Tesla hat im ersten Quartal 2024 nur 386.810 Fahrzeuge ausgeliefert. Das sind fast 100.000 Autos weniger als im letzten Quartal, als noch knapp 484.507 Autos an die Kundschaft übergeben wurden. Bei einer Firma wie Tesla, die gewöhnlich von Quartal zu Quartal mehr Autos verkauft, ist dieses Minus von 20 Prozent ein dramatischer Einschnitt.

Bei der Produktion ist der Rückgang nicht ganz so krass: Statt knapp 495.000 wurden nun etwa 433.000 Autos gebaut. Das entspricht einem Minus von etwa 13 Prozent. Der Rückgang sei teilweise auf den langsamen Hochlauf des aktualisierten Model 3 im US-Werk Fremont, die Produktionsausfälle durch den Konflikt am Roten Meer und durch den Brandanschlag auf die Gigafactory Berlin zurückzuführen, so Tesla. Vermutlich spielt aber auch die schwächelnde Nachfrage nach Elektroautos sowie die harte Konkurrenz in China eine Rolle.

Wie dramatisch der Einbruch ist, lässt sich am besten in unserem Quartals-Chart ablesen, der die Zeit ab dem 1. Quartal 2019 umfasst, also die letzten fünf Jahre. Das Chart zeigt, dass seit dem 2. Quartal 2022 kein so großes Minus mehr verzeichnet wurde. Damals hatte sich der Absatz um etwa 55.000 Stück verringert, was aber einem Minus von 30 Prozent gegenüber dem Vorquartal entsprach. Damals waren wohl die Corona-Pandemie und die aggressiven Lockdowns in Shanghai schuld.

Tesla-Auslieferungszahlen nach Quartalen seit dem 1. Quartal 2019

Wie schon Ende 2023 führt Tesla nur die Zahlen für Model 3 und Y sowie die "anderen Modelle" auf. Zu den Letztgenannten gehören das Model S und X, aber wohl auch der Cybertruck und der Semi. Alle vier Modelle zusammen machen jedoch nicht einmal fünf Prozent des gesamten Absatzes aus.

Tesla ist also wie gehabt eine Zwei-Modell-Marke. Zur Aufschlüsselung zwischen Model 3 und Y macht Tesla wie üblich keine Angaben. In Deutschland führt das Model Y mit 72 Prozent des Gesamtabsatzes deutlich vor dem Model 3 mit 25 Prozent (Angaben nach KBA für das Gesamtjahr 2023).  

Was die übrigen Produkte von Tesla angeht, so betont das Unternehmen, dass man mit 4.053 MWh so viele stationäre Energiespeicher ausgeliefert hat wie noch nie in einem Quartal. Zu den Gewinnen, dem Ausblick und weiteren Aspekten des Unternehmens will sich Tesla am Dienstag, 23. April 2024, nach US-Börsenschluss äußern.

Unter dem Strich

Holla, holla, das nennt man einen Einbruch: Tesla hat 20 Prozent weniger Autos ausgeliefert als im Vorquartal – das will was heißen. Aber BYD meldete für das erste Quartal sogar ein Minus von 43 Prozent beim Absatz von batterieelektrischen Autos (BEVs). So kann sich Elon Musk damit trösten, dass er mit knapp 387.000 Stück nun wieder mehr BEVs verkauft als der Erzkonkurrent, der in den vergangenen drei Monaten nur auf 300.114 Stück kam.