Nio: Ab April nur noch 2 kostenlose Batterie-Swaps pro Monat
Zusätzliche Swaps kosten 10 Euro, und auch für den Strom muss man dann zahlen
Bei Nio hat man die Wahl: Entweder man kauft die Autos inklusive Batterie, oder man spart sich die Anschaffung des Akkus und entscheidet sich für ein Batterie-Abonnement. Nur mit dem Abo – im Fachchinesisch "Battery-as-a-Service" oder BaaS genannt – darf man auch die Batterietausch-Stationen von Nio benutzen.
Dort kann man den leergefahrenen Akku binnen rund fünf Minuten gegen einen vollen austauschen lassen. Das geschieht automatisch, in einer garagenartigen Einrichtung, der Power Swap Station (PSS). Bisher war der Batterietausch noch gebührenfrei und man konnte den Akku so oft tauschen wie man wollte.
Doch voraussichtlich ab April 2024 erhält man als Abo-Kunde nur noch zwei kostenlose Swaps pro Monat. Außerdem zahlt man dann auch für den Strom. Das bedeutet, man bezahlt für die Energiedifferenz zwischen der neuen und der zurückgegebenen Batterie. Ab dem dritten Batterietausch verlangt Nio eine "Swapping-Gebühr" von 10 Euro. Für den Strom soll man rund 39 Cent pro Kilowattstunde zahlen.
Akkus werden mit günstigem Strom geladen
Der Strom ist "grün" und kommt von RWE. Mit dem Energieversorger schloss Nio nun einen Kooperationsvertrag ab. "Durch die Zusammenarbeit mit RWE und den Zugang zur Strombörse mit seinen variablen Handelspreisen können wir die Batterien in unseren PSS kostenoptimiert laden", sagte Nio-Deutschland-Chef Marius Hayler.
Das heißt, die Batterien werden bevorzugt mit günstigem Nachtstrom geladen. Der Strompreis für die Kundschaft soll dadurch "wettbewerbsfähig" sein. Aber dass der Strompreis täglich oder sogar stündlich schwankt, möchte Hayler den Kundinnen und Kunden nicht zumuten. Eine gewisse Planungssicherheit für die Kundschaft sehe er "als besonderen Mehrwert", so der Manager.
RWE plant indes schon weiter: Über die reine Stromlieferung hinaus will der Energieversorger die Power Swap Stations "perspektivisch" als Batteriespeicher nutzen. So will RWE das Stromnetz bei schwankender Einspeisung von Strom aus erneuerbaren Energien stabilisieren. "Denn durch die Ein- oder Ausspeicherung von grünem Strom können wir Lastspitzen vermeiden und die Stromnachfrage besser ausbalancieren", so Hendrik Niebaum, der Verantwortliche von RWE.
Für Nio ist das Ganze möglicherweise ein Zusatzgeschäft. Denn vermutlich macht die Firma beim Kauf des Stroms an der Börse für einen einstelligen Centbetrag und dem Verkauf für rund 39 Cent Gewinn. Dazu kommt noch die Swap-Gebühr. Allerdings dürfte auch die Aufstellung der Tauschstationen und ihre Wartung nicht ganz billig sein.
Neun weitere Power Swap Stations vor Eröffnung
Mitte November wurde im niedersächsischen Emsbüren die achte PSS in Deutschland eröffnet. Die PSS in Emsbüren ist die erste vollautomatisiert Station, das heißt, sie kommt ganz ohne Personal aus. Diesem Vorbild sollen alle bisherigen und kommenden PSS folgen.
In naher Zukunft sollen neun weitere PSS in Betrieb gehen. Sie befinden sich in Bayern (Mühldorf am Inn, Aurach und Geiselwind), Hessen (Sulzbach und Reiskirchen), Nordrhein-Westfalen (Kirchlengern), Niedersachsen (Lehre), Brandenburg (Schipkau) und Sachsen (Schkeuditz). Eine weitere PSS in St. Augustin bei Bonn (Nordrhein-Westfalen) befindet sich in Bauvorbereitung. Weltweit sind bereits über 1.500 Stationen in Betrieb.
In Deutschland verkauft Nio derzeit fünf Modelle: den ET5 als Limousine und Kombi, die SUVs EL6 und EL7 sowie die große Limousine ET7. Vom Januar bis November 2023 wurden rund 1.200 Nio-Neufahrzeuge zugelassen, darunter etwa 560 vom Erstling ET7.
Quelle: Nio (per E-Mail)
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