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Elektroautomarkt in Europa 36% im Plus, Tesla 45% im Minus

Elektroautos im Januar überraschend stark gefragt, doch Tesla erhielt einen Dämpfer

Tesla Model 3 und Y (Fahraufnahme) mit Schrift:
Bild von: Tesla

Normalerweise machen wir einen Bogen um Verkaufszahlen für einen einzelnen Monat – da spielen zu viele Sondereffekte mit. Anders ist das, wenn es nicht um Deutschland alleine, sondern um große Elektroauto-Märkte wie Europa, China oder die USA geht, denn da sind die Zahlen größer, und Einflüsse wie örtliche Feiertage mitteln sich eher heraus. Nun hat JATO Dynamics Zahlen zum europäischen Markt für Januar veröffentlicht.

Danach sank das Absatzvolumen über alle Antriebsarten hinweg leicht: In den 28 untersuchten Ländern (25 EU-Länder sowie UK, Norwegen und Schweiz) wurden im Januar 993.068 Pkw zugelassen, was 1,9 Prozent weniger als im Januar 2024 waren. Bei reinen Elektroautos (BEVs) gab es allerdings ein Plus von 38 Prozent – rund 166.000 Einheiten wurden neu zugelassen. Ein Minus gab es dagegen bei reinen Verbrennern (-10%) und Plug-in-Hybriden (PHEVs, -6%). JATO führt das Plus bei BEVs auf Anreize und Last-Minute-Angebote gegen Ende des Jahres 2024 zurück.

Während BEVs insgesamt im Januar starke Verkaufsergebnisse brachten, verkaufte Tesla nur 9.913 Autos – ein Rückgang von 45 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat. Dies sei vor allem auf den Modellwechsel beim Model Y sowie das politische Engagement von Eigentümer Elon Musk zurückzuführen, so JATO.

Tesla Model Y (2023)

Das Vor-Facelift-Model-Y war im Januar noch auf dem Markt (Bild: Tesla)

Tesla Model Y (2025): Das Exterieur

Die neue Version startet erst im März

Im Jahr 2023 war das Model Y noch Europas meistverkauftes Auto über alle Antriebsarten hinweg, 2024 lag es immerhin noch auf Platz vier. Im Januar dagegen schaffte es der Wagen nicht mehr unter die Top 10. Nur bei den Elektroautos steht es noch an zweiter Stelle:

Europäische Zulassungszahlen im Januar für Plug-in-Hybride (PHEVs) und Elektroautos (BEVs)
Bild von: JATO Dynamics

Nach Meinung der JATO-Analysten ist nach dem Anlaufen des Facelift-Modells wieder mit höheren Verkaufszahlen zu rechnen. In Deutschland soll die Auslieferung des verbesserten Model Y im März beginnen; demnach ist ab dem zweiten Quartal wieder mit höheren Zahlen beim beliebtesten Tesla-Modell zu rechnen. Allerdings gab es auch beim Model 3 einen herben Zulassungsrückgang von 44 Prozent. Zusammen sei das "ein Hinweis auf die insgesamt abnehmende Popularität von Tesla in Europa", kommentiert JATO. 

Zulassungszahlen Europa im Januar 2025: Unter den Top 10 ist kein einziges Elektroauto, und die Quoten der BEV-Versionen von C3 und Corsa sind gering

Unter den Top 10 ist kein einziges Elektroauto, die BEV-Anteile beim 208, C3 und Corsa sind gering

Bild von: JATO Dynamics

Das Modellranking über alle Antriebsarten hinweg dominierten im Januar Verbrenner. Auf Platz eins landete erneut der Dacia Sandero, gefolgt vom VW Golf und dem Peugeot 208. Zu den Modellen mit den größten Zuwächsen unter den 50 Bestsellern gehörten mit dem VW ID.7 und ID.4 immerhin auch zwei Elektroautos. Das Tesla Model Y gehörte dagegen zu den Fahrzeugen mit den deutlichsten Volumenrückgängen.

Während der europäische Automarkt leicht schrumpfte, legten chinesische Automarken weiter zu: Im Januar wurden 37.134 Fahrzeuge zugelassen und damit 52 Prozent mehr als im Januar 2024. Allerdings ist der Marktanteil mit 3,7 Prozent nach wie vor gering. Alle China-Marken zusammen würden es aber immerhin auf Platz 12 im Markenranking schaffen und hätten den etablierten Hersteller Ford überrundet. Wegen der Strafzölle auf Elektroautos wichen die Hersteller jedoch zuletzt vermehrt auf Hybridmodelle und Plug-in-Hybride aus.

Unter dem Strich

In Deutschland wurden im Januar 2025 stattliche 54 Prozent mehr reine Elektroautos zugelassen als im Januar 2024. Das enorme Plus täuscht jedoch, denn der Januar 2024 war besonders schwach – die Ampel-Regierung hatte kurz zuvor die Förderung gestrichen. Aber auch europaweit gibt es im Januar 2025 ein sattes Plus. Tesla dagegen erlebte sowohl in Deutschland wie in Europa einen starken Dämpfer. Da sowohl das Model Y als auch das Model 3 betroffen waren, liegt das wohl nicht nur am Modellwechsel beim Model Y, sondern auch an der Marke und ihrem Chef ...