Aptera erhält offenbar doch keine Radnabenmotoren
Ungewöhnliches Elektro-Dreirad wird mit Zentralmotor von Vitesco erprobt
Das Elektro-Dreirad von Aptera soll offenbar doch keine Radnabenmotoren erhalten, sondern einen Zentralantrieb. So soll das Vehikel schneller marktreif werden. Die Serienproduktion soll Ende 2025 oder Anfang 2026 anlaufen. Die Serienversion (das "PI vehicle" oder "production-intent vehicle") wird bereits erprobt, wobei allerdings noch einige Karosserieteile fehlen.
Das obige Video zeigt einen Test bei niedrigem Tempo, wie Firmenchef Steve Fambro erklärt. Dabei fehlt noch die Fronthaube und andere Teile. Danach sollen Tests bei hohen Geschwindigkeiten folgen. Das Fahrzeug sieht noch etwas zusammengeschustert aus, aber die Karosserie, die Türen, die Aufhängung und die Antriebskomponenten sollen schon endgültig sein. Optisch unterscheidet sich das Fahrzeug nicht allzu sehr von dem Gamma-Prototyp, aber er verfügt über einen neuen Antrieb von Vitesco.
Ursprünglich wollte Aptera das Fahrzeug mit Radnabenmotoren von Elaphe ausstatten, aber diese wären nicht rechtzeitig zum Produktionsstart fertig geworden, heißt es. Deshalb sei man auf Zentralmotoren umgestiegen. Die EMR3-Antriebseinheit von Vitesco besteht aus Motor, Inverter und Untersetzungsgetriebe. Sie treibt die Hinterachse des Aptera an.
Der EMR3-Antrieb von Vitesco
Nach den Tests will Aptera die Photovoltaik integrieren, die nach Schätzungen von Aptera täglich bis zu 40 Meilen (64 km) Zusatz-Reichweite bringen kann. Außerdem müssen die restlichen Karosserieteile, die Verglasung, die Innenausstattung und die Bordtechnik eingebaut werden. In einem Youtube-Interview sagte Fombro, die Produktion werde Ende 2025 oder vielleicht 2026 beginnen. Der genaue Starttermin bleibt also ungewiss. Dass die Produktion noch 2024 startet, wie zuletzt verkündet, ist jedoch offenbar vom Tisch.
Das Unternehmen schreibt, dass die Umstellung auf den Vitesco-Antrieb "unsere Fähigkeit sicherstellt, Aptera-Fahrzeuge im Jahr 2025 auszuliefern, was unserer Meinung nach das Wichtigste für das Unternehmen, unsere Aktionäre und unsere zukünftigen Aptera-Besitzer ist." Wie sich der neue Antrieb auf die Effizienz und die Reichweite des dreirädrigen Fahrzeugs auswirkt, verrät Aptera nicht. Für das gezeigte Modell werden nach wie vor 400 Meilen (rund 640 km) Reichweite versprochen.
Im März 2024 erklärte Aptera, dass man nicht die nötigen Mittel habe, um die Produktion in diesem Jahr aufzunehmen, wie InsideEVs.com damals berichtete. Im Juli veröffentlichte Aptera per Pressemeldung, dass das Unternehmen 60 Millionen Dollar von einem Investmentfirma erhalten habe. Damit hat Aptera seit Juni 2021 insgesamt 120 Millionen Dollar zusammengebracht. Ob das für den Produktionsstart ausreicht, müssen wir abwarten.
Um die Aktionäre zu beruhigen und weitere Kapitalgeber zu finden, wies Aptera auf die 48.000 Vorbestellungen hin. Wenn alle verkauft würden, ergäbe das Einnahmen in Höhe von 1,7 Milliarden Dollar. Der Preis des Elektro-Dreirads liegt zwischen 25.900 und 46.000 Dollar.
Unter dem Strich
Ob das noch was wird mit dem Aptera? Seit dem Start von InsideEVs Deutschland Ende 2020/Anfang 2021 berichten wir über das ungewöhnliche Dreirad, und seitdem gab es immer wieder optimistisch klingende Meldungen von der kalifornischen Firma. Aber ob das Vehikel jemals auf den Markt kommt, bleibt nach all den Verschiebungen unsicher. Klar ist nun, dass das Fahrzeug keinen Radnabenmotor sondern einen konventionelleren Zentralmotor von Vitesco erhält.
Quelle: InsideEVs.com
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