Studie: Bis 25 Cent/kWh sparen durch Laden mit Solarstrom
Ein Vierpersonen-Haushalt kann jährlich 9.000 Sonnenkilometer zurücklegen, so der ADAC
Wer sein Elektroauto nicht mit Strom aus der Steckdose (oder gar aus der Schnellladestation) lädt, sondern mit selbst erzeugtem Solarstrom, spart gewaltig. Das zeigt der neue "Sonnenkilometer-Monitor" des ADAC. Mit der Studie soll man sich einen schnellen
Überblick zu Ladekosten und Emissionen verschaffen können.
Nach den Grafiken des ADAC gibt es in Deutschland derzeit 1,013 Millionen reine Elektroautos und rund 85.000 öffentliche Ladepunkte – ob mit Wechsel- oder Gleichstrom. Die Zahl der privaten Photovoltaikanlagen ist mit zwei Millionen in Deutschland deutlich größer: Das zeigt das Potenzial der Nutzung von selbst erzeugtem Sonnenstrom.
Wieviel man jährlich durch Solarstrom-Laden sparen kann, zeigt der Solarrechner, den der Automobilclub zusammen mit dem Online-Solar-Anbieter Zolar erstellt hat. Dieser ermittelt aufgrund der Daten der Solaranlage die möglichen "Sonnenkilometer" sowie den Strom, den man zusätzlich vom eigenen Energieversorger beziehen muss. In die Rechnung gehen auch die Fahrzeugklasse, der Verbrauch und die Fahrleistung ein.
In einem durchschnittlichen Vier-Personen-Eigenheim lassen sich danach bei einem 80-prozentigen Eigenstromanteil mehrere Tausend kostenlose Kilometer erwirtschaften; außerdem werden insgesamt mehr als vier Tonnen CO2 eingespart, so der ADAC.
Wie unser Titelbild zeigt, kann ein Vier-Personen-Haushalt mit PV-Anlage und 15.000 Fahr-Kilometern jährlich über 9.000 Kilometer mit Solarstrom zurücklegen. Damit werden rund 50 Prozent der Stromkosten und des CO2 beim Betrieb des Fahrzeugs eingespart.
Die Kombination aus Elektroauto und eigener PV-Anlage ergibt also sowohl ökonomisch als auch ökologisch Sinn. Die sogenannten Stromgestehungskosten, also die Kosten für die Installation bis zur Inbetriebnahme einer privaten Solaranlage, liegen zwischen acht und 18 Cent pro Kilowattstunde – je nach Anlagekosten, Jahresverbrauch und angenommener Betriebsdauer. Danach entstehen praktisch keine Kosten mehr.
Gegenüber Haushaltsstrom aus dem Netz, der laut ADAC momentan rund 33 Cent/kWh kostet, spart man also bis zu 25 Cent je kWh. Am meisten spart man, wenn jede selbst erzeugte Solar-Kilowattstunde im Auto verbraucht wird – und zwar ohne weitere Umwandlungen. Das Elektroauto sollte also möglichst dann geladen werden, wenn am meisten Solarstrom zur Verfügung steht – also tagsüber bei lachender Sonne. Eine Batterie als Speicher ist nur die zweitbeste Lösung, die aber nötig sein kann, wenn das Auto tagsüber zum Pendeln benötigt wird.
Überschüssigen Solarstrom ins Netz einzuspeisen, lohnt sich dagegen nicht besonders. Denn dafür bekommt man zwischen sieben und acht Cent pro Kilowattstunde. Bleibt also nach Abzug des normalen Stromverbrauchs durch Waschmaschine, Kühlschrank etc. noch Energie übrig, lohnt sich ein Elektroauto. Damit kann der Eigenverbrauch deutlich gesteigert und damit die Wirtschaftlichkeit der Solaranlage erhöht werden. Mit jedem gefahrenen "Sonnenkilometer" verringern sich die Fahrtkosten und Emissionen somit erheblich.
Nach einer aktuellen Studie des ADAC verfügen 44 Prozent der Personen, die ein E-Auto besitzen und jede vierte Person, die in den kommenden drei Jahren ein E-Auto erwerben will, bereits über eine heimische PV-Anlage. Weitere 24 Prozent mit E-Auto im Haushalt bzw. 34 Prozent mit Kaufabsicht planen in den nächsten drei Jahren eine PV-Installation. Damit ist klar: Die Leute haben längst erkannt, dass Elektroauto und Solaranlage eine ideale Kombination sind.
Quelle: ADAC
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