Der Nissan Leaf wird bereits seit 2013 im britischen Werk Sunderland gebaut. Letzte Woche soll die Produktion dort ausgelaufen sein. Ab jetzt soll sich die Fabrik auf die Fertigung von drei neuen Elektromodellen vorbereiten.

Die Nachricht vom Produktionsende des Leaf wurde schon am 29. Februar vom Sunderland Echo verbreitet. Die Zeitung zitiert einen Nissan-Sprecher: "Nach 13 Jahren großen Erfolgs nähert sich die aktuelle Generation des Nissan Leaf, des weltweit ersten reinen Elektroautos für den Massenmarkt, dem Ende seines Lebenszyklus in Europa." Die Kundschaft werde das Auto nur noch so lange bestellen können, bis die Fahrzeugbestände in Europa aufgebraucht sind. Die Lager sollen jedoch noch bis Ende 2024 reichen, berichtet Autocar.

Nissan Chill-out Concept: Schlanke Silhouette

Der designierte Leaf-Nachfolger ist die Serienversion des Chill-out Concept

Der auslaufende Nissan Leaf wird durch einen Crossover ersetzt, der angeblich noch dieses Jahr präsentiert werden, aber erst 2026 starten soll. Dabei handelt es sich wohl um die Serienversion des Nissan Chill-out

Die beiden anderen Neulinge sind die elektrischen Nachfolger des Qashqai (wohl die Serienversion des Hyper Urban) und des Juke (Serienversion des Hyper Punk). Dass diese drei Elektromodelle in Sunderland gebaut werden sollen, wurde bereits letzten November angekündigt. 

Nissan Hyper Punk Concept (2023)

Hyper Punk Concept

Nissan Hyper Urban

Hyper Urban Concept

Der Nissan Leaf (ein Akronym für Leading Environmentally-friendly Affordable Family car) startete in seiner ersten Generation bereits 2010, wurde aber zuerst nur in Japan gebaut. Drei Jahre später begann die Fertigung in Sunderland. Die aktuelle, zweite Generation folgte 2017. Bis 2019 war der Leaf das weltweit meistverkaufte Elektroauto.

In Deutschland wird der Nissan Leaf seit Kurzem mit einem Rabatt von fast 8.000 Euro verkauft: Die Basisversion gibt es bis April schon für unter 28.000 Euro. Damit rückte die 4,49 Meter lange Schrägheck-Limousine unter die günstigsten Elektroautos in Deutschland auf.

Im November kündigte Nissan an, künftig nur noch Elektroautos vorzustellen. Spätestens 2030 sollten die letzten Pkw-Modelle mit Verbrenner aus dem Verkauf genommen werden. Neben den erst Ende 2022 gestarteten Nissan Ariya wird bald wohl der elektrische Micra treten. Der Leaf-Nachfolger wird dann 2026 folgen, der Elektro-Qashqai und Elektro-Juke sind vermutlich erst danach fertig – die Studien wirkten noch sehr serienfern.

In Sunderland, dem größten Autowerk in Großbritannien, sollen nach dem Start des Leaf-Nachfolgers rund 100.000 Autos jährlich gebaut werden. Die Batterien sollen von Envision AESC kommen; noch dieses Jahr soll neben dem Nissan-Werk eine Zellfabrik entstehen, deren Jahreskapazität von anfänglich 11 auf schließlich 30 GWh gesteigert werden könnte.

Unter dem Strich

Von den fünf Pkw, die Nissan derzeit anbietet, sind zwei bereits elektrisch: der Leaf und der Ariya. Die Elektrifizierung des Juke und des Qashqai ist angekündigt, der Leaf bekommt einen elektrischen Nachfolger und mit dem Elektro-Micra ist bald auch wieder ein Kleinwagen im Programm. Ob es eine Elektroversion des X-Trail geben wird, müssen wir abwarten. Die technische Basis der Nissan-Neulinge ist auch schon ziemlich klar: Nissan dürfte auf die AmpR-Plattformen des Konzerns zurückgreifen.