 Prozent im Jahr 2029, um 8 Prozent im Jahr 2030, um 9 Prozent im Jahr 2031 und um 11 Prozent im Jahr 2032.
Damit soll der BEV-Anteil am Gesamtabsatz bis 2032 auf 67 Prozent steigen. Zwei Drittel der verkauften Neuwagen sollen also in neun Jahren Elektroautos sein. Derzeit ist nur jedes achtzehnte Auto emissionsfrei.
Die EPA geht davon aus, dass mit dieser Regelung die CO2-Emissionen der Flotte um 56 Prozent gegenüber dem Maximalwert für 2026 sinken würde. So könnten 7,3 Milliarden Tonnen CO2 eingespart werden; dies entspricht der vierfachen Emissionsmenge, die der US-Verkehr derzeit jährlich verursacht. Außerdem könnten die Ölimporte um 20 Milliarden Barrel reduziert und damit enorm viel Geld eingespart werden: Zwischen 2027 und 2055 soll die Ersparnis 0,85 bis 1,6 Billionen Dollar betragen – und zwar europäische Billionen, nicht amerikanische.
Allerdings würden die Kaufpreise für die Fahrzeuge deutlich steigen. Die EPA schätzt allerdings, dass sie bis 2032 nur um etwa 1.200 Dollar steigen würden. Über die Lebensdauer des Autos würde man allerdings 12.000 Dollar sparen, so die Behörde.
Für mittelschwere Fahrzeuge gibt es separate Ziele. Hier soll der BEV-Anteil bis 2032 nur auf 46 Prozent der Verkäufe steigen. Die durchschnittlichen CO2-Emissionen sollen gegenüber den Standards für 2026 um 44 Prozent sinken, was 275 Gramm CO2 pro Meile (172 Gramm pro km) entspricht.
Der EPA-Vorschlag enthält zudem weitergehende Regeln für die Autoindustrie. Zum Beispiel soll die Batterielebensdauer für BEVs steigen. Dazu müssten die Autohersteller den Akku zusätzlichen Tests unterwerfen und der EPA dann melden, dass die Batterie den Anforderungen entspricht.
Mit den ehrgeizigen Abgasregeln wolle die EPA Vorgaben des US-Präsidenten Joe Biden erfüllen, sagte EPA-Chef Michael Regan. Dazu gehört auch die Reduktion der Luftschadstoffe und Klimagase. Doch derzeit handelt es sich nur um Vorschläge einer Behörde. Bevor die verschärften Abgasregeln gelten, müssen sie für eine bestimmte Zeit öffentlich diskutiert werden. Was die Republikaner davon halten, kann man sich vorstellen ...
Quelle: Motor1 USA, FAZ.net (BEV-Anteile)
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